Blutgefässe / Blut

Leukämie / Blutkrebs

Unter dem Begriff Leukämie werden eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen des blutbildenden Systems zusammengefasst. Die genaue Typenzuordnung erfolgt durch die Analyse von Blut und Knochenmark. Die umgangssprachliche Bezeichnung «Blutkrebs» ist sehr allgemein und sagt wenig aus. Der Begriff Leukämie kommt aus dem Griechischen und steht für eine starke Vermehrung weisser Blutkörperchen im Blut.

Leukämie / Blutkrebs

Bei Leukämie steigt die Anzahl weisser Blutkörper im Blut stark an.


Ursache

Die Blutbildung gehört zu den aktivsten Geweben im menschlichen Körper. Während des gesamten Lebens werdem jede Minute über 100 Millionen weisser und roter Blutkörperchen hergestellt. Basis dieser unglaublichen Leistung ist die Zellteilung, bei der die Erbinformation vollständig auf die nächste Tochterzelle kopiert wird.

Bei diesem Vorgang kann es zu Fehlern kommen, die im ungünstigen Fall eine Leukämie entstehen lassen. Chemische Substanzen wie Lösungsmittel oder Chemotherapeutika können die Entstehung solcher Fehler ebenso wie Radioaktivität und Röntgenstrahlen begünstigen.


Häufigkeit

In der Schweiz erkranken pro Jahr etwa 1000 Menschen an Leukämie. Das entspricht etwa 3 % aller an Krebs Erkrankten in der Schweiz. Leukämie verteilt sich auf alle Altersgruppen: Chronische Formen betreffen deutlich mehr Erwachsene über 70 Jahre (“Alters-Leukämie”), akute Formen treten auch im Kindesalter oder bei jungen Erwachsenen auf. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Leukämie gehört beim Kind zu den häufigsten Krebsformen.


Symptome und Beschwerden

Die Beschwerden einer Leukämie sind unspezifisch und hängen von der Art der durch die Leukämie verursachten Blutbildveränderung ab. Alle Leukämieformen können zu einer Blutarmut, einer Gerinnungsstörung und zur Minderung der Immunabwehr führen.

Steht die Blutarmut im Vordergrund, tritt eine auffällige Hautblässe, Müdigkeit und Atemnot bei Anstrengung auf. Wenn die Immunabwehr geschwächt ist, treten hartnäckige Infektionen mit Fieber auf. Ist die Blutgerinnung betroffen, findet sich eine Neigung zu Blutungen. Unabhängig davon kann die Patientin oder der Patient stark an Gewicht verlieren und vermehrt schwitzen.


Diagnose

Wenn ein Verdacht auf Leukämie besteht, leitet die Ärztin oder der Arzt verschiedene Untersuchungen ein. Diese Abklärungen sind wichtig, um festzustellen, ob tatsächlich eine Leukämie vorliegt. Wenn sich der Verdacht bestätigt, wird die Form bestimmt und abgeklärt, ob eine Therapie notwendig ist. Die wichtigsten Untersuchungsschritte sind:

  • Patientengespräch und körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchungen
  • Knochenmarkuntersuchung

Die genaue Diagnose ist wichtig, um die richtigen Behandlungsmassnahmen festzulegen.


Behandlung

Das Beschwerdebild und die Leukämieform sind ausschlaggebend dafür, ob eine Therapie notwendig ist und welche Art der Behandlung angezeigt ist. Am KSW legen Spezalistinnen und Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam den bestmöglichen Therapieplan individuell fest und besprechen die Schritte mit den Betroffenen und ihren Angehörigen. Zu den möglichen Massnahmen gehören:

  • Medikamentöse Therapien wie zielgerichtete Medikamente, Antikörpertherapien oder Chemotherapien
  • Blutstammzelltransplantationen
  • Strahlentherapie (Radiotherapie)

Die erfolgversprechendste Kombination und der Ablauf der Behandlungen werden optimal auf die Patientin oder den Patienten abgestimmt.


Nachsorge

Wenn die Leukämie-Behandlung abgeschlossen ist, beginnt die ebenfalls wichtige Zeit der Nachsorge. Regelmässige medizinische Untersuchungen dienen dazu, ein mögliches Wiederauftreten der Leukämie rechtzeitig zu erkennen und wo nötig zu behandeln.

Das Rückfallrisiko unterscheidet sich sehr stark von Person zu Person. Deshalb wird der Rhythmus der Kontrolltermine individuell festgelegt. Die Fachleute von der Psychoonkologie unterstützen die Patientin oder den Patienten nach Therapieabschluss bei körperlichen, seelischen oder sozialen Problemen, beantworten Fragen oder hören auch einfach zu.