Nierensteine / Harnsteine

Nierensteine / Harnsteine

Über fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung sind im Lauf ihres Lebens von Nieren- oder Harnsteinen betroffen. Die Tendenz ist weltweit und auch in der Schweiz steigend. Wer einmal einen Nierenstein gebildet hat, wird mit einer beinahe 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit erneut daran erkranken. Am KSW betreuen wir Sie umfassend und interdisziplinär. Urologie, Nephrologie und Ernährungsberatung arbeiten Hand in Hand und sorgen so mit menschlicher und fachlicher Kompetenz dafür, dass Sie optimal behandelt werden.


Wie entstehen Nieren- und Harnsteine?

Harnsteine bilden sich in der Niere und verlassen den Körper normalerweise mit dem Urin. Sie entstehen, wenn Mineralien oder Säuresalze sich im Urin zu Kristallen verbinden. Wenn sie grösser werden, kann es sein, dass sie im Harnleiter stecken bleiben und den Urinabfluss behindern. Manchmal werden sie auch in der Niere so gross, dass sie sie nicht mehr verlassen können. In beiden Fällen kann eine operative Behandlung nötig werden.


Ursachen

Wir kennen einige Erkrankungen, genetische Dispositionen oder Zustände nach bestimmten Darmoperationen, die mit einem erhöhten Risiko der Nierensteinbildung einhergehen. In der Mehrzahl der Fälle sind die Ursachen für die Bildung von Harnsteinen aber nicht eindeutig eruierbar. Weil die Ernährung und die Flüssigkeitsaufnahme einen grossen Einfluss darauf haben, ob sich Nierensteine bilden, beraten wir Sie nach einer Nierensteinepisode diesbezüglich.


Häufigkeit

Nierensteine treten bei über fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung auf. Generell sind Männer 1,3- bis 3-mal häufiger betroffen als Frauen, wobei sich bei ihnen die Nierensteine in etwa 19 % der Fälle zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr bilden. Bei Frauen ist die Häufigkeit des Auftretens von Nierensteinen ab dem 40. Lebensjahr konstant (7 bis 9 Prozent).


Symptome und Beschwerden

Wenn Nierensteine im Harnleiter stecken bleiben, kann sich der Urin bis in die Nieren zurückstauen. Das verursacht stärkste, in Wellen auftretende Schmerzen, die in die Flanke, die Leiste und das äussere Genitale ausstrahlen. Solche Schmerzattacken – man spricht auch von Nierenkoliken – können von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Weiter kann es zu Schmerzen beim Wasserlösen oder zu Blut im Urin kommen. Fieber ist ein weiteres Alarmzeichen, bei dessen Auftreten Sie unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Manchmal sind die Schmerzen aber auch sehr unspezifisch.


Abklärungen und Diagnose

Neben einer Befragung und gegebenenfalls einer Blutentnahme kommen bildgebende Verfahren zur Lokalisation des Steins zum Einsatz. Mittels Ultraschalluntersuchung können die ableitenden Harnwege und ein allfälliges Abflusshindernis beurteilt werden. Im weiteren Verlauf muss der Harntrakt durchleuchtet werden. In den meisten Fällen wird dazu eine Computertomographie durchgeführt. Mit diesem Verfahren können die Lage und die Grösse des Steins definitiv bestimmt werden.


Behandlung

Bei kleineren Steinen lassen sich Operationen meist vermeiden. Die Aufnahme von mehr Flüssigkeit, Bewegung und krampflösende Medikamente bewirken, dass die Nierensteine spontan ausgeschieden werden.

Muss ein Steinleiden dennoch operativ behandelt werden, steht am KSW das vollständige operative Spektrum zur Verfügung. Die Wahl des Eingriffs hängt vom Gesundheitszustand sowie von der Beschaffenheit der Steine ab. Gemeinsam mit den Betroffenen wird geklärt, welche Methode in ihrer Situation die beste ist.

Zertrümmerung der Steine mit Stosswellen

Nieren- und Harnsteine können von aussen durch Stosswellen zertrümmert werden. Der Fachbegriff dafür lautet extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL). Kurzgepulste Schallwellen zerbrechen die Steine in kleinste Stückchen, die danach das Harnsystem mit dem Urin verlassen können. Dieses Verfahren kann bei allen Steinarten eingesetzt werden.

extrakorporalen Stosswellenlithotripsie (ESWL)

Bei der extrakorporalen Stosswellenlithotripsie (ESWL) werden Steine durch kurzgepulste Schallwellen in kleinste Stückchen zerbrochen, die danach über den Urin ausgeschieden werden.

Innere Harnleiter- und Nierenspiegelung

Harnsteine können während einer Spiegelung der inneren Harnleiter und der Nieren entfernt werden. Diese Behandlung wird als Ureterorenoskopie (URS) bezeichnet. Bei Bedarf werden die Steine mit einer Lasersonde zerkleinert, die über den Harnleiter eingeführt wird. Danach werden die Steine mit Hilfe kleiner, biegsamer Instrumente entlang der natürlichen Wege aus dem Harnleiter oder der Niere entfernt. Dieses Verfahren birgt nur ein geringes Risiko für Komplikationen und wird daher häufig eingesetzt.

Ureterorenoskopie (URS)

Steine können während einer Spiegelung der inneren Harnleiter und der Nieren, der sogenannten Ureterorenoskopie (URS), entfernt werden.

Perkutane Nierensteinbehandlung

Bei grossen Steinen wird die perkutane Nierensteinbehandlung (Nephrolitholapaxie, PNL) eingesetzt. Unter Ultraschall wird zuerst die Niere punktiert, danach wird durch einen kleinen Schnitt in der Flanke ein Nephroskop in die Niere eingeführt. Mit Hilfe dieses Geräts werden die Nierensteine zerkleinert und anschliessend entfernt. Der Eingriff wird unter Lokal- oder Vollnarkose durchgeführt.

Nephrolitholapaxie, PNL

Bei grossen Steinen wird die perkutane Nierensteinbehandlung (Nephrolitholapaxie, PNL) eingesetzt.


Kontrolle/Nachsorge

Nach einer Nierensteinepisode erfolgt eine allgemeine Beratung zur Vermeidung von weiteren Ereignissen. Bei hohem Wiederholungsrisiko, speziellen Nierensteinzusammensetzungen oder Hinweisen auf Stoffwechselerkrankungen werden die Spezialistinnen und Spezialisten der Nephrologie Sie eingehend abklären und ausführlich beraten.

Werden Nierensteine als Zufallsbefund entdeckt, ist je nach Grösse nicht sofort eine Therapie notwendig. Wir empfehlen aber eine regelmässige Kontrolle der Steine mittels Ultraschalluntersuchung. So wird ein Grössenwachstum oder eine Vermehrung der Steine frühzeitig entdeckt, und kompliziertere, risikoreichere Eingriffe lassen sich vermeiden.

Dank bewusster Ernährung weniger Steinleiden

Die Ernährung und die Flüssigkeitszufuhr können einen Einfluss auf die Entstehung von Steinen haben. Die Ernährungsberatung am KSW berät Sie individuell und zeigt Ihnen, wie Sie durch bewusste Ernährung der Entstehung von Nierensteinen vorbeugen können. Zudem werden Sie über allfällige Risikofaktoren informiert.