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Fahrt mit der Sauschwänzle-Bahn für KSW-Pensionierte

Zum Herbstausflug der KSW-Pensionierten mit einem Abstecher über die nördliche Grenze ist die Wetterlage der Saison angepasst. Für die 37 Frauen und 8 Männer beginnt dieser Tag im Reisebus.

Unsere Organisatorinnen Rosmarie, Trudi und Claire begrüssen uns in entspannter Reiselaune. Chauffeur Erich mit seinem erfrischenden Ostschweizer Dialekt fährt uns durch die Region Hegau zum Kafihalt im Gasthof Lochmühle in Eigeltingen. In neu gemischten Gesprächsrunden sitzen wir zusammen und versuchen auch draussen bei den Hoftieren andere Bekanntschaften zu schliessen. Der Ackergaul, die Schweinefamily und das Enten- und Trutenvolk sind dankbar für Futter und Zuneigung. Anschliessend bringt uns Erich Richtung Südschwarzwald zum Gasthof Hirschen im historischen Städtchen Blumberg. Von hier aus werden wir, nach dem Mittagsschmaus, die Museums-Dampfbahn besteigen. Das Highlight der Reise.

Vorerst jedoch verschwindet die quirlige Schar in der Gaststube, das Essen und der Service der aufmerksamen und humorvollen Franziska sind ausgezeichnet. Erst viel später konnte man erfahren, dass diese junge Frau einem KSW-Gast an einem bestimmten Tisch gar Flügel verliehen haben soll! Ein Beweis dafür dass dieses Gefühl nicht nur durch RedBull sondern auch durch Tannzäpflebräu auszulösen ist. Auch beflügelt zu ihrer kurzen Ansprache und mit weiteren Informationen an uns freut sich Rosmarie entspannt in die Zukunft der KSW-Pensionierten blicken zu können. Nach der Mittagspause steigt uns am Bahnhof russigrauchiger Dampf in die Nase. Die grosse Lok (Baujahr 1954, Gesamtgewicht 87 Tonnen) steht mit den historischen Wagen zur Abfahrt bereit. Aufgemuntert durch die neue neongrüne «KSW-Aufmerksamkeits- Trillerpfeife» lauscht die KSW-Gruppe den kurzen Erläuterungen über die Geschichte und den Bau der interessanten und meisterhaft vollendeten Bahnstrecke. Schnaubend, dampfend, quietschend und rumpelnd setzt sich um 14 Uhr die eindrückliche Komposition langsam in Bewegung. Am Fenster ziehen eine sehr abwechslungsreiche Landschaft und die vielen imposanten Bauwerke wie Kehrschleifen, Kreiskehren, Viadukte, Brücken und Tunnels an uns vorbei. Eine Stunde erfrischende Gemütlichkeit in fast schon historischer Gesellschaft.

Die eindrückliche Streckenführung ist vergleichbar mit der Form eines sich mehrmals kringelnden «Sauschwänzles». An der Endstation Weizen, nach dem spannenden Rangiermanöver der zischenden Lok und der Besteigung des Führerstands, reisen wir zum römischen Kastellbad in Hüfingen weiter. Zum Einstieg in die Geschichte dieser prächtig restaurierten Badruine erzählt uns eine Filmsequenz über die Anordnung der Räume dieser ehemaligen Badeanlage für römische Kämpfer. Mit Begeisterung erhalten wir alle Kenntnis einer genialen Baukunst mit technischen Raffinessen und kunstvollen Ausführungen, geplant und erschaffen von Menschen vor 2000 Jahren.

Nach dieser Erkenntnis zieht es uns Menschen des 21. Jahrhunderts zu anderen Annehmlichkeiten und Genüssen. Im nahegelegenen Moschtschöpfle bekommen wir allerlei Frisches und Hausgemachtes: Zwetschgenkuchen mit Sahneberg, Wurstsalat mit Zwiebelturm sowie in Essig schwimmenden Schwartenmagen. Bei tiefblauem Abendhimmel steuert Erich sein Gefährt sicher über Bargen und das Weinland zurück zum Ausgangspunkt dieser wunderbaren Kurzreise. Wir danken Rosmarie für die Organisation ihres Jubiläumsausfluges ganz herzlich und freuen uns, sie vielleicht als KSW-Fähnliträgerin bei weiteren Aktivitäten einsetzen zu dürfen. Ein weiteres Danke geht an Trudi und Claire und ein mega Dank an die KSW-Direktion für den Extra-Beitrag an diesen Herbstausflug 2015.

Sauschwänzle-Bahn

Im 18. Jahrhundert wurde das Elsass deutsch. Die Regierung Deutschlands rechnete mit erneuten Kriegshandlungen gegen Frankreich. Dies ergab Probleme mit einer möglichst raschen Truppen- und Materialverschiebung entlang der südlichen Reichsgrenze ins Elsass. Mit der Planung der sogenannten „strategischen Umgehungsbahn“ wurde der Bau der Strecke durch das Wutachtal in Angriff genommen, damit musste die Grenze zur Schweiz nicht überschritten werden. Der Höhenunterschied des geplanten Streckenabschnittes, des sogenannte Mittelteils, hätte mit einem Höhenunterschied von 231 m auf 9,6 km Länge (Luftlinie) eine Steigung von über 2% ergeben. Ein Bauwerk mit diesen Abmessungen wagten die Ingenieure nicht zu realisieren, weil der Transport von schweren, festmontierten Eisenbahnkanonen eine Bedingung war. So musste die Strecke künstlich auf 25 km verlängert werden um die maximal mögliche Steigung von unter 1% einhalten zu können.

Im Jahre 1890 konnte die Gesamtstrecke eröffnet werden. Die hohen Kosten standen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Im Verlauf der zwei Weltkriege wurde dieser Abschnitt wohl häufig von Militärzügen befahren, in Friedenszeiten war sie für den Reise- und Güterverkehr vollends unnütz. Von 1955 an wurde der Gesamtverkehr teilweise eingestellt und ab 1976 stillgelegt. Mit viel Aufwand, Überzeugungsarbeit und hartnäckiger Eigeninitiative konnte die Stadt Blumberg im Jahre 1977 den heutigen Museumsbetrieb mit Dampfzügen wieder aufnehmen. Die bisher verpachtete Bahnstrecke der Deutschen Bundesbahn wurde 1988 für eine symbolische 1-Mark-Münze von der Stadt Blumberg erworben. 1992 konnte im ehemaligen Güterschuppen am Bahnhof Blumberg das Museum der Wutachtalbahn eröffnet werden.

Kastellbad Hüfingen

Die römischen Legionen errichteten um 70 n.Chr. das Militärlager Brigobannis, das heutige Hüfingen. Sie erbauten das Kastell und dazu eine grosse Badeanlage für die römischen Kämpfer. Bereits um 100 n.Chr. (nach 30 Jahren!) hatten die Legionen das Kastell verlassen (Grenzverlegung des römischen Reiches). Noch über die Zeit von einigen Generationen hinweg hielt die Badekultur für die Zivilbevölkerung an.

Erst 1820 wurden die Überreste des Kastellbades entdeckt, freigelegt und durch einen Schutzbau in Form einer Feldscheune gesichert. Die Fläche der Anlage ist mit fast 600 Quadratmetern beeindruckend gross und enthielt alles, was die römischen Soldaten erwarteten. Die verschiedenen Räume der Badanlage wurden baulich kompakt aneinander gefügt. Die Badegäste betraten zuerst das Apodyterium mit dem Umkleide- und Ruheraum und dem grossen 1,5 m tiefen Badebecken.in der Mitte. Im Tepidarium und im Caldarium – im lauwarmen und im warmen Baderaum (35°) sowie im Sudatorium (Schwitzbad) waren die Böden mit gelben und blauen Mosaiksteinchen ausgelegt. Ein Kaltwasserbrunnen bot Erfrischung. Im östlichen Teil des Gebäudes befand sich der grosse Heizraum, das Präfurnium, eine ausgeklügelte Warmluftheizung. Die sogenannte Hypocaust-Anlage sorgte für warmes Wasser und heisse Luft sowie für angenehm temperierte Böden und Wände.

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Viele Mitarbeitende bleiben dem KSW auch nach der Pensionierung eng verbunden. Für sie organisieren wir regelmässig Treffen.
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