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Immer mitten ins Schwarze

Daniela Maurer, Projektleiterin Marketing im Direktionsstab, hat sich in ihrer Freizeit dem Pistolenschiessen verschrieben. Seit dem Jahr 2002 übt sie die Sportart aus und trainiert auch schon mal mit der Gewinnerin einer olympischen Medaille. Ihren grössten Erfolg erzielte sie im letzten Jahr mit dem zweiten Platz bei den Schweizer Meisterschaften.

Frau Maurer, wie sind Sie zum Schiessen gekommen?

Das war eigentlich ein Zufall. 2002 hatte es am Herbstfest in Andelfingen einen Schiessstand für Luftpistole. Da griff ich spontan zur Pistole und schoss – auf Anhieb recht gut. Auf jeden Fall qualifizierte ich mich dort für den Final für «de goldig Züri-Träffer». Das ist ein Schiesssportanlass für Jugendliche zur Nachwuchsförderung.

In der Folge verbesserte ich mich rasch und stieg ins Kantonal- und später ins Regionalkader auf. 2014 konnte ich an den Studenten-Weltmeisterschaften in Al Ain in den Arabischen Emiraten teilnehmen und 2015 an der Universiade in Südkorea.

Was fasziniert Sie an dieser Sportart?

Es ist eine grosse Herausforderung, in einem Wettkampf 60 Schüsse hintereinander möglichst in die Mitte der Zielscheibe zu bringen. Die Faszination besteht in der mentalen Spielerei mit sich selber, um diese Leistung konstant erbringen zu können. Jeder verlorene Punkt ist unwiderruflich weg, den kann man nicht mehr zurückgewinnen. Das ist das Spezielle am Schiessen. In anderen Sportarten wie etwa Fussball kann eine Mannschaft zurückliegen und das Spiel drehen und doch noch gewinnen.

Wie gross ist Ihr Trainingsaufwand?

Im Moment trainiere ich dreimal pro Woche, einmal in Andelfingen und zweimal in Weinfelden – gesamthaft etwa sieben Stunden. In jedem Training verschiesse ich zwischen 150 und 200 Patronen auf die Scheibe. Dann kommen natürlich am Wochenende die Wett- kämpfe dazu sowie Ausdauer- und Krafttraining.

Seit etwa vier Jahren trainiere ich in Weinfelden zusammen mit Heidi Diethelm Gerber, der Bronzemedaillengewinnerin bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro. Sie gibt mir wertvolle Tipps, analysiert mein Schiessverhalten und trägt so dazu bei, dass ich mich verbessern kann.

Ruhige Atmung, Konzentration, Fokus auf den nächsten Schuss – was rundherum läuft, muss im entscheidenden Moment ausgeblendet werden.

In welchen Disziplinen sind Sie aktiv?

Ich schiesse mit der Luft- und der Sportpistole. Mit der Luftpistole mit Kaliber 4,5 Millimeter wird in einem geschlossenen Schiessstand auf eine Distanz von 10 Metern geschossen. Vor allem im Winter greifen wir mehrheitlich zur Luftpistole.

Die Sportpistole mit Kaliber 5,6 Millimeter kommt in offenen Schiessständen über eine Distanz von 25 Metern zum Einsatz. Mit der Sportpistole erreichte ich im letzten Jahr bei den Schweizer Meisterschaften den zweiten Rang.

Für höhere Ziele müsste ich aber den Trainingsaufwand steigern. Heidi Diethelm Gerber zum Beispiel ist Vollprofi. Aber die Aufnahme ins Nationalkader ist schon ein Ziel von mir.

Was ist beim Schiessen besonders wichtig?

Ganz wichtig ist die Atmung, die ruhig und gleichmässig sein soll. Und die Konzentration bzw. der Fokus auf den nächsten Schuss. Was vorher war, was rundherum läuft und was noch kommt, muss im entscheidenden Moment ausgeblendet werden.

Um das zu trainieren, spielen wir beim Training z. B. Musik ab, wie das seit einiger Zeit auch bei internationalen Wettkämpfen der Fall ist. Ein einzelner Schiessvorgang besteht aus ganz vielen kleinen technischen Schritten. Jeder Schütze muss sein eigenes stabiles System finden, das für ihn stimmt. Aber letztlich ist es immer eine mentale Sache.