Zentrum für Lymphome und Leukämien

Behandlung von Lymphomen und Leukämien

Die Behandlung von Lymphomen und Leukämien beinhaltet meist eine sogenannte Systemtherapie (wie Chemotherapie), eine Bestrahlung oder eine Kombination von beiden. Selten wird der erreichte Effekt mit einer autologen Stammzelltransplantation gefestigt.


Abwartendes Beobachten 

Bei Lymphomen oder Leukämien mit einem chronischen und/oder langsamen Verlauf kann bei Symptomfreiheit mit der Therapie teilweise über viele Jahre zugewartet werden. Das wird als abwartendes Beobachten oder Watchful Waiting bezeichnet. Bei diesem Vorgehen wird die Erkrankung in regelmässigen Zeitabständen durch die Fachspezialistin oder den Fachspezialisten kontrolliert.


Antikörpertherapie und Immuntherapie

Nicht immer ist eine Chemotherapie notwendig. Häufig werden sogenannte Antikörper alleine oder ergänzend zu einer Chemotherapie eingesetzt. Das sind Medikamente, die gegen bestimmte Oberflächen-Zellen der bösartigen Zellen gerichtet sind.

Früher wurden diese als Immuntherapie bezeichnet, da andere körpereigene Antikörper zum Immunsystem gehören. Da der Begriff Immuntherapie heute für Medikamente verwendet wird, die indirekt durch die Aktivierung des Immunsystems gegen bösartige Zellen wirken, ist er nicht mehr passend für die Antikörper-Therapie bei Lymphomen oder Leukämien.

Die eigentliche Immuntherapie wird bisher erst bei sehr wenigen Lymphomen verwendet. Sie erhöht gezielt die körpereigene Abwehr gegen die Tumorzellen.


Chemotherapie

Es gibt eine grosse Vielzahl von Lymphomen und Leukämien und sehr viele Arten von Chemotherapie. Diese reichen von sehr milden Therapien mit einer einzelnen Substanz (Monotherapie) als Tabletten oder Infusionen bis zu komplexen Therapien mit vielen Substanzen (Kombinationstherapie).

Die meisten Arten von Chemotherapien können ambulant verabreicht werden. Lediglich die intensiveren Kombinationstherapien erfordern einen stationären Aufenthalt. Entsprechend unterscheiden sich auch die möglichen Nebenwirkungen.

Bei der Wahl der Chemotherapie wird sowohl auf die Art des Lymphoms bzw. der Leukämie geachtet als auch die körperliche Verfassung der zu behandelnden Person und so ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept erstellt.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie kann aus einer oder mehreren Substanzen bestehen und in Tablettform oder über eine Infusion verabreicht werden.


Zielgerichtete Medikamente

In den letzten Jahren wurde vermehrt versucht, die Besonderheit von bösartigen Zellen zu definieren und eine gezielt darauf abgestimmte Therapie zu finden. Idealerweise finden sich diese besondere Eigenschaft nur in den bösartigen Zellen und nicht in den normalen Zellen des Körpers, so dass bei einer Therapie gezielt nur die bösartigen Zellen behandelt werden.

Diese Medikamente werden als zielgerichtete Substanzen bezeichnet. Sie finden zunehmend eine Rolle in der Behandlung von Lymphomen und Leukämien.


Bestrahlung (Radiotherapie)

Eine Bestrahlungstherapie verwendet in der Regel hochenergetische Röntgenstrahlung, die mit der neuesten Technologie und Gerätschaft hochpräzise an die Zielstruktur gebracht wird. Am Zielort führt die Bestrahlung via Ionisation zum Absterben der Lymphomzellen. Dank dem technologischen Fortschritt wird die Bestrahlungstherapie heutzutage sehr gut vertragen. Die Nebenwirkungen sind in den meisten Fällen vorübergehend.

Die Bestrahlung ist eine sehr wirksame Therapieoption bei Lymphomen, da die Lymphomzellen sehr empfindlich auf die Bestrahlung reagieren. Allerdings ist die Bestrahlung eine lokale Therapie. Somit ist die Radiotherapie nur für bestimmte Lymphome im Anfangsstadium als alleinige Therapieoption geeignet. In den meisten Fällen bildet die Bestrahlungstherapie einen Bestandteil einer kombinierten Therapie (Systemtherapie und Radiotherapie).

Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie wird meistens in Kombination mit einer anderen Therapie eingesetzt, wie beispielsweise zusätzlich zu einer Systemtherapie.


Stammzelltransplantation

Der Begriff Stammzelltransplantation wird für zwei Therapien benutzt, die sehr unterschiedlich sind. Das erste ist eine Rückgabe von zuvor gesammelten körpereigenen Stammzellen in Form einer Infusion (autologe Stammzell-Transplantation). Die eigentliche Transplantation ist eine Spende von fremden Stammzellen an eine erkrankte Person (allogene Stammzell-Transplantation).

Autologe Stammzell-Rücktransfusion

Bei Lymphomen und Leukämien kommt beinahe ausschliesslich die autologe Stammzell-Rücktransfusion zum Einsatz, die nichts mit «Transplantation» zu tun hat. Das Prinzip der Behandlung ist hierbei, dass zuerst Stammzellen der Patientin oder des Patienten gesammelt werden.

Diese Stammzellen werden anschliessend während der sogenannten Hochdosis-Chemotherapie konserviert. Dadurch werden die konservierten Stammzellen keiner Chemotherapie ausgesetzt. Anschliessend werden die Stammzellen in Form einer Infusion wieder verabreicht. Das erfolgt meist wenige Tage nach der Chemotherapie.

Diese Behandlung wird bei der Behandlung von Lymphomen bzw. Leukämien nur in bestimmten Fällen eingesetzt. Dabei arbeiten wir mit einer unversitäten Klinik zusammen.