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Hornhauttransplantation / Keratoplastik

Die Hornhauttransplantation, auch Keratoplastik genannt, ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein geschädigter oder erkrankter Teil der Hornhaut des Auges durch gesundes Gewebe eines Spenders ersetzt wird.

Diese Operation wird angewendet, um Sehstörungen zu korrigieren, die durch Hornhauterkrankungen wie Fuchs’sche Endotheldystrophie, Keratokonus, Hornhauttrübungen oder Verletzungen verursacht wurden. Ziel ist es, die Sehkraft zu verbessern oder das Auge vor weiteren Schädigungen zu schützen.

Ablauf der Operation

Der Ablauf einer Hornhauttransplantation variiert je nach der zugrundeliegenden Erkrankung und der verwendeten Technik. Die Operation wird in den meisten Fällen in einer Vollnarkose als stationärer Eingriff durchgeführt. Im Allgemeinen wird der beschädigte Hornhautbereich entfernt und durch ein klares, gespendetes Hornhautgewebe ersetzt. Der Eingriff dauert typischerweise zwischen einer und zwei Stunden. Fortschritte in der Chirurgie, wie die lamellierende Keratoplastik, bei der nur bestimmte Schichten der Hornhaut ersetzt werden, haben zu verbesserten Ergebnissen und kürzeren Erholungszeiten geführt.

Bei einer Hornhauttransplantation wird geschädigtes oder erkranktes Gewebe der Hornhaut des Auges durch gesundes Gewebe eines Spenders ersetzt.


Perforierende Keratoplastik (PKP)

Die älteste und damit am häufigsten durchgeführte Operation ist eine Transplantation der gesamten Hornhaut. Diesen Eingriff bezeichnen wir als perforierende Keratoplastik (PKP). Hier wird die erkrankte Hornhaut vollständig, am Stück, entfernt. Anschliessend wird die Spenderhornhaut mit mehreren Nähten in das Auge eingenäht. Dieser Eingriff wird bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Hornhaut durch Krankheiten wie der Keratokonus, Verletzungen oder Infektionen stark geschädigt ist. Die Erfolgsrate ist bei einem solchen Eingriff sehr hoch, jedoch muss mit einer langen Heilungsphase über ein bis zwei Jahre gerechnet werden. Die Gefahr einer Abstossung ist im Allgemeinen sehr gering und wird durch die lebenslange Applikation von Cortison Augentropfen nochmals verringert.


Lamellierende Keratoplastik (DALK)

Die tiefe anteriore lamellierende Keratoplastik (DALK), ist ein spezialisierter augenchirurgischer Eingriff, bei dem nur die vorderen Schichten der Hornhaut ersetzt werden. Diese Technik wird angewendet, wenn die Erkrankung oder Verletzung der Hornhaut hauptsächlich die vorderen Schichten betrifft. Im Gegensatz zur perforierenden Keratoplastik, bei der die gesamte Hornhautdicke ersetzt wird, ermöglicht die DALK-Technik ein zielgerichtetes Vorgehen mit potenziell geringeren Risiken.

Während der Operation entfernt die Chirurgin / der Chirurg die erkrankten vorderen Hornhautschichten und ersetzt sie durch gesundes Spendergewebe, das von einem verstorbenen Spender stammt. Das Spendergewebe wird dann sorgfältig in das Empfängerauge eingenäht. Diese Methode kann das Risiko einer Abstossungsreaktion reduzieren, da die hinteren Hornhautschichten, die mehr Immunzellen enthalten, unberührt bleiben. Die DALK bietet eine verbesserte Erholungszeit und reduzierte Komplikationsraten im Vergleich zur vollständigen Hornhauttransplantation. Dieser Eingriff kann besonders für Patientinnen und Patienten vorteilhaft sein, die unter Krankheiten wie Keratokonus leiden, bei denen die Struktur der Hornhaut verändert ist.


Lamellierende Endotheltransplantation (DSAEK, DMEK)

Bei den Hornhauttransplantationformen DSAEK und DMEK werden nur die betroffenen, hinteren Schichten der Hornhaut ersetzt. Bei der Hornhauterkrankung Fuchs’schen Endotheldystrophie sind die hinteren Schichten, die „Descemetmembran“ und das „Endothel“, beschädigt oder erkrankt (Fuchs’sche Endotheldystrophie). Das kann zu einer Trübung oder Schwellung der Hornhaut führen, die das Sehen beeinträchtigt.

Bei der lamellierenden Endotheltransplantation wird zuerst die erkrankte Descemetmembran und das Endothel entfernt. Dann wird ein dünnes Transplantat aus einer Spenderhornhaut eingesetzt, das eine gesunde Descemetmembran und ein gesundes Endothel enthält. Das Transplantat wird mit einem kleinen Schnitt ins Auge gebracht und mit einer Luftblase an der Hornhaut befestigt. Es werden keine Nähte benötigt. Dies ermöglicht im Vergleich zu einer kompletten Transplantation einen schnelleren Heilungsverlauf und eine rasche Rehabilitation. Häufig kann durch einen solchen Eingriff die Sehleistung wieder merklich verbessert werden.


Gefahren / Risiken

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es auch bei der Hornhauttransplantation Risiken. Dazu zählen Infektionen, Abstossungsreaktionen, Probleme mit der Nahtstelle, erhöhter Augeninnendruck und in seltenen Fällen eine Verschlechterung der Sehkraft. Die Abstossungsreaktion ist eine besondere Herausforderung, da das Immunsystem des Empfängers das Spendergewebe als fremd erkennen und angreifen kann. Um dies zu verhindern, werden Patientinnen und Patienten oft immunsuppressive Augentropfen (Cortisonhaltige Augentropfen) verschrieben.


Nachsorge

Die Nachsorge nach einer Hornhauttransplantation ist entscheidend für den Erfolg der Operation. Dies umfasst regelmässige Nachuntersuchungen beim Augenarzt / der Augenärztin, die Applikation von verschriebenen Medikamenten zur Verhinderung von Infektionen und Abstossungsreaktionen, sowie das Tragen eines Augenschutzes in den ersten Wochen nach der Operation. Patientinnen und Patienten sollten sich vor direktem Sonnenlicht schützen und körperliche Anstrengungen vermeiden. Die vollständige Heilung und Stabilisierung der Sehkraft kann mehrere Monate dauern.


Kosten

Der Eingriff wird von der Grundversicherung der Krankenkassen übernommen.


Häufige Fragen

Wie lange hält eine transplantierte Hornhaut?

Eine transplantierte Hornhaut kann viele Jahre, oft sogar Jahrzehnte halten. Die Langzeitprognose hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Ursache der ursprünglichen Erkrankung, die Art der Transplantation und die allgemeine Gesundheit des Auges. Regelmässige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um die Gesundheit der transplantierten Hornhaut zu überwachen.

Kann ich nach einer Hornhauttransplantation wieder normal sehen?

Viele Patienten erleben eine deutliche Verbesserung ihrer Sehkraft nach einer Hornhauttransplantation, aber die Ergebnisse können variieren. Die endgültige Sehqualität hängt von mehreren Faktoren ab, einschliesslich des Zustands des Auges vor der Operation und der Art der durchgeführten Transplantation. In den meisten Fällen sind zusätzliche Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen erforderlich.

Wie hoch ist das Risiko einer Abstossungsreaktion nach einer Hornhauttransplantation?

Das Risiko einer Abstossungsreaktion nach einer Hornhauttransplantation ist im Vergleich zu anderen Organtransplantationen relativ gering, da die Hornhaut keine Blutgefässe enthält und somit weniger immunogen ist. Zudem ist die Rate abhängig von der Transplantationstechnik. Es ist wichtig, Anzeichen einer möglichen Abstossung, wie Rötungen, Schmerzen oder Sehverschlechterungen, zu erkennen und sofort den Augenarzt aufzusuchen.

Wie lange dauert die Erholung nach einer Hornhauttransplantation?

Die meisten Patienten benötigen einige Wochen bis Monate, um sich vollständig zu erholen. Während dieser Zeit ist es wichtig, die Anweisungen des Arztes zur Nachsorge genau zu befolgen und regelmässige Nachuntersuchungen wahrzunehmen.

Darf ich nach einer Hornhauttransplantation Sport treiben?

Nach einer Hornhauttransplantation sollten Sie intensive körperliche Aktivitäten und Sportarten, die ein hohes Verletzungsrisiko für die Augen bergen, für eine gewisse Zeit vermeiden. Ihr Arzt wird Ihnen spezifische Empfehlungen geben, ab wann leichte bis moderate Aktivitäten wieder sicher sind. Es ist wichtig, den Heilungsprozess nicht durch zu frühe körperliche Anstrengung zu gefährden.


Behandlung durch Spezialistinnen und Spezialisten

Als Kompetenzzentrum für moderne und vernetzte Augenheilkunde ist es unsere Aufgabe, Patientinnen und Patienten mit Augenproblemen zu beraten und zu behandeln. Die Zuweisung erfolgt durch Ihre Augenärztin / Ihren Augenarzt oder Ihre Optikerin / Ihren Optiker.

Kontakt / Anmeldung

Unser Team ist telefonisch und per E-Mail für Sie erreichbar. Hier finden Sie die Kontaktinformationen unserer Augenklinik.
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Ihr Fachspezialist

Portrait von Dr. med. Philipp Baenniger

Dr. med. Philipp Bänninger

Chefarzt und Klinikleiter Augenklinik
Leiter für Hornhaut-, Katarakt- und Refraktive Chirurgie

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