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Alte Liebe rostet nicht

Dr. med. Daniel Borer, Leitender Arzt am Institut für Anästhesiologie, ist von Kindesbeinen an von Fahrzeugen fasziniert – besonders von den ganz grossen. Am vergangenen Heiligen
Abend ist er im Internet auf einen alten Linienbus der Marke Saurer gestossen, der ihn sofort in seinen Bann gezogen hat. Seit dem Frühling gehört ihm das «Big Baby», das er seither in der Freizeit mit Kollegen restauriert.

Herr Borer, wie ist Ihre Liebe zu Bussen entstanden?

Von Kindesbeinen an habe ich eine Affinität zu Fahrzeugen. Anfang der 1970er Jahre wohnten wir in Siblingen, direkt gegenüber dem Busdepot der Autobusverbindung Schaffhausen-Schleitheim (ASS), wo ich das dortige Treiben täglich fasziniert verfolgen konnte. Ich hatte dann auch häufig die Gelegenheit, in Begleitung des Depotchefs die Busse und die Werkstätte zu besuchen.

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Während der Kantizeit pendelte ich genau in den Bussen nach Schaffhausen, die mich als kleinen Jungen so fasziniert hatten. Mit 18 Jahren machte ich dann direkt die Lastwagenprüfung. Die Autoprüfung wurde mir dazugeschenkt. Ich über- legte mir damals, an der ETH Maschinenbau zu studieren. Als Motorfahrer im Militär lenkte ich dann regelmässig Fahrzeuge von Saurer und Berna.

«Ich habe schon früh an alten Autos gebastelt.» Dr. med. Daniel Borer

Wie ist es mit dieser Liebe weitergegangen?

Ich habe schon früh an alten Autos gebastelt. Heute bin ich Vizepräsident der Verwaltungskommission der Verkehrsbetriebe des Kantons Schaffhausen. Weiter bin ich im Vorstand des Museums im Zeughaus Schaffhausen und in dieser Funktion für die Ausstellung der Oldtimer zuständig. Wir besitzen rund 70 Gefährte mit Jahrgang 1932 bis 1986 – alle fahrbereit.

Jetzt besitzen Sie selber einen Bus. Wie ist es dazu gekommen?

Am 24. Dezember 2018 surfte ich nach Dienstschluss noch etwas im Internet und stiess dabei per Zufall auf einen Bus aus dem Jahr 1968, auf einen mir aus Jugendjahren bestens vertrauten Saurer 5 DUK der Autobusverbindung Schaffhausen-Schleitheim. Er wurde in Bern zum Verkauf angeboten. Ich war elektrisiert. Schon zwei Tage später bin ich mit meiner Partnerin hingefahren, um das Fahrzeug anzuschauen. Wie wir dann erfahren haben, wurde das Fahrzeug 1991 an einen Bushändler in Bern verkauft, der es aber nie verkaufte und 30 Jahre lang ganz hinten in seiner Lagerhalle stehen liess. Ein Glücksfall für mich und alle anderen ASS-Fans!

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In welchem Zustand befand sich der Bus?

Technisch war der Zustand unter Berücksichtigung der Standschäden solid. Das Fahrzeug war original erhalten, auch im Innenraum. Ich entschloss mich sofort, den Bus privat zu kaufen. Zum Glück hat meine Partnerin Verständnis für mein Hobby und ist selber auch interessiert. Nach intensiven Instandstellungsarbeiten an den Wochenenden in Bern konnten wir das Fahrzeug im Frühling über Landstrassen nach Schaffhausen repatriieren. Im Moment wird es restauriert.

Legen Sie da selber Hand an?

Ja, klar! Genau das ist ja das Spannende. Natürlich kann ich nicht alles allein machen. Ich habe Unterstützung von Kollegen. Mit von der Partie ist zum Beispiel auch der Sohn des ehemaligen ASS-Depotchefs in Siblingen, der den Bus sehr gut kennt. Von ihm konnte ich aus dem Nachlass seines Vaters Dokumente und Material übernehmen, das genau zu diesem Fahrzeug gehört – was für ein schöner Zufall. Wann ich mit der Restaurierung fertig bin, weiss ich noch nicht. Angefangen haben wir mit der Sanierung der Bremsen und der Hinterachse. Schritt für Schritt geht es nun weiter. Klar ist hingegen, dass der Bus, wenn er restauriert ist, nicht für Hochzeiten eingesetzt wird. Wir möchten ihn der Bevölkerung von Schaffhausen zugänglich machen und an Oldtimertreffen zeigen.

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