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Refraktiver Linsenaustausch (RLE)

Beim refraktiven Linsenaustausch wird die körpereigene natürliche Linse durch eine Kunstlinse (IOL, Intraokularlinse) ersetzt. Mit dieser Methode können sämtliche Fehlsichtigkeiten sowie auch die Alterssichtigkeit korrigiert werden und sie stellt ab dem Alter von 50 Jahren eine sehr gute Alternative z.B. zum Augenlasern dar.

Die Methode ist identisch mit der häufig durchgeführten Operation des Grauen Stars und ermöglicht eine lebenslange Unabhängigkeit von der Lese- oder Gleitsichtbrille. Ein Grauer Star wird sich zudem so nicht mehr entwickeln können. Für das Verfahren stehen verschiedene Arten von Kunstlinsen zu Verfügung.

An der Augenklinik ist es uns wichtig, dass wir Sie umfassend anhand Ihrer Bedürfnisse beraten. Sie stehen im Zentrum der Beratung und Behandlung, hinsichtlich Technologie und Art der Behandlung sind wir ungebunden und wählen, was für Sie und Ihre Augen das Beste ist. Auch mögliche Komplikationen werden bei uns nicht schöngeredet, doch mit unserer grossen Erfahrung des Spezialistenteams werden wir Sie ehrlich beraten und allenfalls auch von einer Behandlung abraten.

Ablauf der Operation

Ein refraktiver Linsenaustausch ist ein chirurgisches Verfahren, das ähnlich wie eine Grau Star (Katarakt) Operation verläuft, aber hauptsächlich zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten eingesetzt wird. Das Verfahren beginnt mit einer gründlichen Untersuchung, um die passende Kunstlinse individuell für das Auge des Patienten auszuwählen. Das Ergebnis nach der Operation kann bei Bedarf im Rahmen eines Kontaktlinsentestes evaluiert werden, damit Sie sich besser vorstellen können, welches Resultat nach einer solchen Operation erreicht werden kann.

Der ambulante Eingriff dauert rund 20 Minuten. Dabei wird das Auge durch ein (Femto-Phako) Lasersystem genau vermessen und dann die eigene Linse mit einem Laserstrahl punktgenau eröffnet sowie bereits zerkleinert. Die Augenlinse wird entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt, dank der Vorbereitung mit dem Laser kann die Linse deutlich präziser platziert werden. Schon etwa eine Stunde nach der Operation können Sie die Augenklinik wieder verlassen. Wir operieren zunächst ein Auge. Falls beide Augen betroffen sind, folgt die zweite Operation ein paar Tage später. Das Gute daran: Der Austausch der Linse ist schmerzlos. Unmittelbar vor der Operation werden wir Ihr Auge mit Augentropfen unempfindlich machen.

1. Öffnen der Linsenkapsel mittels Laser
2. Zerkleinerung der natürlichen Linse
3. Entfernung des Linsenkerns
4. Einsetzen der Kunstlinse


Die richtige Linse für Sie

Bei der Untersuchung in der Augenklinik werden Sie mit Ihrer Augenchirurgin oder Ihrem Augenchirurgen die für Sie ideale Linse auswählen. Sie haben folgende Möglichkeiten:

Einstärkenlinsen für Ferne, Nähe oder Monovision

Die Einstärken- oder «monofokale» Linse ermöglicht ein scharfes Sehen ohne Brille entweder in die Nähe oder in die Ferne. Werden beide Augen operiert, können Sie beide Seiten mit derselben Linsenstärke korrigieren lassen. Wenn Sie sich für die Fernsicht entscheiden, benötigen Sie danach immer eine Nahsehbrille. Lesen Sie gern ohne Brille oder arbeiten Sie viel am Computer? Dann entscheiden Sie sich für die Nahsicht. In diesem Fall benötigen Sie immer eine Brille für die Ferne.

Einstärkenlinsen für die Ferne: Für die Mittlere und die Nähe benötigen Sie eine Brille.
Einstärkenlinsen für die Nähe: Für die Mittlere Distanz und die Ferne benötigen Sie eine Brille.

Falls gewünscht, können wir auch ein Auge für das Sehen in die Nähe, das andere für das Sehen in die Ferne korrigieren. Experten bezeichnen diese Variante als Monovision oder auch als Goethe-Blick. Tatsächlich war der Dichter von Natur aus auf einem Auge normal- und auf dem anderen kurzsichtig. Allerdings war Goethe diese spezielle Sicht von klein auf gewohnt. Patientinnen und Patienten mit dieser Korrektur müssen das Sehen nach der Operation neu lernen. Nicht alle kommen gut damit zurecht.

Monovision – linkes Auge korrigiert für Ferne, rechtes Auge korrigiert für Nähe.

Komfortlinsen für Ferne und mittlere Distanz

Mit der Komfortlinse (sogenannte EDOF Linsen) erhalten Sie mehr Brillenunabhängigkeit in Alltagssituationen. Die spezielle Optik der Komfortlinse bietet Ihnen zusätzlich zur scharfen Sicht in die Ferne eine Tiefenschärfefunktion für den Zwischenbereich. Somit können Sie schon ab einer Distanz von rund 70 cm scharf sehen. So sollten für Sie viele Dinge des täglichen Lebens wieder ohne Brille möglich sein, zum Beispiel am Computer lesen.

Komfortlinsen – ohne Brille sehen Sie gut in die mittlere Distanz und in die Ferne.

Multifokallinsen für Ferne, mittlere Distanzen und Nähe

Mit der Multifokallinse besteht sogar die Möglichkeit, den Alltag ohne Brille zu bewältigen. Bei der Multifokallinse wird das Scharfsehen auf drei Distanzen ermöglicht: nah, mittel und fern. Die Linse besteht aus mehreren Zonen (Ringen) mit unterschiedlicher Brechkraft. Ihr Gehirn wählt dann unbewusst immer das für die entsprechende Sehdistanz optimale Bild.

Nach einer Eingewöhnungszeit werden Gegenstände unbewusst derart betrachtet, dass ein scharfes Bild entsteht. Nachts, bei grosser Pupille, kann das Ringdesign zu bogenförmigen Lichtreflexionen im äusseren Gesichtsfeld führen; nach einer Eingewöhnungszeit werden diese meist nicht mehr bewusst wahrgenommen. Es kann zudem geschehen, dass Kontraste weniger scharf erscheinen, fast wie weichgezeichnet. Eine gute Beleuchtung unterstützt das Lesen ohne Brille.

Multifokallinsen eignen sich für Sie, wenn Sie eine Brillenfreiheit wünschen und wenn Sie es nicht stört, Lichtreflexe wahrzunehmen sowie Kontraste weniger deutlich zu sehen.

Multifokallinsen – ermöglichen gutes Sehen in allen Distanzen ohne Brille.

Torische Linsen bei Hornhautverkrümmung

Die sogenannte Hornhautverkrümmung führt zu einem unscharfen Bild auf alle Distanzen. Das können wir mit einer torischen Linse korrigieren, die gegebenenfalls mit anderen Linsentypen (Einstärkenlinse, Komfortlinse, Multifokallinse) kombiniert wird.

Übersicht der verschiedene Linsentypen

Nachsorge

Regelmässige Nachuntersuchungen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu kontrollieren und eventuelle Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Fahrtauglichkeit und Arbeitsfähigkeit
Gerne besprechen wir gemeinsam Ihre individuelle Situation. Ebenso wird die Fahrtauglichkeit im Rahmen Ihrer Nachkontrolle bei uns an der Augenklinik gemeinsam besprochen.


Gefahren / Risiken

Obwohl refraktive Chirurgie allgemein sicher ist, bestehen Risiken wie Infektionen, Nachbildungen (Halos), trockene Augen oder eine Über- bzw. Unterkorrektur. Langzeitkomplikationen sind selten, aber möglich. Dank unserer langjährigen Erfahrung und breiten Kompetenz im Team können wir diese Komplikationen bei uns angehen und therapieren.


Kosten

In der Regel werden diese Eingriffe nicht von der Grundversicherung abgedeckt und müssen selbst finanziert werden. Gerne informieren wir Sie individuell in unserer Sprechstunde über die genauen Kosten.

Wird die Operation infolge eines grauen Stars vorgenommen übernimmt die Krankenkasse in jedem Fall die Grundkosten der Operation. Lesen Sie hier mehr dazu.


Häufige Fragen

Werden beide Augen gleichzeitig operiert?

In der Regel wird ein Auge nach dem anderen operiert. Dies geschieht zeitnah meistens innerhalb weniger Tage oder ein bis zwei Wochen

Braucht es nach dem Eingriff eine Lesebrille?

Das kommt auf die gewählte Kunstlinse an. Bei der Implantation einer Multifokalen (trifokalen) Kunstlinse können Sie oftmals ganz auf die Lesebrille verzichten. Selten ist eine Entlastungsbrille für stundenlanges Lesen oder PC-Arbeiten nötig. Das Gleiche gilt für die Monovision Variante. Bei der Monovision wird ein Auge in die Ferne und das andere Auge in die Nähe korrigiert. Bei der Komfortlinse werden sie eine einfache Brille für das Lesen verwenden, aber Distanzen wie der PC oder Armaturenbrett beim Auto sind ohne Brille gut lesbar. Werden aber beide Augen mit einer Einstärken-Kunstlinsen für eine gute Sehleistung ohne Brille in die Ferne korrigiert, ist für die Nähe zwingend eine Unterstützung mit der Lesebrille nötig.

Wie lange muss ich nach einer Augenlaseroperation auf Sport und andere Aktivitäten verzichten?

Patientinnen und Patienten werden in der Regel angewiesen, für mindestens eine Woche nach der Operation auf anstrengende Aktivitäten und Sport zu verzichten. Mit Kontakt- oder Wassersportarten sollte für ca. 4 Wochen zugewartet werden.

Was bedeutet die Operationstechnik: Femtosekundenlaser «Femto-Phako»?

Durch den Einsatz des modernen Femtosekundenlasers kann der Linsenaustausch noch präziser und schonender gestaltet werden. Diese Alternative zur Standard-Technik ermöglicht es, dass bestimmte Operationsschritte vom Femtosekundenlaser durchgeführt werden, nachdem sie vom Operateur geplant und freigegeben wurden.

Die kreisrunde Eröffnung der vorderen Linsenkapsel erfolgt nicht manuell mit einer Nadel, sondern computergesteuert mittels Laserpulsen. Dadurch wird eine präzisere Ausrichtung der Kunstlinse erreicht, was zu einer verbesserten Sehqualität führt. Die Zerkleinerung der natürlichen Linse durch den Femtosekundenlaser erleichtert die Entfernung des Linsenkerns und reduziert den Einsatz von Ultraschallenergie. Auf diese Weise wird die Behandlung schonender für das Gewebe.


Behandlung durch Spezialistinnen und Spezialisten

Als Kompetenzzentrum für moderne Augenheilkunde ist es unsere Aufgabe, Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Augenproblemen zu beraten und zu behandeln. Die Zuweisung erfolgt durch Ihre Augenärztin / Ihren Augenarzt oder Ihre Optikerin / Ihren Optiker.

Kontakt / Anmeldung

Unser Team ist telefonisch und per E-Mail für Sie erreichbar. Hier finden Sie die Kontaktinformationen unserer Augenklinik.
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Ihr Fachspezialist

Portrait von Dr. med. Philipp Baenniger

Dr. med. Philipp Bänninger

Chefarzt und Klinikleiter Augenklinik
Leiter für Hornhaut-, Katarakt- und Refraktive Chirurgie

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