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Psychologie

Kardiopsychologie am KSW

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen gehören in der Schweiz zu den häufigsten Ursachen gesundheitsbedingter Beeinträchtigungen. Beide treten häufig zusammen auf und bringen das Leben der Betroffenen aus dem Gleichgewicht. In der neuen Sprechstunde bietet ihnen Sina Rüdt Unterstützung im Umgang mit Ängsten und Fragen.

Ein Herzinfarkt tritt meist unerwartet auf und ist ein Schock. Aber auch andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Unsicherheit auslösen. «Die meisten Patientinnen und Patienten kommen notfallmässig zur Behandlung ins Spital. Danach sind sie zwar dankbar, aber oft mit der Situation überfordert», erzählt Sina. Die Kardiologie hat viele Fortschritte gemacht, so dass die Patientinnen und Patienten das Spital nach einem erfolgreichen Eingriff oft am gleichen Tag wieder verlassen können. «Was medizinisch eine grossartige Errungenschaft ist, irritiert manche Betroffenen, die noch ein veraltetes Bild von der Intervention am offenen Herzen haben», bemerkt Sina und ergänzt: «Die Kardiopsychologie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und psychischem Befinden. Wir zeigen den Betroffenen, was ihre Situation für ihr weiteres Leben bedeutet.»

Eine Umstellung des Lebensstils ist eine Herausforderung

Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, stehen oft mitten im Leben. Das unsichtbare, aber allgegenwärtige Leiden bedeutet für viele einen Kontrollverlust und löst ungekannte Ängste aus. Medikamente können helfen, aber es ist auch ein Umdenken nötig, wenn aus Bewegungsmuffeln plötzlich Sportbegeisterte werden oder Raucher die Zigarette aufgeben sollen – und das fällt nicht allen leicht. Psychische Begleitprobleme beeinflussen die Lebensqualität und führen über längere Zeit nicht selten zu Nebenwirkungen oder gar zu neuen Beschwerden. Personen, die unter chronischem Stress oder einer Depression leiden, sind anfälliger für Herzkrankheiten, und umgekehrt kann ein Herzleiden zu psychischen Problemen führen.

Unterstützung annehmen wollen

Obschon Herzleiden hierzulande weit verbreitet sind, ist das Fachgebiet noch deutlich untervertreten und in der Schweiz ohne Ausbildungsmöglichkeit. Die Kardiopsychologie unterstützt die Patientinnen und Patienten dabei, das Vertrauen in den eigenen Körper wiederzuerlangen, und motiviert sie zu Fortschritten, damit sie langfristig möglichst stabil bleiben. Oft entstehen in wenigen Gesprächen neue Perspektiven und mehr Verständnis, was die Betroffenen beruhigt. Die Hemmschwelle, psychologische Unterstützung anzunehmen, ist jedoch hoch. «Darum haben wir die Hürden niedrig gehalten und das Angebot als Teil der ganzheitlichen Versorgung im Spital direkt in die Kardiologie eingebunden», sagt Sina und erklärt: «Wir müssen die Patientinnen und Patienten jetzt an das Angebot heranführen.»

Sina Rüdt leitet neben der Kardiopsychologischen Sprechstunde am KSW auch den Konsiliardienst für das KSW in der IPW. Vor der Arbeit braucht sie ihre Portion Sport. So kommt das Herz auf Touren und sie fühlt sich den ganzen Tag gestärkt.

Sprechstunde für Kardiopsychologie

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