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Rheumatologie

Wenn die Knochen porös und brüchig werden

Wer an Osteoporose erkrankt, läuft Gefahr, bereits bei kleinen Belastungen einen Knochenbruch zu erleiden. Durch Medikamente lässt sich das Risiko einer Fraktur reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung helfen, einer Erkrankung vorzubeugen.

Elastisch und gleichzeitig sehr fest: Knochen vereinen ganz unterschiedliche Eigenschaften. Dadurch können sie grossen Belastungen standhalten. Diese Höchstleistungen erbringt das Knochengewebe aber nur, wenn es sich laufend erneuern kann. Jedes Jahr werden rund 10 Prozent des Knochens umgebaut. Damit dies gelingt, ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, Eiweiss, Vitamin C und D nötig. Und es braucht Bewegung: Nur unter Belastung wird der menschliche Körper angeregt, neue Knochensubstanz zu bilden.

51 % der Frauen, die heute 50-jährig sind, erleiden im Lauf ihres weiteren Lebens einen Knochenbruch aufgrund von Osteoporose.

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Osteoporose lässt sich durch eine Knochendichtemessung zuverlässig feststellen. Eine individuell abgestimmte Therapie reduziert das Risiko einer Fraktur.

Höheres Risiko im Alter

Im Alter verlangsamt sich die Regeneration der Knochen. Ein Mangel an Hormonen bremst den Prozess zusätzlich, vor allem bei Frauen in der Menopause. Aber auch bei Männern sinkt der Hormonspiegel mit zunehmendem Alter. Die ungenügende Erneuerung des Knochens führt schliesslich zu Osteoporose. Einseitige Ernährung, Alkohol, Nikotin und Mangel an Bewegung verstärken den Knochenabbau zusätzlich. Weitere Risikofaktoren stellen Medikamente dar, allen voran das Kortison.

Bei dieser chronischen Erkrankung nimmt die Knochendichte ab, und die Knochenarchitektur wird gestört. Die Folge: Die Knochen werden porös und brüchig. «Auch ohne grössere Krafteinwirkung kann es dann zu Frakturen kommen», sagt Dr. med. Lukas Wildi, seit November 2017 Chefarzt Rheumatologie am KSW.

Diese Abteilung behandelt neben der Osteoporose ein breites Spektrum an Erkrankungen des Bewegungsapparates und der inneren Organe. Rheumatische Erkrankungen werden durch Autoimmunreaktionen, Abnutzung, Überlastung und Stoffwechselstörungen verursacht und äussern sich meistens in Schmerzen an Muskulatur und Skelett.

Osteoporose wird oft nicht erkannt und nicht behandelt

Gerade die Osteoporose verläuft schleichend und lange Zeit ohne Schmerzen. «Osteoporose wird deshalb häufig nicht rechtzeitig diagnostiziert», sagt Dr. Wildi. Vielfach wird die Krankheit erst dann erkannt, wenn die Folgen deutlich werden: Wenn ein Knochen bricht.

Typischerweise treten solche Knochenbrüche an der Wirbelsäule, am Schenkelhals oder am Vorderarm auf, doch eine Fraktur ist überall am Skelett möglich. In der Schweiz muss jede zweite Frau ab 50 Jahren damit rechnen, im Lauf ihres weiteren Lebens aufgrund von Osteoporose eine Knochenfraktur zu erleiden; bei Männern liegt der Anteil bei 20 Prozent. 17 Prozent aller akuten Spitaleintritte sind auf eine Fraktur wegen Osteoporose zurückzuführen.

Osteoporose lässt sich am zuverlässigsten durch eine Knochendichtemessung feststellen, wie sie auch am KSW vorgenommen wird. Durch Medikamente und körperliche Bewegung kann die Knochenstruktur stabilisiert werden. Rückgängig machen lässt sich der Verlust an Knochensubstanz hingegen kaum. «Das Beste ist deshalb, wenn es gar nicht so weit kommt», betont Dr. Wildi.

«Die Behandlung von Osteoporose verlangt deshalb von Ärzten viel Know-how und von den Patientinnen und Patienten viel Disziplin.»

An Medikamenten werden häufig sogenannte Bisphosphonate eingesetzt. Es gibt aber noch eine Reihe weiterer Präparate, die vom Spezialisten verwendet werden können. «Damit die gewünschte Wirkung erzielt wird, müssen die Medikamente über eine lange Zeit und regelmässig eingenommen oder verabreicht werden. Wird die Therapie nicht konsequent durchgeführt, bleibt der vor Frakturen schützende Effekt aus. Gewisse Substanzen können bei unsachgemässem Einsatz das Frakturrisiko sogar erhöhen», sagt Dr. Wildi.

«Die Behandlung von Osteoporose verlangt deshalb von Ärzten viel Know-how und von den Patientinnen und Patienten viel Disziplin. Richtig eingesetzt sind die Medikamente zur Standardtherapie der Osteoporose aber sehr gut verträglich und wirksam.» Kommt es unter einer solchen stabilisierenden Therapie dennoch zu Knochenbrüchen, werden von der Krankenkasse die Kosten für die bislang einzige knochenaufbauende Therapie übernommen, die sehr aufwendig ist und teuer.

Osteofit – gezielte Physiotherapie

Die Therapie wird gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten festgelegt. Dazu gehört neben den Medikamenten auch gezielte körperliche Aktivität, die mindestens ebenso wichtig ist. Die Klinik für Physiotherapie am KSW hat ein spezifisches Angebot für Osteoporose-Patienten: Beim ambulanten Programm Osteofit werden Muskelkraft, Koordination und Beweglichkeit trainiert.

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Mit einem intensiven Trainingsprogramm werden die Leistungsfähigkeit und die Regeneration der Knochen verbessert.

Durch das dreimonatige Intensivtraining gelingt es den Patientinnen und Patienten, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, die Knochenregeneration zu fördern und das Sturzrisiko zu senken.

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