Brustzentrum

Behandlung von Brustkrebs

Die moderne Tumorbehandlung zeichnet sich durch das Zusammenspiel von Spezialistinnen und Spezialisten aus unterschiedlichen Fachgebieten aus. Die Fachleute treffen sich am Tumorboard des Brustzentrums Winterthur und stellen einen individuell zugeschnittenen Therapieplan zusammen.

Bei der Behandlung von Brustkrebs werden in der Regel drei Methoden einzeln oder in Kombination eingesetzt: Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapie.

Die Betreuung in unserem Zentrum beinhaltet nicht nur die rein medizinische Versorgung, sondern auch eine umfassende Beratung und Betreuung der Patientinnen und ihrer Angehörigen über medizinische Fragestellungen hinaus.

Die Breast Care Nurse ist eine speziell ausgebildete Pflegefachperson, die Patientinnen mit Brustkrebs begleitet.

Daher sind Ernährungstherapeutinnen, Breast Care Nurses, Physiotherapeutinnen, Psychoonkologen, Seelsorger und Sozialberater ein wichtiger Bestandteil unseres Behandlungsteams. Das Begegnungs- und Informationszentrum Turmhaus liegt ausserdem nur wenige Schritte vom Hauptgebäude des KSW entfernt.


Operation

Patientinnen mit Brustkrebs werden in der Regel operiert. Ist der Tumor im Verhältnis zur Brustgrösse klein, kann die Brust erhalten werden. In bestimmten Situationen empfehlen Fachleute hingegen die vollständige Entfernung der Brust (Mastektomie).

Brusterhaltende Operation

Bei der brusterhaltenden Operation entfernen wir nur den Tumor mit einem Sicherheitsabstand. Die Brust bleibt weitgehend und in einem guten kosmetischen Zustand erhalten. Diese Operation ist bei den meisten Patientinnen möglich. Eine 5- bis 6-wöchige Nachbestrahlung ist ein obligater Teil einer brusterhaltenden Behandlung, um Rückfälle in der erhaltenen Brust zu vermeiden.

Ist der Tumor im Verhältnis zur Brustgrösse klein, kann die Brust erhalten werden. In bestimmten Situationen empfehlen Fachleute hingegen die vollständige Entfernung.

Lymphknoten-Operation

Bei allen Patientinnen muss abgeklärt werden, ob bereits Metastasen in den Achsellymphknoten vorliegen. Wenn die Lymphknoten in der klinischen und der sonographischen Untersuchung unauffällig erscheinen, wird dazu bei der Operation lediglich der sogenannte Wächter-Lymphknoten (Sentinel) zur Gewebeuntersuchung entfernt.

Wenn sich in der klinischen oder der sonographischen Untersuchung jedoch der Verdacht auf einen Befall der Lymphknoten ergibt, wird unter örtlicher Betäubung eine Stanzbiopsie oder eine Feinnadelpunktion vorgenommen, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen. Wird er bestätigt, ist in der Regel eine operative Entfernung der unteren zwei Drittel der Achsellymphknoten notwendig.

Bei den meisten Patientinnen mit Brustkrebs muss eine Operation durchgeführt werden.

Mastektomie: Operation mit Entfernung der Brust

Die operative Brustentfernung wird vor allem in folgenden Fällen empfohlen:

  • Der Tumor ist im Verhältnis zur Brust sehr gross oder grenzt an die Brustwarze
  • In der Brust liegen mehrere Krebsherde vor
  • Der Tumor konnte bei einer oder mehreren vorangegangenen Operationen nicht vollständig entfernt werden
  • Mit einer brusterhaltenden Operation kann kein befriedigendes ästhetisches Resultat erreicht werden
  • Eine Strahlentherapie nach der Operation ist nicht möglich oder wird von der Patientin abgelehnt

Brustaufbau (plastisch-rekonstruktive Operation)

Die Spezialistinnen und Spezialisten der plastischen Chirurgie können eine Brust durch einen Brustwiederaufbau aus eigenem Körpergewebe oder mit Implantaten rekonstruieren. Zeitlich kann das gleichzeitig mit der Brustentfernung oder zu einem späteren Zeitpunkt geschehen. Auch eine Brustwarze lässt sich rekonstruieren.

1 Brust mit Tumor 2 Entnahme des Tumors samt Brustgewebe 3 Angleichung der Gegenseite 4 Brust nach onkoplastischer Behandlung

Ein plastischer Eingriff empfiehlt sich bei Brustentfernung (Mastektomie) oder einem Grössen- bzw. Formunterschied nach einer brusterhaltenden Operation.


Strahlentherapie

Einer brusterhaltenden Operation schliesst sich in der Regel eine Bestrahlung des Drüsenkörpers an, um das Risikos eines örtlichen Rückfalls zu reduzieren. Dabei leiten Röntgenstrahlen bei allfällig verbliebenen Tumorzellen den frühzeitigen Zelltod ein, während gesunde Zellen die Strahlung besser tolerieren.

Durch eine Strahlentherapie wird das Risiko eines örtlichen Rückfalls nach einer Operation verringert.

Zum Schutz des gesunden Gewebes wird die Bestrahlungsdosis in kleine Portionen aufgeteilt. Deshalb dauert die Bestrahlung, je nach lokaler Ausdehnung des Tumors, zwischen drei und sechs Wochen. Bei grösseren Risiken (sehr grosser Tumor, hohe Zahl befallener Lymphknoten oder aggressive Tumorbiologie) kann auch nach einer Mastektomie eine Bestrahlung notwendig sein.


Medikamentöse Therapie

Bei den meisten Brustkrebspatientinnen erfolgt nach der Operation eine medikamentöse Nachbehandlung zur Reduktion des Risikos einer Metastasenbildung.

Je nach Tumorstadium, biologischen Eigenschaften des Tumors (z. B. Hormonrezeptoren, Her2-Rezeptoren) sowie Alter und Begleiterkrankungen der Patientin besteht sie in einer Chemotherapie, Antihormontherapie, Antikörpertherapie oder in einer Kombination dieser Therapieformen.

Bei den meisten Brustkrebspatientinnen erfolgt nach der Operation eine medikamentöse Nachbehandlung.

Der behandelnde Onkologe bespricht mit jeder Patientin individuell, welche Therapien bei ihr sinnvoll sind. Sie erfolgen meistens ambulant, es werden sowohl Infusionen als auch Tabletten eingesetzt.