Brustzentrum

Therapie

Hier erhalten Patientinnen mit Brustkrebs und ihre Angehörigen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Behandlungsverfahren sowie Links zu tiefergehenden Informationen.

Operation

Folgende Operationen kommen bei Frauen, die von Brustkrebs betroffenen sind zur Anwendung:

  • Brusterhaltende Operationen

    Bei dieser Operation entfernen wir nur den Tumor mit einem Sicherheitsabstand. Die Brust bleibt weitgehend und in einem guten kosmetischen Zustand erhalten. Diese Operation ist für die meisten unserer Patientinnen möglich. Eine 5- bis 6-wöchige Nachbestrahlung ist ein obligater Teil einer brusterhaltenden Behandlung, um Rückfälle in der erhaltenen Brust zu vermeiden.

  • Lymphknoten-Operationen

    Wenn Krebszellen in Lymphknoten in der Achselhöhle gelangt sind, weist dies auf eine erhöhte Gefahr für Fernmetastasen-Bildung hin. Um festzustellen, ob die Lymphknoten der Achseln von Krebszellen befallen sind, gibt es zwei Verfahren:

    • Bei der Biopsie der Wächter- oder Sentinel-Lymphknoten entnehmen wir gezielt markierte Diese Biopsie nehmen wir während der brusterhaltenden Operation vor.

    Bei der Achsellymphknoten-Entfernung (Axilladissektion) entnehmen wir die Lymphknoten der Achsel zusammen mit dem Fettgewebepolster operativ. Die Hinweise aus dem Untersuch der entnommenen Lymphknoten sind für die weitere Therapie wichtig.

  • Operation mit Entfernung der Brust (Mastektomie)

    Die operative Brustentfernung erfolgt in folgenden Fällen:

    • Ungünstiges Verhältnis von Brustdrüse und Tumor
    • Es gibt mehrere Krebsherde in der Brust
    • Besonderen Formen von Brustkrebs, z. B. mit begleitender Haut-Entzündung («Inflammatorisches Karzinom»)
    • Die Patientin wünscht keine Strahlentherapie, die für eine brusterhaltende Operation aber nötig wäre
    • Die Patientin wünscht die Brustentfernung

Brustaufbau (plastisch-rekonstruktive Chirurgie)

Die Spezialisten der plastischen Chirurgie können eine Brust aus eigenem Körpergewebe oder mit Implantaten wiederaufbauen. Zeitlich kann dies gleichzeitig mit der Brustentfernung oder zu einem späteren Zeitpunkt geschehen. Auch eine Brustwarze lässt sich rekonstruieren.
Ein plastischer Eingriff empfiehlt sich bei:

  • Brustentfernung (Mastektomie)
  • Grössen- bzw. Formunterschied nach einer brusterhaltenden Operation

Für mehr Informationen: Broschüre Brusterhalt und Brustwiederaufbau (PDF)

Behandlung mit Chemotherapie

Die Chemotherapie-Medikamente töten die sich schnell teilenden Krebszellen ab. Diese Medikamente werden meist als Infusion verabreicht oder vereinzelt auch als Tabletten eingenommen.

Die Dosierung der Medikamente wird für jede Patientin individuell nach Grösse und Gewicht festgelegt. Moderne Begleit-Medikamente helfen dabei, den Nebenwirkungen vorzubeugen oder diese zu verringern. Insbesondere ist es heute möglich, dass die meisten Patientinnen kaum oder sogar gar keine Übelkeit von der Chemotherapie erdulden müssen.

  • Häufige Nebenwirkungen während der Chemotherapie

    Leider können nicht alle Nebenwirkungen verhindert werden. Gerechnet werden muss mit:

    • Vorübergehendem Haarverlust; wenige Wochen nach der letzten Therapie wachsen die Haare neu.
    • Abwehrzellen-Verminderung im Blut mit erhöhter Infektions-Gefahr; die wöchentliche Kontrolle über ein Blutbild gibt Sicherheit, gelegentlich werden Medikamente zur Steigerung der Abwehrzellen verabreicht.
  • Drei Arten der Chemotherapie

    Die Brustkrebsspezialisten haben folgende 3 Möglichkeiten, die Behandlung von Brustkrebs mit Chemotherapie zu ergänzen.

    Neoadjuvante Chemotherapie

    Ist ein Tumor gross oder besteht eine entzündliche Schwellung der Brust («inflammatorischer» Brustkrebs), setzen wir die Chemotherapie vor der Operation ein (neoadjuvante Chemotherapie), um die Operation zu vereinfachen oder sogar eine Brusterhaltung zu ermöglichen.

    Adjuvante Chemotherapie

    Am häufigsten wenden wir die adjuvante Chemotherapie an. Durch sie werden einzelne Tumorzellen oder Mikro-Metastasen abgetötet, die sich nach einer Operation möglicherweise noch im Körper befinden. Diese Therapie dauert 3 bis 6 Monate und hat zum Ziel, eine Metastasen-Bildung zu verhindern.

    Palliative Chemotherapie

    Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, kann eine palliative Chemotherapie tumorbedingte Beschwerden vermindern und dadurch die Lebensqualität erhalten oder sogar verbessern.

Anti-hormonelle Behandlung (endokrine Therapie)

Mit der endokrinen Therapie können wir hormonabhängige Brustkrebsformen (ca. 80% aller Erkrankungen sind Oestrogen-Rezeptor positiv) beeinflussen. Hormonabhängig bedeutet hier, dass die Tumorzellen durch das weibliche Geschlechtshormon Oestrogen zur Zellteilung angeregt werden. Blockieren wir die entsprechenden Rezeptoren in den Tumorzellen oder reduzieren wir die Geschlechtshormonproduktion, wird dadurch auch das Wachstum der Tumorzellen gehemmt.

Die endokrine Therapie wird in der Regel als Tablette täglich eingenommen oder seltener mit einer Spritze in monatlichen Abständen verabreicht. Diese Therapien werden in der Regel über mehrere Jahre durchgeführt.

  • Nebenwirkungen der endokrinen Therapie

    Ungefähr ein Drittel der Patientinnen spürt Nebenwirkungen von der endokrinen Therapie. Diese sind zwar nicht gefährlich, können aber in ihrer Summe belastend sein. Zur Verbesserung dieser Beschwerden gibt es medikamentöse und nicht-medikamentöse Massnahmen.

    Ähnlich wie in der Menopause können folgende Symptome auftreten:

    • Hitzewallungen
    • Knochen-, Muskel- oder Gelenkschmerzen
    • Trockene Schleimhaut
    • Stimmungsschwankungen

     

    Medikamentöse Tumortherapie

  • Behandlung mit Immuntherapie (Antikörper-Therapie)

    Eine Immuntherapie kann bei ungefähr 20% der Patientinnen zusätzlich unterstützen. Bei diesen Patientinnen haben die Brustkrebszellen zu viele Kopien des HER2-Wachstumsgens. Das Medikament Herceptin® (ein Antikörper) blockiert das Wachstum dieser Zellen, sodass sie absterben. Diese Therapie ist in der Regel ohne spürbare Nebenwirkungen. Oft wird die Immun-Therapie bereits während der Chemotherapie begonnen und für insgesamt ein Jahr weitergeführt.

    Medikamentöse Tumortherapie

  • Bestrahlung (Radiotherapie)

    Die Radiotherapie lässt kleinste, nicht erkennbare Tumore absterben. Sie ist bei brusterhaltenden Therapieformen immer ein Teil der Behandlung.
    Nach einer Brustentfernung wird sie seltener angewendet, wenn ein erhebliches Risiko besteht, dass noch Tumorzellen im Körper verblieben sind. Die Ärzte betreuen und beurteilen die Patientinnen in wöchentlichen Visiten. Wenn es zu Hautreaktionen kommt, sind unsere Pflegefachpersonen speziell darauf geschult.
    Die Radio-Onkologie des KSW ist hochmodern eingerichtet und engagiert sich sowohl an den Tumorboards als auch im Verein Senosuisse.

    Die Strahlentherapie

  • Behandlungsablauf

    Eine Bestrahlungsbehandlung beginnt 4 bis 6 Wochen nach der Operation oder 2 bis 4 Wochen nach der Chemotherapie. Über 4 bis 6 Wochen werden die Körperstellen täglich für wenige Minuten bestrahlt. Die Behandlung erfolgt ambulant. Ab der dritten Woche kann es zu folgenden ungefährlichen Nebenwirkungen kommen:

    • Hautrötungen
    • Leichte Schwellung
    • Vermehrte Müdigkeit