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Das kühle Blonde

Mit landesweit über 1'000 Brauereien und einem Pro-Kopf-Konsum von rund 55 Litern pro Jahr (Stand 2018) ist Bier in allen Variationen, Farben, Stärken und Geschmacksrichtungen das beliebteste alkoholische Getränk der Schweizer Bevölkerung. Doch Bier kann viel mehr, als den Durst an heissen Sommertagen zu löschen.

Hilft warmes Bier bei einer Erkältung?

Bier enthält Gerste und Malz, worin Bitterstoffe und Gerbstoffe, kurz sekundäre Pflanzenstoffe, enthalten sind. Diese wirken, wenn sie erwärmt werden, antibakteriell. Es stimmt also, dass Bier eine Erkältung lindern kann. Es kann aber nicht als Alternative zu Medikamenten gesehen werden und wirkt bei der Genesung eher unterstützend. Ich würde es also als Hausmittelchen deklarieren.

Bekommt man von Bier wirklich einen Bierbauch?

Bier an sich führt nicht zu einer Gewichtszunahme, im Gegenteil: Bier ist kalorienärmer als viele Säfte, Weine und Süssgetränke. Bier wirkt allerdings sehr appetitanregend, was bedeutet, dass man im Zusammenhang mit Bierkonsum oft Snacks, Nüsse oder sonstige Mahlzeiten zu sich nimmt. Ausserdem sind zwei bis drei Biere schnell mal getrunken, womit der Kaloriengehalt rasch zunimmt. Im Grunde kann man sagen, wer viel Bier trinkt, hat oft eine Kalorienzufuhr über dem Bedarf, was auf Dauer zu Übergewicht führt. Die Gewichtszunahme wird dann gefährlich, wenn sich viszerales Fett an den Organen im Bauchraum festsetzt. Damit steigt das Risiko von Herzkrankheiten.

Ist alkoholfreies Bier gut für Sportler?

Alkoholfreies Bier ist ein isotonisches Getränk und ähnelt Sportgetränken sehr, abgesehen davon, dass Bier kein Kochsalz enthält. Daher kann man sagen, dass sich alkoholfreies Bier gut zur Rehydrierung des Körpers nach dem Sport eignet. Wer zusätzlich noch den Salzvorrat auffüllen möchte, sollte es auf die bayrische Art versuchen: Bier und Salzbrezel ergeben eine gute Kombination, um den Körper wieder mit den nötigen Stoffen zu versorgen.

Verringert Bier die Diabetesgefahr?

Das hat nicht direkt mit Bier zu tun, denn Alkohol generell drosselt die Zuckerproduktion der Leber. Auf gesunde Personen hat die Verringerung der Zuckerproduktion keinen Einfluss, da sich diese nach dem Alkoholkonsum innerhalb von rund 24 Stunden wieder normalisiert. Diabetiker allerdings, die auf Medikamente eingestellt sind, sollten vorsichtig sein: Die Einstellung auf ein zuckerregulierendes Medikament ist sehr individuell und in einem empfindlichen Gleichgewicht. Wenn Diabetiker Alkohol zu sich nehmen, wird das Gleichgewicht gestört, weshalb es sogar zu einer Unterzuckerung kommen kann. Umgekehrt schützt der Konsum von Alkohol trotz der Verringerung der Zuckerproduktion aber nicht vor Diabetes.

Kriegt man durch Bier eine grössere Oberweite?

Regelmässiger und vor allem übermässiger Alkoholkonsum verringert den Testosterongehalt im Körper, wovon vor allem Männer betroffen sind. Auf Dauer wird damit das Östrogen dominanter, was eine weibliche Veränderung des Körpers zur Folge haben kann. Es kann durchaus sein, dass aufgrund der Veränderung auch der Brustbereich anwachsen kann. Frauen haben zwar ebenfalls einen Anteil von Testosteron, dieser ist allerdings so gering, dass eine prozentuale Verringerung durch Alkoholkonsum keine Auswirkungen hat. Hierbei muss ausserdem die generelle Gewichtszunahme bei regelmässigem Konsum berücksichtigt werden, durch die der Brustbereich ebenfalls anwachsen kann.

Werden Frauen schneller betrunken als Männer?

Frauen bauen aufgrund einer genetischen Veranlagung Alkohol weniger schnell ab. Dadurch werden sie tendenziell ein bisschen schneller betrunken als Männer. Generell ist es aber auch von der Veranlagung, der Körpergrösse und dem Körpergewicht abhängig, wie schnell jemand betrunken wird. Ausserdem ist das Gefühl von Betrunkensein sehr individuell: Manche fühlen sich schon nach einem Glas, andere erst nach einer ganzen Flasche Alkohol betrunken. Die individuelle Einschätzung ist zusätzlich abhängig von der Regelmässigkeit des Konsums. Wer also oft und viel Alkohol trinkt, entwickelt eine höhere Toleranz, was unabhängig vom Geschlecht ist. Aber auch hier gilt: Wer trinkt, fährt nicht!

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