Osteoporose

Osteoporose

Bei Osteoporose baut sich die Knochensubstanz im gesamten Skelett stärker als üblich über die Jahre ab. Durch die somit verminderte Knochendichte werden die Knochen porös und instabil, wodurch sich das Risiko für Knochenbrüche deutlich erhöht. Die Stoffwechselerkrankung ist weit verbreitet und kommt bei Frauen aufgrund der Menopause deutlich häufiger vor als bei Männern.

Osteoporose

Bei Osteoporose baut sich die Knochensubstanz im gesamten Skelett über die Jahre stärker als üblich ab und die Knochendichte vermindert sich.


Ursache

Es wird zwischen primärer und sekundärer Osteoporose unterschieden. Die exakte Ursache der primären Osteoporose ist bis heute unklar. Das Alter, der Östrogenmangel in der Menopause und die familiäre Neigung spielen eine wichtige Rolle.

Die sekundäre Osteoporose ist Folge einer anderen Erkrankung wie z. B. einer Hormonstörung (Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenüberfunktion, Testosteronmangel, Östrogenmangel mit Ausbleiben der Menstruation über längere Zeit vor der Menopause, Diabetes mellitus) oder von Medikamenten (vor allem Cortison).

Es gibt weitere Risikofaktoren, die das frühzeitige Auftreten oder die schwerere Ausprägung einer Osteoporose begünstigen können:

  • mangelnde Bewegung
  • kalziumarme Ernährung
  • Vitamin-D-Mangel
  • übermässiger Alkoholkonsum
  • übermässiger Nikotinkonsum
  • Essstörungen (Anorexie)

Häufigkeit

In der Schweiz wird von rund 400’000 Betroffenen ausgegangen. Osteoporose tritt vorwiegend bei älteren Menschen auf. Frauen sind mehr als doppelt so häufig von dieser Erkrankung betroffen wie Männer. Das hängt vor allem mit hormonellen Veränderungen nach der Menopause zusammen.

Eine sekundäre Osteoporose kann hingegen auch bei jüngeren Menschen auftreten, sie ist jedoch selten.


Symptome und Beschwerden

Die verminderte Knochendichte selbst ist nicht spürbar. Deshalb verläuft die Osteoporose zu Beginn meist symptomfrei und macht sich erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar, wenn es zu Auftreten von Knochenbrüchen kommt. Aus diesem Grund wird die Erkrankung oft erst spät diagnostiziert.

Folgende Anzeichen können als Zeichen von Wirbelkörper-Einbrüchen auf eine Osteoporose hinweisen:

  • Rückenschmerzen
  • zunehmender Rundrücken
  • abnehmende Körpergrösse (über 2 cm)

Typischerweise treten Brüche bei Osteoporose schon ohne adäquaten Auslöser auf. Es kann also bereits bei einem Sturz aus dem Stand zu einem Hüft- oder Vorderarmbruch, oder spontan zu einem oder mehreren Wirbelkörper-Einbrüchen kommen.


Diagnose

Für die Diagnose der Osteoporose wird die Patientin oder der Patient bezüglich Beschwerden, Risikofaktoren und eventuellen Knochenbrüchen und deren Hergang befragt. Ausserdem wird die Mobilität überprüft, um das Sturz- und damit einhergehende Bruch-Risiko einzuschätzen.

Zur Bestätigung und Einschätzung der Ausprägung der Diagnose wird die Knochendichte gemessen (Osteodensitometrie). Gegebenenfalls werden Röntgenbilder zur Beurteilung von bereits aufgetretenen Wirbelkörper-Einbrüchen durchgeführt.

Zusätzlich werden im Blut begünstigende Erkrankungen und Mangelzustände gesucht und mittels Fragebogen die ungefähre Kalziumaufnahme durch die Nahrung berechnet.


Behandlung

Osteoporose kann bisher nicht geheilt werden. Daher dreht sich die Behandlung darum, das Fortschreiten zu verzögern und das Risiko für Knochenbrüche zu reduzieren.

Bewegung

Regelmässige Bewegung fördert den Knochenstoffwechsel und festigt die Knochen. Es empfehlen sich Sportarten mit geringem Sturzrisiko wie Spazieren, Walking oder Krafttraining. Den besten Effekt haben etwas stärkere Belastungen für den Knochen wie Hüpfen oder Treppabsteigen. Schwimmen hingegen fördert zwar Mobilität und Koordination, der Knochen wird wegen Aufhebung der Schwerkraft aber nicht wesentlich stimuliert.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Vitaminen, Eiweiss und Kalzium trägt zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose bei. Auf Genussmittel wie übermässigen Alkohol oder Nikotin sollte hingegen verzichtet werden.

Medikamentöse Behandlung

Je nach Stadium und Begleiterkrankungen ist eine medikamentöse Behandlung angezeigt. Besonders wenn es bereits zu Knochenbrüchen kam, sollten Medikamente zusätzlich zu den oben erwähnten Massnahmen eingesetzt werden.

  • Kalzium ist ein wesentlicher Bestandteil der Knochen und wird zusätzlich verabreicht, wenn es ungenügend durch die Nahrung aufgenommen wird.
  • Vitamin D ist ebenfalls sehr wichtig für die Knochen. Ein Mangel ist sehr häufig, weswegen es praktisch immer zusätzlich eingenommen werden sollte.
  • Bisphosphonate hemmen den Knochenabbau und stärken somit die Knochensubstanz.
  • Östrogene oder selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM) können bei Frauen hormonellen Mangelerscheinungen entgegenwirken und dem Knochenabbau vorbeugen.
  • Weitere Substanzen (Denosumab, Teriparatid, Romosozumab) können richtig eingesetzt die Knochendichte erhöhen, jedoch müssen dabei gewisse Bedingungen und Nebenwirkungen beachtet werden. Hier empfiehlt sich eine fachärztliche Betreuung.