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Tief durchatmen

Asthma ist in der Schweiz weit verbreitet. Jedes 10. Kind und jeder 14. Erwachsene ist von der Atemwegserkrankung betroffen. Obwohl Asthma zu den chronischen Lungenkrankheiten gehört, kann unter der korrekten Therapie Spitzensport betrieben werden.

Was sind die Symptome einer Asthmaerkrankung?

Asthma äussert sich in der Regel durch akut eintretende Kurzatmigkeit oder nächtliche Atemnot. Bei einem Asthmaanfall sind ein Engegefühl in der Brust und ein Pfeifen beim Ausatmen typisch. Es gibt auch Asthmaformen, die sich nur durch Husten äussern. Gerade in der Winterzeit, wenn es kalt ist, leiden Asthmapatienten häufig an mehr Symptomen.

Inwiefern hängt Kälte mit Asthma zusammen?

Beim sogenannten Kälteasthma kommt es auf der Ebene der Bronchialschleimhaut zu Veränderungen, die zu einer Hyperempfindlichkeit der Schleimhaut führen. Gerade die Atmung durch den Mund, bei der die Luft nicht befeuchtet und nicht genügend aufgewärmt wird, kann durchaus Auslöser eines Asthmaanfalls sein.

Nur Husten oder doch Asthma: Welche Methoden gibt es für die Diagnose?

Die Diagnose von Asthma stützt sich auf verschiedene Faktoren. Wichtige Indizien werden oftmals bereits bei der Anamnese entdeckt. Bei Verdacht auf eine Asthmaerkrankung helfen die Prüfung der Lungenfunktion und eine sogenannte Bronchoprovokation (z.B. Methacholintest) sowie eine Messung des Stickoxids in der Atemluft. Auch ein Blutbild und eine Allergietestung stellen Bausteine einer Asthmadiagnose dar.

Was passiert bei einem Asthmaanfall im Körper?

Bei einem Asthmaanfall werden Entzündungsfaktoren ausgeschüttet, die zu einem Anschwellen der Bronchialschleimhaut und vermehrter Sekretproduktion führen. Zugleich zieht sich die Atemmuskulatur zusammen, was schliesslich zu einer Verengung der Atemwege führt. Als Folge kommt es zu Atemnot mit pfeifender Atmung und Husten.

Was kann zur Linderung der Symptome unternommen werden?

Beim allergischen Asthma ist die wichtigste Massnahme der Therapie die Allergenkarenz, also das Meiden des Allergieauslösers. Die entscheidende Therapie ist aber die Inhalation von Medikamenten, welche die Entzündung in den Atemwegen behandeln (inhalative Steroide), und vor allem im akuten Asthmaanfall Medikamente, die die Atemwege öffnen (Bronchodilatatoren). Seit der Ära der inhalativen Steroide als hochwirksame, lokale Entzündungshemmer ist Asthma heute in der Regel gut behandelbar, so dass Asthmapatienten in ihrer Lebensqualität nur marginal eingeschränkt sind.

Worin unterscheiden sich das allergische und das nichtallergische Asthma?

Bei beiden Formen steckt ein überempfindliches Immunsystem hinter den Beschwerden. Allergisches Asthma tritt vor allem bei Kindern auf und wird konkret durch eine Allergie ausgelöst, Beispiele sind eine Pollenallergie oder eine Katzen- beziehungsweise Hundehaarallergie. Das nichtallergische Asthma wird hingegen durch unspezifische Reize aus dem Umfeld des Betroffenen ausgelöst. Bei beiden Formen können Umweltreize wie die Schadstoffbelastung der Luft, ein viraler Infekt der Atemwege oder kalte Luft einen Asthmaanfall auslösen. Häufig tritt eine Mischform der beiden Typen auf.

Haben Asthmatiker eine Chance auf Heilung?

Vor einigen Jahren glaubte man, dass eine frühe Therapie im Kindesalter zur Heilung führen würde. Doch leider wurde dann festgestellt, dass dem im Allgemeinen nicht so ist und die Kinder nach Absetzen der inhalativen Steroide wieder an Asthmaanfällen litten. Es gibt jedoch Daten aus Schweden und Dänemark, die zeigen, dass rund 7% der Betroffenen Asthma langfristig verlieren können. Inwieweit dies auf die Schweizer Bevölkerung zutrifft, ist nicht klar. In der Regel gilt: einmal Asthma, immer Asthma.

Was ist wichtig bei der Behandlung von Asthma?

Neben einer Therapie wie dem Inhalieren ist das Selbstmanagement der Patienten essenziell. Die Betroffenen sollten sich der Symptome bewusst sein, eine gute Asthmaschulung durchlaufen haben und fähig sein, je nach Symptomen und vor allem bei Infekten der Atemwege die Therapie entsprechend zu intensivieren. Prinzipiell ist es wichtig, dass Asthmapatienten – wie auch alle anderen chronisch Lungenkranken – sich vor Infekten schützen. Ein effizientes Hilfsmittel dazu ist zum Beispiel die jährliche Grippeimpfung.

Gibt es eine Möglichkeit, einer Asthmaerkrankung vorzubeugen?

In der Tat wurde eine grosse internationale Studie durchgeführt, die gezeigt hat, dass Kinder, die in einer ländlichen Umgebung, und vor allem jene, die auf einem Bauernhof aufwachsen, weniger häufig an Asthma oder Allergien leiden. Neben Mikroben, die in dieser Umgebung vorkommen, kann auch das Streicheln von Katzen oder Kühen einen schützenden Effekt haben. Man geht davon aus, dass ein nicht mikrobieller Stoff (eine Sialinsäure), der nur bei diesen Tieren vorkommt, für den Effekt verantwortlich ist.

Wer ist besonders gefährdet, an Asthma zu erkranken?

Die Diagnose Asthma wird am häufigsten bei Kindern und Jugendlichen gestellt. Zwischen 20 und 40 Jahren kommt es zu einer Abflachung der Häufigkeit, im Alter nimmt sie dann stark ab. Typisch ist auch, dass Langläufer und Eishockeyspieler häufiger an Asthma leiden.

Apropos Sport: Stimmt es, dass Asthmatiker nicht Sport treiben sollten?

Das ist völliger Quatsch. Jeder Patient soll die ihm entsprechende Therapie empfohlen bekommen und so behandelt werden, dass er Sport treiben kann. Übrigens ist auch Dario Cologna Asthmatiker – und ein ausserordentlicher Sportler zugleich.

Pneumologie
Die Pneumologie ist auf die Abklärung und Behandlung von Lungenkrankheiten und Atemwegserkrankungen spezialisiert.
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