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Darm- und Pankreasturmorzentrum

Bauchspeicheldrüsenkrebs – Heilung ist möglich

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine einschneidende Diagnose. Dank modernsten Behandlungsmethoden, wie sie am Darm- und Pankreastumorzentrum des KSW eingesetzt werden, gelingt es aber, die Heilungschancen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Wird ein Tumor auf der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) festgestellt, bietet die operative Entfernung des befallenen Gewebes die besten Chancen auf eine Heilung. Der chirurgische Eingriff wird durchgeführt, wenn sich der Tumor vollständig entfernen lässt. «Doch das ist leider nur bei einem Teil der Betroffenen möglich», sagt Dr. med. Lukasz Filip Grochola, Oberarzt der Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie. «Wenn der Tumor entdeckt wird, sind oft schon lebenswichtige Gefässe befallen, die den Dünndarm oder die Leber versorgen.»

Meist suchen Patienten den Arzt oder die Ärztin erst auf, wenn Gallenflüssigkeit gestaut wird und die Haut sich gelb verfärbt. Zuvor spüren sie nichts, auch eine von Krebs befallene Bauchspeicheldrüse versorgt den Körper mit den lebenswichtigen Enzymen und Hormonen für die Verdauung und den Stoffwechsel.

Modernste Operationstechnik

Heute können mehr Patientinnen und Patienten, die an einem Pankreaskarzinom erkrankt sind, von einem chirurgischen Eingriff profitieren. Dank den Fortschritten, die am KSW über die letzten Jahre erzielt worden sind, ist es möglich, Bauchspeicheldrüsentumoren etwas häufiger zu entfernen. Wichtige Fortschritte betreffen die Operation selbst. «Wir entwickeln unsere Methoden ständig weiter», sagt Dr. Grochola. «Dadurch gelingt es uns, die Eingriffe sicherer und schonender durchzuführen.»

«Dank modernster Behandlungsmethoden sind Eingriffe sicherer und schonender.»

Das zeigt sich beispielhaft an der Bauchspiegelung (Laparoskopie): Bei diesem minimalinvasiven Eingriff genügen kleine Schnitte in der Bauchdecke, um Operationsinstrumente und eine kleine Kamera ins Körperinnere zu führen und das Tumorgewebe zu entfernen. Die Belastung sinkt, die Patienten erholen sich schneller.

«Das KSW war das erste Spital in der Schweiz, an dem mit dieser Technik der vordere Teil der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskopf) vollständig entfernt wurde», sagt Prof. Dr. med. Stefan Breitenstein, Direktor Departement Chirurgie und Leiter des Darm- und Pankreastumorzentrums. Weitere Entwicklungen der Operationstechnik erlauben es, mehr gesundes Gewebe zu erhalten.

Fortschritte in der Krebsbehandlung

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Ausführliche Informationen tragen dazu bei, dass sich die Patienten an der Behandlung beteiligen und so schneller von einem Eingriff erholen.

Die Lebensqualität verbessern

Die zahlreichen Verbesserungen haben den Behandlungserfolg bei Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht. «Heute können einige Patientinnen und Patienten die Krankheit lange Zeit überleben», sagt Prof. Breitenstein. «Zudem achten wir auf die Lebensqualität und setzen alles daran, dass unsere Patienten nach der Behandlung weiterhin ein gutes, schmerzfreies Leben führen können.»

Nach wenigen Tagen können die Patienten wieder normal essen, eine Diät ist nach dem Eingriff nicht nötig. Zur Unterstützung der Verdauung oder um den Blutzucker zu kontrollieren, sind manchmal Medikamente erforderlich.

«Heute können einige Patientinnen und Patienten die Krankheit lange Zeit überleben»

Die rasche Heilung nach einer Pankreasoperation ist auch einem neuartigen Behandlungskonzept zu verdanken. ERAS (Enhanced Recovery after Surgery) heisst der Ansatz. Er zielt darauf ab, dass Patienten nach einem Eingriff möglichst schnell wieder auf die Beine kommen.

Das beginnt mit einer optimalen Vorbereitung auf die Operation: mit Ernährungsberatung, Nahrungsergänzung zur Stärkung des Immunsystems und ausführlichen Informationen über die Behandlung, damit die Patientinnen und Patienten nach der Operation keine Überraschungen erleben. Nach dem Eingriff fördern eine gezielte Schmerztherapie, frühe Bewegung und Nahrungszufuhr den Heilungsprozess. Je besser die Patienten über die gesamte Behandlung Bescheid wissen, desto aktiver beteiligen sie sich und desto früher können sie das Spital verlassen.


Interview

mit Prof. Dr. med. Stefan Breitenstein, Direktor Departement Chirurgie, Leiter Darm- und Pankreastumorzentrum

Krebserkrankungen sind komplex. Wie werden die besten Behandlungserfolge erzielt?

Prof. Breitenstein: In der Krebsmedizin geht es darum, verschiedene Therapiemöglichkeiten – Chirurgie, Chemo- und Radiotherapie – optimal zu kombinieren. In jedem Bereich werden laufend Fortschritte erzielt. Zentral ist, dass die Fachleute eng zusammenarbeiten und die Behandlung gemeinsam festlegen. Durch unser Tumorboard ist das garantiert. 

Das Darm- und Pankreastumorzentrum des KSW ist seit 2014 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Was bedeutet das?

Die Zertifizierung hat direkte Auswirkungen auf die Qualität. Die Abläufe sind standardisiert und schriftlich fixiert. Jede Fachperson im Team weiss genau, welche Schritte zu befolgen sind. Dank der vorgeschriebenen Fallzahl hat jeder Patient Gewähr, dass die Fachleute aller Disziplinen die festgelegten Massnahmen regelmässig durchführen. Wir operieren jedes Jahr 30 bis 40 Patienten mit einem Pankreaskarzinom. Zudem werden die Resultate objektiv erfasst, so dass wir ständig sehen, wie wir uns weiter verbessern können.

30-40 Operationen zur Entfernung eines Bauchspeicheldrüsentumors werden am KSW jedes Jahr durchgeführt.

Welche Entwicklung sehen Sie für die Behandlung von Pankreas-Patienten?

Unser Ziel ist es, in der Behandlung ein Netzwerk aufzubauen. Wir möchten ein verlässlicher Partner sein für benachbarte Spitäler wie etwa Bülach, Schaffhausen oder Wetzikon. Dabei können wir unser Know-how einbringen, so dass mehr Patienten Zugang zur hochspezialisierten Chirurgie am KSW haben. Danach finden Chemotherapien und andere Behandlungen wieder im lokalen Spital statt.

Dass heute am KSW mehr Tumoren operativ entfernt werden, ist auch Fortschritten in der Intensivmedizin zu verdanken. Wichtig ist zudem der Einsatz neuster Diagnosemethoden. «Aufgrund der hohen Qualität der Bildgebung wissen wir heute schon vor der Operation sehr viel mehr. Wir kennen den Typus des Tumors und die exakte Lage zu wichtigen Gefässen», sagt Prof. Breitenstein. «Dadurch können wir viel besser beurteilen, bei welchen Patienten eine Operation Erfolg verspricht.»

Darm- und Pankreastumorzentrum
Wir sind auf die Diagnose und Behandlung von Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs spezialisiert.
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Viszeral- und Thoraxchirurgie
Wir behandeln Erkrankungen und Verletzungen der inneren Organe im Bereich des Bauch- und Brustraumes.
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