Plastische Chirurgie

Tumorchirurgie

Der Begriff «Tumor» wird oft falsch verstanden, da er mit Krebs gleichgesetzt wird. Der «Tumor» (= Geschwulst) bezeichnet jedoch einfach die Volumenzunahme eines Gewebes, und zwar ungeachtet der Ursache. Der Begriff sagt also nichts darüber aus, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist.

In der Tumorchirurgie werden gut- oder bösartige Veränderungen der Haut oder der Weichteile entfernt. Diese Operationen zählen zu den häufigsten Eingriffen, die unser Team durchführt.

  • Gutartige (benigne) Hauttumoren

    Es gibt zahlreiche gutartige Hautveränderungen, die kosmetisch störend sind. Zu ihnen zählen z.B. die verschiedenen Arten von Muttermalen (Nävuszellnävi), Fibromen (Bindegewebstumoren), seborrhoischen Keratosen (Alterswarzen), Hämangiomen (Blutgefäss-Geschwülste) etc.

    Ob und wie sich ein gutartiger Hauttumor auch kosmetisch am besten behandeln lässt, erklären wir Ihnen gerne persönlich bei einem Gespräch in unserer Spezialsprechstunde.

    Aufenthalt: ambulant oder 1 Nacht
    Operationsdauer: 30–60 Minuten
    Narkose: meist Lokalanästhesie
    Nachbehandlung: durch den Hausarzt, ggf. Defektdeckung in einem zweiten Eingriff

  • Bösartige (maligne) Hauttumoren

    Zu den bösartigen Hauttumoren zählen das spinozelluläre Karzinom (synonym: Plattenepithelkarzinom, Spinaliom), das Basalzellkarzinom (synonym: weisser Hautkrebs, Basaliom) und das maligne Melanom (Melanom, schwarzer Hautkrebs).

    Das spinozelluläre Karzinom wächst langsam und kann Ableger (Metastasen) ausbilden. Es muss mit einem Sicherheitsabstand vollständig entfernt und feingeweblich untersucht werden. Ab einer gewissen Grösse sind weitere Untersuchungen (z. B. Ultraschall) notwendig.

    Das Basalzellkarzinom wächst deutlich langsamer und bildet in der Regel keine Ableger aus. Es wird ebenfalls mit einem Sicherheitsabstand vollständig entfernt und feingeweblich untersucht.

    Das maligne Melanom ist der bösartigste Hauttumor, da er schnell wächst und schon früh Ableger (Metastasen) bildet, die in andere Organe wandern. Bei dieser Form von Hautkrebs sind deshalb je nach Grösse weitere Untersuchungen notwendig. Wir arbeiten dabei sehr eng mit Pathologen, Dermatologen und Onkologen am KSW zusammen und leiten die Therapie in interdisziplinärer Zusammenarbeit ein.

    Unser erfahrenes Operationsteam entfernt bei all diesen Hauttumoren das verdächtige Gewebe – zur Sicherheit samt einem kleinen Teil des umliegenden gesunden Gewebes – und veranlasst eine feingewebliche Untersuchung. Die weitere Therapie richtet sich nach dem Wachstumsverhalten, aber auch nach der Lokalisation des Tumors und dem Alter des Patienten. Wenn durch die Entnahme des Gewebes ein Defekt entsteht, der nicht verschlossen werden kann, nutzen wir das umliegende Gewebe für eine sogenannte Rotationslappenplastik. Falls der Defekt nach der Gewebeentnahme so gross ist, dass die Operationswunde nicht direkt oder mit dem umliegenden Gewebe verschlossen werden kann, setzen wir Haut von einer anderen Stelle des Körpers ein. Die weitere Therapie richtet sich nach dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung und wird unter Beachtung der neuesten Leitlinien in die Wege geleitet.

    Aufenthalt: ambulant oder 1 Nacht
    Operationsdauer: 30–60 Minuten
    Narkose: Lokalanästhesie oder Vollnarkose
    Nachbehandlung: in der hausärztlichen oder der dermatologischen Sprechstunde

  • Weichteiltumoren/Sarkome

    Weichteilsarkome sind bösartige Tumoren, die in Weichgewebe wie Muskel-, Fett- und Bindegewebe sowie Blutgefässen und Nerven auftreten. Diese Tumoren können Ableger (Metastasen) in anderen Organen verursachen und unkontrolliert in die Umgebung wachsen. Deshalb sind weitere Untersuchungen (Röntgenaufnahmen, Computertomographie oder Kernspintomographie [MRI]) notwendig. Wir stellen alle Fälle an einem interdisziplinären Sarkomboard (unter Zusammenarbeit aller beteiligten Fachrichtungen) vor, wobei ein interdisziplinäres Behandlungskonzept erstellt wird. Das Therapieverfahren der Wahl ist die Operation. Dies gilt für den Ersttumor, für Rückfälle sowie für Ableger mit anschliessender feingeweblicher Untersuchung. Liegen uns alle Untersuchungsergebnisse vor, wird die Nachbehandlung am interdisziplinären Sarkomboard besprochen und in die Wege geleitet. Bei grosser Tumorausdehnung ist gegebenenfalls eine Radio- oder selten eine Chemotherapie notwendig.

    Oft müssen grosse Bereiche des Gewebes entfernt werden. Unsere Aufgabe ist es, solche Gewebedefekte auszugleichen und die Funktion soweit wie möglich wiederherzustellen. Gewebeverluste gleichen wir aus, indem wir Hautmuskellappen oder reine Muskellappen am Körper verschieben oder frei verlegen. Dabei planen wir jede Behandlung individuell.

    Aufenthalt: je nach Umfang der Operation
    Operationsdauer: je nach Ausdehnung des Tumors mehrere Stunden
    Narkose: Vollnarkose
    Nachbehandlung: interdisziplinär, d. h. unter Zusammenarbeit aller beteiligten Fachrichtungen

Das KSW bietet eine Dermatochirurgische Sprechstunde an. Dank dieser Kooperation von Dermatologie und Chirurgie können Patientinnen und Patienten bei Verdacht auf Hauttumoren von Vertretern/-innen beider Fachgebiete beurteilt und bei Einverständnis des Patienten am gleichen Tag operiert werden, sofern keine Kontraindikationen bestehen.

Patientinnen und Patienten können dadurch noch rascher und umfassender betreut werden. Verantwortlich für dieses Angebot sind Dr. med. Carla Murer (Oberärztin Dermatologie) und Dr. med. Björn Walter (Oberarzt Hand- und Plastische Chirurgie).

Die interdisziplinäre Sprechstunde findet jeweils am Dienstagvormittag im Sprechstundenzentrum der Chirurgie statt. Für Terminvereinbarungen steht Ihnen das Sekretariat der Hand und Plastischen Chirurgie jederzeit gerne zur Verfügung.