Gynäkologisches Tumorzentrum

Behandlung gynäkologischer Tumore

Bei gynäkologischen Tumoren werden meistens folgende Behandlungsmethoden einzeln oder in Kombination eingesetzt:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • medikamentöse Therapie

Operation

Patientinnen mit einer gynäkologischen Krebserkrankung werden in der Regel operiert. Ziel der operativen Behandlung ist die vollständige Entfernung des Krebses. Hat sich der Krebs bereits auf andere im Bauch-Becken-Raum liegende Organe ausgebreitet, sollten wenn möglich auch diese Organe teilweise oder vollständig entfernt werden.

Die häufigste Behandlungsform bei gynäkologischen Krebserkrankungen ist die Operation.

Je nach Art und Ausdehnung des Tumors wird eine andere Operationstechnik gewählt. Während die äusseren Geschlechtsorgane direkt zugänglich sind, muss für die Operation an inneren Geschlechtsorganen und weiteren Organen im Bauch-Becken-Raum ein Zugang geschaffen werden.


Laparoskopie

Bei der Laparoskopie (Schlüssellochtechnik) wird der Zugang zu den Organen im Bauch-Becken-Raum über kleine Hautschnitte ermöglicht. Über einen Schnitt von 1 bis 2 cm Länge am Bauchnabel wird das Laparoskop in den Bauchraum eingeführt. Über einen Bildschirm können die Ärztinnen und Ärzte nun den Bauchraum sehen.

Zusätzliche kleine Einstiche (0,5 bis 1,2 cm) sind notwendig, um die chirurgischen Instrumente für die Operation in den Bauchraum einzuführen. Zu Beginn des Eingriffs wird der Bauchraum mit Gas gefüllt. Dadurch hebt sich die Bauchdecke von den Organen ab und die operierenden Ärztinnen und Ärzte haben genug Platz und gute Sichtverhältnisse für die Operation.


Laparotomie

Bei der Laparotomie wird der Bauch mit einem Schnitt geöffnet, der vom Schambein bis zum Bauchnabel reicht. Alternativ wird der Pfannenstiel-Schnitt angewendet: ein quer geführter bogenförmiger Hautschnitt etwa 2 cm oberhalb des Schambeins. Durch diese Schnitte haben die Chirurginnen und Chirurgen Zugang zu den inneren Geschlechtsorganen und können auch die anderen Organe im Becken- und Bauchraum untersuchen und wenn nötig teilweise oder vollständig entfernen.


Vaginale Operationen

Unter einer vaginalen Operation versteht man einen Eingriff, bei dem durch die oder auch in der Scheide operiert wird. Dabei ist kein weiterer Schnitt am Bauch nötig. Eine solche vaginale Operation ist z. B. die Konisation. Bei Krebsvorstufen oder sehr frühen Stadien von Gebärmutterhalskrebs wird ein kegelförmiges Gewebestück aus dem Muttermund entfernt. Eine Schwangerschaft ist später trotzdem möglich.

Eine Entfernung der gesamten Gebärmutter, wie dies z. B. im Fall von Krebsvorstufen der Gebärmutterschleimhaut nötig ist, ist ebenfalls durch die Scheide möglich. Tumoren oder Krebsvorstufen im Bereich der Vagina und der Vulva müssen mit genügend Sicherheitsabstand entfernt werden.


Mögliche Folgen einer Operation

Die Operationsfolgen hängen davon ab, wie umfangreich der Eingriff war und welche Organe und Gewebe entfernt werden mussten. Die vollständige Entfernung von Eierstöcken, Eileitern und Gebärmutter bedeutet, dass diese Patientinnen nach dem Eingriff keine Kinder mehr bekommen können.

Ausserdem führt die Entfernung der Eierstöcke dazu, dass junge Frauen nach der Operation sofort in die Menopause kommen. Als Folge können Wechseljahrbeschwerden auftreten (z. B. Hitzewallungen, depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen). Diese Symptome können mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden.

Bei fortgeschrittenen Stadien von Scheiden- oder Vulvakrebs kann es sein, dass eine ausgedehnte Operation nötig ist und es zu Einbussen oder gar zum Verlust der Funktion des betroffenen Organs kommt. Muss viel Gewebe im Bereich der Vulva entfernt werden, so leidet auch das Erscheinungsbild. Häufig ist aber in einem zweiten Schritt eine Rekonstruktion möglich, um Funktionalität und Erscheinungsbild wiederherzustellen oder zu verbessern.


Strahlentherapie (Radiotherapie)

Beim chirurgischen Eingriff wird das sichtbare bösartige Gewebe entfernt (Makrozellen). Je nach Art und Ausdehnung des Tumors können einzelne, mit blossem Auge nicht sichtbare Krebszellen (Mikrozellen) in der Umgebung oder im Lymphsystem zurückbleiben. Das Ziel der Strahlentherapie ist es, ein Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv) zu verhindern.

Bei einer Planungs-Computertomographie wird die Lagerung der Patientin während der Strahlentherapie definiert und die Gewebezusammensetzung des Körpers erfasst. Mit diesen Informationen wird die nötige Strahlendosis und Bestrahlungsdauer bestimmt. In der Regel dauert eine Bestrahlung 5 bis 7 Wochen. Für die täglichen Sitzungen sollten Sie 10 bis 20 Minuten einplanen. Davon sind nur 3 bis 5 Minuten Bestrahlungszeit.

Die Radiotherapie (Bestrahlung) erfolgt in der Regel mit einem Linearbeschleuniger «von aussen».

Nur in selten Fällen erfolgt die Bestrahlung mit einem Applikator «von innen».

Die Bestrahlung erfolgt in der Regel «von aussen» mit einem Linearbeschleuniger, selten «von innen» mittels Applikator. Dieser ermöglicht, dass die Strahlenquelle direkt an den Tumor gebracht wird (Brachytherapie). Dank modernster Geräte und der neusten Technik werden Bauch- und Beckenorgane geschont und Nebenwirkungen möglichst gering gehalten.


Medikamentöse Therapie

Bei Eierstockkrebs ist nach der Operation eine medikamentöse Nachbehandlung in Form einer Chemotherapie notwendig, um die Gefahr eines Rückfalls zu mindern.

Auch bei fortgeschrittenen Stadien von Gebärmutterkrebs kann eine medikamentöse Nachbehandlung sinnvoll sein. Bei allen gynäkologischen Tumorarten kann bei Metastasen Chemotherapie eingesetzt werden, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und dadurch die Lebensqualität zu erhalten.