Lymphsystem

Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)

Ein Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Jedes Lymphom, das die Kriterien eines Hodgkin-Lymphoms nicht erfüllt, wird in die Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome eingeteilt. Das ist daher eine sehr gemischte Gruppe von Erkrankungen, die ausser dem Namen kaum Gemeinsamkeiten haben.

Es gibt sehr aggressiv verlaufende Lymphome (sogenannte high-grade Lymphome wie z. B. das Burkitt-Lymphom) und sehr langsam und wenig aggressiv verlaufende Lymphome (sogenannte low-grade Lymphome wie die chronische lymphatische Leukämie oder auch «Alters-Leukämie»).

Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) - KSW

Aufgrund der Vielfalt der Non-Hodgkin-Lymphome gibt es keine einheitlichen Symptome. So kommt es bei aggressiven Lymphomen oft zu sogenannten Allgemeinsymptomen bevor sich eine Lymphknoten-Schwellung zeigt.


Ursachen

Bei der Unterschiedlichkeit der sog. Non-Hodgkin Lymphome ist es nicht möglich, eine gemeinsame mögliche Ursache zu finden.

Bei gewissen Formen eines Non-Hodgkin-Lymphoms kann eine chronische Überstimulation gewisser Zellen des Lymphsystems (sog. B-Lymphozyten) die Ursache sein (z. B. durch chronische Virusinfektionen wie Epstein-Barr-Virus, HIV, Hepatitis-C-Virus). Auch eine chronische Schwächung gewisser Bereiche des Immunsystems kann Auslöser sein.


Häufigkeit

In der Schweiz erkranken jährlich etwa 1500 Menschen an einem Non-Hodgkin-Lymphom. Damit liegt die Inzidenz (d. h. Häufigkeit des Auftretens) bei 10 bis 18 Erkrankungen pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Prinzipiell steigt die Häufigkeit mit dem Alter konstant an. So liegt die Inzidenz im Alter von 30 Jahren bei ca. 2 bis 3 pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohnern, im Alter von 80 Jahren hingegen bei zwischen 70 (bei Frauen) bis 120 (bei Männern) pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohnern.


Symptome und Beschwerden

Aufgrund der Vielfalt der Non-Hodgkin-Lymphome gibt es keine einheitlichen Symptome.

Bei aggressiven Lymphomen kommt es häufig zu sogenannten Allgemeinsymptomen bevor sich eine Lymphknoten-Schwellung zeigt. Dazu gehören unter anderem:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • unklares Fieber
  • starkes Schwitzen in der Nacht

Die wenig aggressiven Lymphome sind häufig ein Zufallsbefund bei einer Untersuchung aus einem anderen Grund. Sie fallen auf wegen vergrösserten Lymphknoten oder auffällig erhöhten Blutzellen. Es gibt daher kein allgemein gültiges «Warnzeichen».


Diagnose

Auch bei der Diagnose variieren die Untersuchungen und v. a. ihre Reihenfolge je nach vermutetem Typ des Non-Hodgkin-Lymphoms. Es gibt verschiedene diagnostische Schritte, die dabei in unterschiedlicher Reihenfolge durchgeführt werden:

  • Gespräch (Anamnese) und körperliche Tastuntersuchung
  • Untersuchung eines ganzen Lymphknotens unter dem Mikroskop (meist reicht eine Gewebeprobe nicht aus)
  • Untersuchung der Blutzellen unter dem Mikroskop
  • Knochenmarkpunktion mit Untersuchung unter dem Mikroskop
  • bildgebende Verfahren wie Computertomographie, Ultraschall, PET-CT
  • unterschiedliche Laboruntersuchungen des Blutes (u. a. Ausschluss HIV- oder Hepatitis-Infektion)

Je nach Typ des Non-Hodgkin-Lymphoms werden bei der Diagnose bildgebende Verfahren wie eine PET-CET-Untersuchung eingesetzt.


Behandlung

Die Behandlungsstrategie ist so unterschiedlich wie die unterschiedlichen Typen eines Non-Hodgkin-Lymphoms. Die Therapien reichen von einer sofortigen intensiven Immuno-Chemotherapie, über Bestrahlung bis zu reiner Beobachtung (wenn keine Therapie notwendig ist). Dabei wird die Behandlungsstrategie auf den Lymphom-Typ und auf die körperliche Verfassung der Patientin oder des Patienten abgestimmt.

Gerade im Bereich der der Lymphomerkrankungen können immer mehr zielgerichtete Medikamente eingesetzt werden. Diese sind oft besser verträglich und in vielen Fällen auch wirksamer als eine klassische Chemotherapie.


Kontrolle / Nachsorge

Die Nachsorge spielt beim Non-Hodgkin-Lymphom eine wichtige Rolle. Kontrolluntersuchungen dienen dazu, einen allfälligen Rückfall zu erkennen und mögliche Folgekomplikationen zu behandeln. Auch bei der Nachsorge gibt es keine allgemein gültigen Empfehlungen. Die zeitlichen Abstände und die Untersuchungen variieren je nach Typ des Non-Hodgkin-Lymphoms.

Für viele Betroffene und deren Angehörige werden Krankheit und Behandlung zur Belastungsprobe. Am KSW stehen ihnen Fachleute der Psychoonkologie beratend und unterstützend zur Seite.