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Gesundheit

Schadstoffe im Körper

Die Nieren übernehmen in unserem Organsystem eine wichtige Aufgabe, denn sie filtern wasserlösliche Schadstoffe, die beim Zellstoffwechsel anfallen, aus dem Blut. Können die Nieren diese Aufgabe nicht mehr in ausreichendem Mass erfüllen, wird eine Dialysebehandlung überlebensnotwendig.

Was ist eine Dialyse?

Kurz gesagt stellt eine Dialysebehandlung ein Nierenersatzverfahren dar. Eine der Aufgaben der Nieren ist das Filtrieren von Stoffwechselprodukten und Stoffen, die wir über Luft, Nahrung etc. aufnehmen und über den Urin ausscheiden. Sind die Nieren geschädigt und erbringen nicht mehr genug oder gar keine Leistung mehr, sammeln sich diese Stoffe im Körper an. Wenn die Restfunktion der Nieren auf etwa zehn Prozent sinkt, wird eine Dialysebehandlung überlebenswichtig.

Wie kommt es zu Nierenschäden?

Etwa 75 Prozent der Dialysepatienten haben Nierenschäden, die durch hohen Blutdruck oder Blutzuckerkrankheit verursacht wurden, oft auch durch eine Kombination von beidem. Weitere Ursachen sind schicksalshafte Erkrankungen, vererbte Nierenerkrankungen, aber auch Medikamente, zum Beispiel bestimmte Schmerzmittel, wenn sie im Übermass eingenommen wurden, oder – eher selten – auch Suchtmittel wie Kokain. Ein ungesunder Lebensstil, schlechte Ernährungsgewohnheiten, ein Mangel an körperlicher Betätigung sowie Rauchen sind bei bestehenden Nierenschäden zusätzlich ungünstige Faktoren. Nierenerkrankungen entwickeln sich häufig schleichend über lange Zeiträume, oft über Jahre, und sind nicht spürbar. Symptome zeigen sich erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung – weshalb bei Vorliegen oben genannter Risikofaktoren eine regelmässige Kontrolle von Blut und Urin durch den Hausarzt empfehlenswert ist. So lassen sich Schäden und Funktionseinschränkungen sehr viel früher feststellen.

Wie funktioniert eine Dialyse?

Es gibt zwei Verfahren: Die häufiger angewandte Methode ist die Hämodialyse, umgangssprachlich auch Blutwäsche genannt. Dabei kommen Patienten dreimal pro Woche ins Spital und unterziehen sich der etwa vierstündigen Behandlung. Über einen Zugang zum Blutkreislauf wird das Blut erst durch einen Dialysefilter geführt, bevor es wieder in den Körper gelangt. Da sich die Schadstoffe nicht nur im Blut, sondern im ganzen Körper angesammelt haben und aus den Zellen ins Blut «nachfliessen» müssen, dauert es etwa vier Stunden, bis genügend dieser Stoffe eliminiert sind. Die zweite Methode, die von rund einem Fünftel aller Dialysepatienten in der Schweiz angewandt wird, ist die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse). Dabei wird über einen zuvor operativ in die Bauchhöhle eingelegten Katheter eine Dialyselösung in die Bauchhöhle eingebracht. Diese Lösung reichert sich mit den Schadstoffen an und wird danach aus dem Körper geführt, dann wird der Vorgang wiederholt. Die Peritonealdialyse wird von der Patientin bzw. dem Patienten selbst durchgeführt, zu Hause oder am Arbeitsplatz. In der Regel finden drei oder vier Wechsel täglich statt oder alternativ mit Hilfe einer Maschine während der Nacht.

Warum entscheiden sich nur 20% der Dialysepatienten für die Bauchfelldialyse?

Das hat verschiedene Gründe, die natürlich immer individuell sind und mit den Fachpersonen besprochen werden. Generell kann man aber sagen, dass die Eigenverantwortung bei der Bauchfelldialyse höher ist, da der Patient das Wechseln der Beutel selbst übernimmt und lediglich etwa einmal im Monat eine Fachperson sieht. Für die Bauchfelldialyse ist zudem einiges an Material nötig, das zu Hause, am Arbeitsplatz etc. gelagert werden muss. Viele Patienten mit einer Nierenerkrankung sind schon älter und mit weiteren Krankheiten konfrontiert, weshalb manchmal einfach die Kraft fehlt, um die Beutelwechsel selbst zu übernehmen. Bei der Blutwäsche werden die Patienten im Dialysezentrum von Fachpersonen behandelt und betreut.

Welche Methode ist schonender?

Generell lässt sich sagen, dass die Methode der Blutwäsche grössere Schadstoffschwankungen im Körper mit sich bringt: Zwischen den Behandlungen steigen die Schadstoffspiegel an, bis der Patient zur nächsten Hämodialysesitzung kommt. Während der Hämodialyse sinken die Konzentrationen der verschiedenen Schadstoffe. Bis zur nächsten Blutwäsche steigt der Schadstoffgehalt dann wieder an. Die Auswirkungen der Blutwäsche auf die Patienten sind ganz unterschiedlich: Manche steigen nach der Dialyse aufs Velo, andere müssen sich erst mal hinlegen. Die Bauchfelldialyse hingegen findet laufend statt. Dadurch können solche Schwankungen vermieden werden.

Gibt es Alternativen zur Dialyse?

Speziell bei jungen Menschen mit einer Nierenunterfunktion ist die Transplantation eine gute Alternative. Für eine Organtransplantation muss der Körper aber stark genug sein, weshalb viele ältere Menschen das Risiko eines solchen Eingriffs nicht in Kauf nehmen wollen oder können. Sonst gibt es keine Alternative, die lebenserhaltend ist – wer eine sehr schwache oder gar keine Nierenfunktion mehr hat, stirbt unweigerlich an der Vergiftung durch die Schadstoffe, wenn keine Dialyse vorgenommen wird.

Kann trotz Dialyse ein normales Leben geführt werden?

In der Regel können die Symptome einer Nierenfunktionseinschränkung mit der Dialyse gut behandelt werden – allfällige Beschwerden sind eher den Begleiterkrankungen zuzuschreiben. Das Ziel einer Dialysetherapie ist nicht nur die Behandlung der Krankheit, sondern auch das Erreichen einer guten Lebensqualität. Trotzdem ist die Dialysetherapie zeitaufwendig, gibt dem Leben dadurch einen neuen Rhythmus vor und ist ein ständiger Begleiter. Doch auch mit diesen Einschränkungen können bei entsprechender Vorbereitung Reisen unternommen werden, sportliche Betätigung ist durchaus möglich, und auch der Alltagstätigkeit (inklusive Arbeit) kann nachgegangen werden. Der Umgang mit und die Bewältigung dieser grossen Herausforderung sind so individuell, wie die Menschen verschieden sind.

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