Urologisches Tumorzentrum

Behandlung urologischer Krebserkrankungen

Die Behandlung urologischer Krebserkrankungen beinhaltet meistens folgende Behandlungsmethoden:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • medikamentöse Therapie
  • eine Kombination davon

Operation

Patientinnen und Patienten mit einer urologischen Krebserkrankung werden in den meisten Fällen operiert.

Dabei wird das betroffene Organ teilweise oder vollständig entfernt. In vielen Fällen werden zusätzlich die umgebenden Lymphknoten entfernt. Die Art der Operation richtet sich nach dem befallenen Organ und der Ausbreitung des Krebses.


Operation mit dem Da-Vinci-Roboter

Mit dem Da-Vinci-Operationsroboter können komplexe Operationen über wenige kleine Schnitte durchgeführt werden. Diese Methode ist im Gegensatz zu einer offenen Operation schonender und führt zu einer schnelleren Erholung.

Bei uns werden Operationen bei Blasenkrebs, Prostatakrebs, Nierenkrebs, Nebennierenkrebs und Harnleiterkrebs mit dem Da-Vinci-Roboter durchgeführt. Bei Prostatakrebs wird dabei die Prostata vollständig entfernt.

Auch für die Anlage einer künstlichen Harnblase nach vollständiger Entfernung der Harnblase bei Blasenkrebs wird der Da-Vinci-Roboter eingesetzt.


Offene Operation

Bei Peniskrebs und Hodenkrebs wird offen operiert, da die Organe gut von der Körperoberfläche zugänglich sind. Je nach Ausbreitung des Tumors ist eine teilweise oder vollständige Entfernung notwendig.

Bei Blasenkrebs, Prostatakrebs und Harnleiterkrebs erfolgt die Behandlung offen, wenn die Grösse des Tumors oder andere Begleitumstände eine Operation mit dem Da-Vinci-Roboter nicht zulassen. Die Operation erfolgt dann über einen Schnitt in der Mittellinie des Bauches (Laparotomie) oder einen Flankenschnitt.

Bei Nierenkrebs hängt es von der Art und Grösse des Tumors ab, ob die Niere teilweise oder vollständig entfernt werden muss. In vielen Fällen kann diese Operation mit dem Da-Vinci-Operationsroboter durchgeführt werden. Gewöhnliche Laparoskopien nehmen wir heute noch bei einigen Nieren- und Nebennieren-Operationen vor.


Transurethrale Resektion der Harnblase (TUR-Blase)

Bei Blasenkrebs erfolgt meist zuerst eine Resektion über die Harnröhre. Diese dient sowohl der Sicherung der Diagnose als auch der Erstbehandlung.

In einigen Fällen muss der Eingriff nach 4 bis 6 Wochen wiederholt werden. Zeigt sich bei dieser Operation, dass der Blasenkrebs bis in die Muskulatur der Harnblase wächst, muss die Harnblase vollständig entfernt werden.


Möglich Folgen einer Operation

Die Entfernung der Prostata kann zu vorübergehender oder auch dauerhafter Inkontinenz führen. Durch postoperative Unterstützungsmassnahmen wie Beckenbodenphysiotherapie kann diese aber häufig erfolgreich behandelt werden. In seltenen Fällen sind zur Behandlung der Inkontinenz zusätzliche Operationen notwendig. Daneben kann eine Einschränkung der Erektionsfähigkeit auftreten, welche mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden kann.

Ist bei Harnblasenkrebs die vollständige Entfernung der Harnblase notwendig, kann zur Urinableitung entweder eine künstliche Harnblase oder ein Urinstoma an der Bauchwand angelegt werden. Welche Harnableitung gewählt wird, hängt von verschiedenen Gesundheitsfaktoren ab und wird vor der Operation mit der Patientin oder dem Patienten ausführlich besprochen.


Strahlentherapie (Radiotherapie)

Bei den meisten urologischen Krebsarten spielt die Strahlentherapie nur eine untergeordnete Rolle. Sie wird nur in bestimmten Fällen, bei sehr grossen oder bereits metastasierten Tumoren eingesetzt.

Beim Prostatakrebs hingegen wird die Strahlentherapie oft als primäre, gleichwertige Behandlung zur Operation eingesetzt. Je nach Schweregrad der Erkrankung erfolgt zusätzlich eine Hormonentzugstherapie.

Besteht nach einer Prostataoperation ein erhöhtes Risiko für das Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) oder es kommt im Verlauf zu einem erneuten Ansteigen des PSA-Werts, so kann die Radiotherapie gezielt eingesetzt werden, um das Operationsgebiet nachzubehandeln und mögliche Herde von Krebszellen zu beseitigen.


Medikamentöse Therapie

Zeigen sich in der Ausbreitungsdiagnostik Metastasen, erfolgt die Behandlung medikamentös über eine Hormon- oder Chemotherapie.


Hormontherapie

Die Hormontherapie wird ausschliesslich bei Prostatakrebs eingesetzt. Da das Wachstum des Prostatakrebses durch die männlichen Geschlechtshormone beeinflusst wird, kann es durch einen medikamentösen Hormonentzug deutlich verlangsamt werden. Nebenwirkungen der Therapie sind Hitzewallungen, ein verminderter Geschlechtstrieb und Erektionsstörungen.

Ist der Prostatakrebs zum Zeitpunkt der Diagnose bereits weit fortgeschritten oder zeigt sich eine ungenügende Wirkung der Hormonentzugstherapie, kann diese mit weiteren Medikamenten oder Chemotherapie kombiniert werden.


Chemotherapie

Bei Blasentumoren, die die Blasenmuskulatur angreifen, ist vor der Operation eine Chemotherapie angezeigt. Damit kann der Tumor wesentlich verkleinert und die Heilungschance stark verbessert werden. Bei Metastasten kann ebenfalls eine Chemotherapie erfolgen.

Wenn bei Hodentumoren Ableger ausserhalb des Hodens gefunden werden, ist in der Regel eine Chemotherapie nötig. Die Heilungschancen sind dank der Chemotherapie auch bei ausgedehnten Metastasen sehr gut.

Wenn sich bei Prostatakrebs Metastasen gebildet haben, wird bei gutem Allgemeinzustand schon früh eine Chemotherapie empfohlen.


Immuntherapie

Liegen bei Blasenkrebs bereits Metastasen vor, gibt es neben einer herkömmlichen Chemotherapie auch die Möglichkeit, eine Immuntherapie einzusetzen. Sie hat weniger Nebenwirkungen und zeigt bei einigen Patientinnen und Patienten eine lang anhaltende Wirkung.

Auch bei Nierentumoren sind Immuntherapien häufig gut wirksam.


Tyrosinkinasehemmer

Bei Nierentumoren mit Ablegern gibt es gezielte Behandlungen mit Tabletten (Tyrosinkinasehemmer), die das Wachstum stoppen können. Seit Kurzem werden auch Kombinationen von Immuntherapie mit Tyrosinkinasehemmern eingesetzt.


Urotherapie

In der Urotherapie-Sprechstunde können mit erfahrenen Therapeutinnen Probleme, die rund um die urologischen Krebsoperationen auftreten, besprochen und gelöst werden. Dazu zählen zum Beispiel Inkontinenz oder der Umgang mit einer künstlichen Harnblase.