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Einer für alle

Seit fast zwanzig Jahren ist Mark Rudin, Leitender Arzt Traumatologie am KSW, begeisterter Imker. Er erzählt, was ihm an der Imkerei gefällt, was das Imkern ausmacht und in welchem Zusammenhang das Hobby mit seinem Beruf steht.

Mark, wie bist du zur Imkerei gekommen?

Ich bin schon lange an sozialen Insekten interessiert. Es fasziniert mich, wie und warum sie eine Gesellschaft bilden – und zu welchem Zweck. Der Schritt vom Individuum zur Bildung komplexer Gesellschaften ist etwas vom Interessantesten an der Evolution.

Als ich vor etwa zwanzig Jahren einen Imker kennenlernte, war für mich bald klar: Das könnte auch mein Ding werden. Als ich dann im Wald ein verlassenes Bienenhaus entdeckte, das mir daraufhin vom Besitzer kurzerhand geschenkt wurde, hatte ich fast alles, was man zum Imkern braucht.

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Und jetzt imkerst du seit fast zwanzig Jahren.

Genau. Gemeinsam mit meinem Sohn fing ich damit an; damals waren wir noch Laien auf dem Gebiet. Man kommt da aber sehr gut rein, vor allem durch die Unterstützung eines Imkers oder eines Imkervereins. So kommt man auch dazu, Bienenvölker zu übernehmen – wir haben immer zwischen fünf und zehn Völker (im Sommer umfasst ein Volk etwa 30 000 Bienen).

Meine Aufgabe besteht hauptsächlich darin, die Gesundheit der Bienen im Auge zu behalten und einen Krankheitsverdacht zu melden. Ausserdem kümmere ich mich um das Bienenhaus, nehme Reparaturen vor und sorge für Sauberkeit. Ich stelle den Bienen quasi die Räumlichkeiten zur Verfügung, den Rest erledigen sie selbst, denn sie wissen, was zu tun ist.

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Was gefällt dir am Imkern so gut?

Die Imkerei kam nicht nur meiner Faszination für Insekten entgegen, sondern wurde zu einem Hobby, das ich die ersten fünf bis sechs Jahre gemeinsam mit unserem Sohn Philip betrieb. Es ist eine analoge Beschäftigung, bei der die Digitalisierung keine Rolle spielt – ganz im Sinne von «back to the roots».

Ausserdem ist die Imkerei eine gute Sache: Wir leisten einen wichtigen Beitrag für die Umwelt, denn die Bestäubung durch Bienen hat einen erheblichen Einfluss auf das Ökosystem. Ein weiteres Argument ist natürlich der Ertrag, der Honig. Das ist allerdings nur ein süsser Nebeneffekt, über den ich mich sehr freue, für mich aber nicht der Hauptgrund für das Imkern – ich verkaufe unseren Honig auch nicht, sondern verbrauche ihn selbst oder verschenke ihn.

Ist das Imkern ein Ausgleich zu deiner Arbeit am KSW?

«Die Imkerei ist für mich neben der Chirurgie zur zweiten Leidenschaft geworden.»

Auf jeden Fall. Es ist eine sehr einfache Arbeit: keine Handys oder PCs, nur Handwerk, Ruhe und Natur. Das gibt mir einen Ausgleich zum Alltag, da ich abschalten kann. Ruhe und Gelassenheit sind aber auch notwendig, denn die Bienen reagieren auf Unruhe und schlechte Laune – entsprechend zerstochen bin ich an Tagen, an denen ich nicht ausgeglichen bin. (lacht) Aber an Bienenstiche gewöhnt man sich. Die Imkerei ist für mich neben der Chirurgie zur zweiten Leidenschaft geworden.

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