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Radio-Onkologie

Mit präzisen Strahlen gegen Tumoren

In über 100 Jahren hat sich das Kantonsspital Winterthur eine grosse Expertise in der Strahlentherapie erarbeitet. Heute ist es mit modernsten Geräten und gut geschultem Fachpersonal möglich, grosse Erfolge bei der Bekämpfung von Tumoren zu erzielen.

Rund 40 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer sind einmal in ihrem Leben von Krebs betroffen. Um der Krankheit zu begegnen und sie erfolgreich zu behandeln, sind verschiedene Ansätze möglich. Einer davon ist die Radio- oder Strahlentherapie, bei der die Tumorzellen mit hochpräziser Strahlung zerstört werden.

Mit immer moderneren Geräten ist es am KSW heute möglich, mit einer Bestrahlung das von der Krankheit betroffene Gewebe punktgenau zu treffen und die Schäden am umliegenden gesunden Gewebe so gering wie möglich zu halten.

Eine solche Therapie geht je nach Tumor, Grösse, Lage im Körper und Bestrahlungsdosis über mehrere Wochen oder wenige Tage. Eine einzelne Sitzung dauert aber nur ein paar Minuten. Behandelt werden in Winterthur Erwachsene; wenn Kinder von Krebs betroffen sind, wird mit dem Kinderspital in Zürich zusammengearbeitet.

Prof. Dr. med. Daniel Zwahlen, Direktor und Chefarzt des Instituts für Radio-Onkologie am KSW, ist seit Frühling 2019 der Herr über die Strahlen. Vorher war er am Kantonsspital Chur tätig gewesen. Am häufigsten kommen Patientinnen und Patienten mit Brust-, Prostata- oder Lungenkrebs in das neue Gebäude der Radio-Onkologie.

Aber auch Patienten mit Magen- oder Darmtumoren, Blasen-, Nieren- oder Gebärmutterhalskrebs, Hirntumoren, Hautkrebs, Lymphomen werden von Prof. Zwahlen und seinem Team behandelt. Dabei werden vielversprechende Behandlungserfolge erzielt – vielfach im Zusammenspiel mit operativen Eingriffen und der Medizinischen Onkologie.

Mit Praezisen Strahlen Gegen Tumoren Ksw Storys 01

Oberstes Ziel der Radiotherapie ist es immer, die Patienten von ihrer Krankheit zu heilen und sie wieder ins Leben zurückzuführen. Falls das trotz aller Anstrengungen nicht möglich ist, geht es darum, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten. Dabei werden sie eng begleitet, beraten und während des gesamten Prozesses auch psychoonkologisch unterstützt. Angeboten werden Therapien aber auch bei gutartigen Erkrankungen, etwa bei Entzündungen von Gelenken, Weichteilen oder Bindegewebe.


Präziser, schneller und schonender für die Patienten

Interview mit Prof. Dr. med. Daniel R. Zwahlen, Direktor und Chefarzt Institut für Radio-Onkologie

Was ist die grösste Herausforderung bei der Bestrahlung eines Tumors?

Eine Krebsbehandlung ist eine komplexe Sache, weil sich Krebs zum Teil wie eine chronische Krankheit verhält. Patienten leben heute nach einer Behandlung nicht selten noch zehn Jahre oder länger, was mehr Langzeitfolgen einer Behandlung nach sich zieht.

«Wir behandeln in erster Linie Menschen und nicht Tumoren. Das ist unser Credo.»

Weil die Menschen dank des zivilisatorischen Fortschritts länger leben, haben wir auch immer mehr Krankheitsfälle. Aber wir behandeln in erster Linie Menschen und nicht Tumoren. Der Mensch steht stets im Zentrum unseres Handelns. Das ist unser Credo. Wir kümmern uns aber auch um gutartige Erkrankungen.

Wie haben sich die Strahlengeräte entwickelt?

Am KSW werden seit mehr als 100 Jahren Tumoren mit Strahlen erfolgreich behandelt. Anfänglich mit sogenannt konventionellen Röntgengeräten, dann mit Kobaltgeräten und nun mit Linearbeschleunigern. Die Geräte sind in den letzten Jahren immer präziser, schneller und die Behandlungen schonender und verträglicher geworden. Aber auch moderner und komplizierter, und die Computersteuerung gewinnt an Bedeutung.

Um sie bedienen zu können, brauchen wir gut ausgebildetes und geschultes Personal. Heutige Bestrahlungsgeräte sind schon sehr gut, so dass die weiteren Entwicklungsschritte immer kleiner werden. Aber der stete technologische Fortschritt und die Digitalisierung machen sich natürlich auch bei uns bemerkbar und unterstützen unsere tägliche Arbeit.

Was heisst das?

Zum Beispiel werden bei der neuesten Generation die Magnetresonanztomographie (MRI) und die Bestrahlung in einem Gerät kombiniert. Das schafft eine neue Dimension an bildlicher Darstellung des Tumors in Echtzeit und erhöht die Präzision der Bestrahlung noch weiter. Und bei der nächsten Gerätegeneration werden bestimmt schon die Robotik und die künstliche Intelligenz eine Rolle spielen.

Daher ist es wichtig, die Beschaffung neuer Maschinen auf der Zeitachse sorgfältig zu planen. Wir haben am KSW zwei modernste Geräte, die ganz gezielt unterschiedlich alt sind und deshalb nicht gleichzeitig ersetzt werden müssen. Deshalb sind wir in der komfortablen Lage, wenn wir von einer Lebensdauer von acht bis zehn Jahren ausgehen, immer ein Gerät der allerneuesten Generation zur Verfügung zu haben. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten, denn wir können sie optimal und rasch behandeln.

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Radio-Onkologie
Die Radio-Onkologie behandelt strahlenempfindliche Tumoren mit einer Strahlentherapie oder Radiotherapie.
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Tumorzentrum Winterthur
Im Tumorzentrum bündeln Spezialistinnen und Spezialisten ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Behandlung von Krebs.
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