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Wenn die Nase blutet

Die meisten von uns kennen es: Es läuft einem warm aus der Nase, tropft auf den Schreibtisch oder die schöne weisse Hose – wer nicht gleich nach einem Taschentuch greift, hat die Sauerei, die oft schlimmer aussieht, als sie ist. Doch warum bekommen wir manchmal Nasenbluten, und ist es gefährlich?

Warum haben wir Nasenbluten?

In rund 95% aller Fälle kommt Nasenbluten aus dem vorderen Teil der Nase. Die Innenwand der Nase ist von vielen kleinen Äderchen durchzogen, die manchmal platzen können. Nur selten kommt das Nasenbluten wirklich von weiter hinten aus grösseren Gefässen.

Wodurch wird das Bluten ausgelöst?

Meistens haben wir Nasenbluten, wenn die Schleimhäute zu trocken und dadurch rissig sind. Dann passiert es manchmal einfach, ohne dass ein bestimmter Auslöser gegeben sein muss. Natürlich platzen die Gefässe leichter durch äussere Einflüsse, beispielsweise bei sehr trockener Luft oder durch einen Schlag auf die Nase. Speziell im Winter, wenn die Luft trockener ist, sollte man also aufpassen und die Schleimhäute entsprechend befeuchten.

Sind bestimmte Personen eher betroffen?

Ältere Personen haben oft einen «Hang zum Nasenbluten» – das ist darauf zurückzuführen, dass sie häufig blutverdünnende Medikamente nehmen, wodurch geplatzte Gefässe stärker bluten und schon der kleinste Riss zu Nasenbluten führen kann. Ältere Menschen haben oft auch trockenere Schleimhäute und fragilere Gefässe, die leichter platzen. Ebenfalls eher betroffen sind Kinder, die auch fragilere und feinere Äderchen haben als Erwachsene. Insgesamt gibt es aber einfach Personen, die schneller Nasenbluten bekommen: Manche hatten noch nie Nasenbluten, anderen wiederum passiert es regelmässig. Die generelle anatomische Gegebenheit der Gefässe und Äderchen spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Führt Nasenbohren zu Nasenbluten?

Das kann natürlich ein Auslöser sein, speziell wenn man mit den Nägeln die Naseninnenwand aufkratzt oder ausdehnt. Generell führt eine Verstärkung der Belastung der Naseninnenwand schneller zu Nasenbluten. Im Normalfall sollte man aber beim Naseputzen oder auch beim Nasenbohren nicht jedes Mal Nasenbluten bekommen.

Soll man beim Nasenbluten den Kopf in den Nacken legen?

Das ist wohl einer der grössten Mythen zum Thema Nasenbluten. Durch das Zurücklegen des Kopfes stoppt man die Blutung nicht, aber das Blut kann in den Rachen und damit in den Magen laufen, was zu Übelkeit und Erbrechen führt. Es ist empfehlenswert, die Nase zusammenzudrücken, um Druck auf die Gefässe auszuüben, so stoppt man die Blutung. Dabei den Kopf gerade halten oder etwas nach vorn neigen. Ein Coldpack (kaltes Handtuch oder Kühlelement) im Nacken hilft, dass sich die Blutgefässe verengen und die Blutung schneller aufhört. Wer will, kann auch Eiswürfel in den Mund nehmen, das hat denselben Effekt.

Ist Nasenbluten gefährlich?

Meistens ist Nasenbluten nicht gefährlich, sondern hauptsächlich lästig. Wenn man kein Taschentuch zur Hand hat, sieht es schnell schlimmer aus, als es tatsächlich ist. Wenn jemand sehr häufig oder sehr lang am Stück Nasenbluten hat, sollte es abgeklärt werden. Es gibt einfache Behandlungsmöglichkeiten, um Nasenbluten langfristig zu verhindern. Theoretisch kann man an Nasenbluten zwar verbluten, das ist aber wirklich fast unmöglich oder zumindest äusserst selten – ich selbst habe einen solchen Fall noch nie erlebt.

Kann man Nasenbluten vorbeugen?

Es hilft, die Schleimhäute zu befeuchten, beispielsweise durch Nasenspray oder Nasensalbe. Wer trotzdem oft Nasenbluten hat, sollte das ärztlich abklären lassen. Dann können die Nasengefässe verödet werden, was langfristig zu einer Verbesserung führen sollte.