Urologie

Das ganze Spektrum an Operationstechniken

Im ausführlichen Gespräch mit den Patienten finden die Fachärzte der Urologie stets die beste Lösung für jede Erkrankung des Urogenitalsystems. Am KSW bieten wir das ganze Spektrum an Operationsverfahren ab, das heute verfügbar ist.

Der Da-Vinci-Operationsroboter

Seit 2012 verfügt die Klinik für Urologie über ein eigenes, roboterunterstütztes Operationssystem. Dieses Robotikprogramm ist schweizweit führend und hat einen einmaligen Erfolg.

  • Modernste Robotertechnik im Operationssaal

    Die Da-Vinci-Robotertechnik maximiert die Vorteile der minimalinvasiven Schlüsselloch-Chirurgie. Sie bietet eine optimale Sicht dank 3D-Monitor und volle Bewegungsfreiheit für den Operateur. Die Instrumentenführung ist maximal abgesichert. Wir nutzen die Vorteile des Da-Vinci-Systems bei der Prostata-Entfernung (radikale Prostatektomie) und bei weiteren urologischen Eingriffen routinemässig. Jährlich werden am KSW von der Klinik für Urologie 200 Eingriffe mit dem DaVinci durchgeführt, insgesamt sind dies schon über 1000 Eingriffe!

  • Vorteile der roboterunterstützten Chirurgie

    Der Da-Vinci-Telemanipulator bietet maximale Sicherheit und Präzision. Der Operateur sitzt an der Steuerkonsole und bedient mehrere Pedale sowie zweifingrige Instrumentengriffe. Sensoren schicken die Informationen über den Computer an die drei Instrumentenarme. Dabei schaltet der Tremor-Filter jedes noch so kleine Zittern der menschlichen Hand aus. Patienten erholen sich deutlich schneller durch dieses gewebeschonende Verfahren.

  • Robotik-Pionier am KSW

    Mit Prof. Dr. med. Hubert John leitet ein Pionier der Roboterchirurgie ein Team aus ausgewählten Spezialisten. Seit 2002 hat er über 2000 eigene roboterunterstützte urologische Eingriffe durchgeführt. Kevin Horton unterstützt als absoluter Spezialist das Team im technischen und organisatorischen Bereich. Heute führt das Team mit dem Da-Vinci-Robotor bis zu drei Eingriffe pro Tag durch.

  • Einsatz der Da-Vinci-Technologie

    Bei folgenden Eingriffen hat sich die Da-Vinci-Technologie speziell gut bewährt. Hier setzen unsere Spezial-Chirurgen den Operationsroboter mittlerweile routinemässig ein:

    • Vollständige Prostata-Entfernung bei Prostatakrebs
    • Vollständige Blasen-Entfernung bei Blasenkrebs
    • Blasen-Ersatz (Urostoma oder Ersatzblase)
    • Nieren-Teilresektion bei Nierentumoren
    • Pyelonplastik bei Nierenbeckenabgangsstose (Ureterabgangsenge)
    • Vesikovaginale Fistelsanierung (Blasen-Scheiden-Fistel)
    • Sakrokolpopexie (Korrektur einer Blasensenkung mit Restharnbildung)
    • Nieren- und Harnleiter-Entfernung bei Nierenbecken- oder Harnleiterkrebs
    • Harnleiter-Neuimplantation in die Harnblase bei Engstelle oder Krebs
  • Da Vinci in Forschung und Wissenschaft

    Unsere Arbeit mit dem Da-Vinci-Operations-Roboter werten wir laufend qualitativ und quantitativ aus. Die Auswertungen stossen an Kongressen und in der Fachpresse regelmässig auf grosses Interesse.

    Aktuelles Studien-Projekt
    Als randomisierte Studie transplantieren wir an der Klinik für Urologien aktuell und europaweit erstmalig Nerven bei jungen Patienten mit aggressivem Prostatakrebs. Das Ziel ist, die Potenz wiederherzustellen.

  • Patienteninformationen

    Die angefügten PDFs informieren weiter zu spezifischen Themen:

    Physiotherapie nach Prostataoperation (PDF)
    Prostatakarzinom und Ernährung (PDF)

Der offene chirurgische Eingriff

Bei folgenden Beschwerden ist eine offene Schnittoperation angezeigt:

  • Anwendungsgebiete der offenen Chirurgie

    Kleine Eingriffe:

    • Entfernung einer Hydrozele (Wasserbruch)
    • Entfernung eines Nebenhodens
    • Entfernung eines Hodens

    Komplexere Eingriffe:

    • Entfernung gutartiger Drüsengeschwulste bei stark vergrösserter Prostata (Adenome)
    • Tumore bei lokal fortgeschrittenem Blasen- oder Nierenkrebs (Vermeiden von Streuung)
    • Inkontinenz-Operationen
    • Rekonstruktion der Urinausscheidungs-Gänge (nach Blasen-Entfernung)

Der endourologische Eingriff

Dieser Eingriff erfolgt durch die Harnröhre. Die Urologie am KSW verfügt über grosse Erfahrung bei der Behandlung vieler urologischer Beschwerden.

  • Anwendungsgebiete
    • Blasenspiegelung (Zystoskopie)
    • Transurethrale Blasenhalsinzision
    • Transurethrale Resektion der Prostata («kleine Prostataoperation»)
    • Transurethrale Resektion der Blase
    • Eröffnung von Harnröhren-Engstellen (Urethrotomie)
    • Ureterorenoskopie
    • Ureterorenoskopische Zertrümmerung und Entfernung von Harnsteinen (durch Laser oder Lithoklasten)
    • Eröffnung von Harnleiter-Engstellen (Endopyelotomie)
    • Injektion von Botulinumtoxin A in den Blasenmuskel
    • Einlage von Harnleiterschienen (Pigtail oder Titan-Stent)
  • Patienteninformationen

    Interessierte erfahren in folgenden Dokumenten mehr zum Thema:

    Blasenoperation durch die Harnröhre (PDF)
    Prostataoperation durch die Harnröhre (PDF)

Der minimalinvasive Eingriff

Die Laparoskopie («Schlüsselloch-Technik») minimiert die Operations-Verletzung. Dabei führen wir die Arbeitsinstrumente über kleine Einschnitte in den Körper ein.

  • Kleiner Eingriff mit bewährter Wirkung

    Gewöhnliche Laparoskopien nehmen wir heute noch bei einigen Nieren- und Nebennieren-Operationen vor. Den grösseren Teil der minimalinvasiven Operationen führen wir mit Hilfe der Roboterchirurgie aus. Mit dieser Methode (Mini-PNL) beheben wir auch grosse Nierensteine.

Der mikrochirurgische Eingriff

Ein mikrochirurgischer Eingriff erfordert höchste Präzision. Wir operieren mit Miniatur-Instrumenten unter einem Mikroskop.

  • Die Zeugungsfähigkeit wiederherstellen

    Mit dieser Methode operieren wir ausschliesslich im Fertilitäts-Bereich:

    • Vereinigung des durch eine Unterbindung getrennten Samenleiters (Vasovasostomie)
    • Durchtrennen erweiterter Samenstrang-Venen (Varikozelenresektion)

Harnröhren-Operationen

Das Beheben von Engstellen in der männlichen Harnröhre verlangt nach besonderem Feingefühl. Komplexe Fälle besprechen wir mit den weltweit anerkannten Spezialisten des University Colleges in London, mit denen wir eng zusammenarbeiten.

  • Viele Wege zur funktionierenden Harnröhre

    Verengungen der Harnröhre führen zu Problemen beim Wasserlösen. Ursachen sind Verletzungen oder Entzündungen. Je nach Situation gibt es verschiedene Verfahren, um das Problem zu lösen. Oft können die Urologen mit einer Harnröhrenspiegelung unter Narkose die Harnröhre von innen her wieder öffnen (mit Messer oder Laser). Kommt es wiederholt zu einer Verengung, operieren wir in einer offenen Operation vom Damm her. Bei längeren Verengungen ersetzen wir die Harnröhren-Schleimhaut mit patienteneigener Mundschleimhaut von der Wangeninnenseite (sogenannte Harnröhrenplastik).

Urin-Inkontinenz-Operationen

Eine Urin-Inkontinenz verlangt eine sorgfältige Abklärung zu den möglichen Ursachen. Wo physiotherapeutische und medikamentöse Behandlungen den unfreiwilligen Harnabgang nicht beheben, verfügen wir über folgende chirurgische Hilfsmittel.

  • Die mühsame Inkontinenz beheben
    • Einsetzen von Kunststoffbändern, welche die Lage der Harnröhre verändern, so dass der natürliche Schliessmuskel besser arbeiten kann (nennt man TVT bei Frauen, bulbourethrale Urethrasuspension bei Männern)
    • Einsetzen einer Sphinkterprothese (ein Schliessmuskel-Implantat), wenn der Schliessmuskel zu schwach ist (wegen Prostata-Entfernung bei Prostatakrebs)
    • Aufrichten und Fixieren der Harnblase bei weiblicher Blasensenkung zur Behandlung von unterbrochenem Harnstrahl, Blasenentzündungen und unvollständiger Entleerung.

No-Scalpel Vasektomie (Unterbindung)

Die No-Scalpel-Vasektomie ist die fortschrittlichste Form der Unterbindung beim Mann. Die Samenleiterdurchtrennung erfolgt heute ohne Skalpell und ambulant unter lokaler Betäubung.

  • Ein Pflaster reicht

    Die Hodensack-Haut wird nicht geschnitten, sondern entlang der Hautspaltlinien mit einer speziellen Klemme gespreizt. Durch die kleine Öffnung ziehen die Spezialisten den Samenleiter etwas heraus und durchtrennen ihn an zwei Stellen im Abstand von 1 bis 2 cm. Das Zwischenstück wird entfernt. Ein kleines Pflaster genügt, um die winzige Wunde zu versorgen.

Prostatabiopsie durch Bildfusion

Wird ein Karzinom an der Prostata vermutet, jedoch in einer Standardbiopsie nicht gefunden, kommt diese spezielle Biopsie zum Einsatz.

  • Noch genauere Prostatakrebs-Diagnostik

    Die Bildfusion entsteht durch elektronisches Verschmelzen von vorgängig aufgenommenen MRI-Bildern mit den Live-Bildern im Ultraschall. Die Urologen spüren verdächtige Areale punktgenau auf. Hier entnehmen sie unter einer kurzen Narkose oder Spinalanästhesie die benötigen Gewebeproben durch die Damm-Haut. Davon profitiert die Karzinom-Diagnostik und -Behandlung sehr

Steinbehandlungen

Für die Zerkleinerung und Entfernung von Nierensteinen stehen unseren Fachärzten verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Arzt und Patient entscheiden gemeinsam, nachdem sie die Steingrösse definiert und den Ort der Steine lokalisiert haben.

  • Methoden zur Nierenstein-Behandlung
    • Medikamentöse Steintherapie (in speziellen Fällen)
    • Stosswellentherapie von aussen (ESWL)
    • Endoskopische Steinentfernung (Ureterorenoskopie)
    • Minimalinvasive perkutane Nierensteinentfernung (Mini-PNL)
    • Minimalinvasive roboterassistierte oder offenchirurgische Steinentfernung (bei sehr grossen Steinen)
    • Bei wiederkehrenden Steinleiden metabolische Abklärung mit unserer Nephrologie