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Adipositas – krankhaftes Übergewicht

Eine chronisch krankhafte Zunahme des Körperfettes über die Norm bezeichnet man als Adipositas. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt als Mass für den Schweregrad der Body Mass Index (BMI) oder auch Körpermasseindex (KMI). Der BMI ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergrösse. Ab einem BMI von 30 kg/m² spricht man von Adipositas.

Ursache

Adipositas ist eine multikausale, also auf mehrere Ursachen zurückzuführende, Krankheit. Risikofaktoren sind:

  • ein moderner Lebensstil (Bewegungsmangel und Fehlernährung)
  • familiäre Disposition
  • genetische Ursachen
  • Stoffwechselstörungen
  • Medikamente

Die Psyche spielt ebenfalls eine grosse Rolle. Chronischer Stress, Essstörungen oder auch vorübergehende Ruhigstellung von Körperteilen beeinflussen die Entwicklung der Adipositas unter Umständen stark und sollten berücksichtigt werden.


Schweregrade

Es werden drei Schweregrade unterschieden:

  • Grad I: BMI 30 bis 34,9
  • Grad II: BMI 35 bis 39,9
  • Grad III: BMI >40

Adipositas Bmi Kmi Ksw 1


Häufigkeit

In den letzten Jahren hat sich die Häufigkeit der Adipositas verdreifacht. Alleine in der Schweiz sind mehr als 40% der Erwachsenen übergewichtig oder adipös. Bei Kindern und Jugendlichen liegt die Zahl mit 20 % etwas niedriger. Insgesamt bedeutet dies demenstprechend, dass in der Schweiz 2,2 Millionen Menschen übergewichtig oder adipös sind. Im jungen Alter betrifft es häufiger Männer, während ab dem vierzigsten Lebensjahr Frauen ein grösseres Risiko aufweisen.


Symptome und Beschwerden

Übergewicht und Adipositas gehen mit vielen Begleiterkrankungen einher. Je nach Ausmass des Übergewichtes steigt beispielsweise das Risiko für Bluthochdruck sowie Herzkrankheiten auf das 3- bis 6-fache an. Zudem ist das Risiko für Diabetes Typ 2 (Zuckerkrankheit) erhöht. Personen mit einem BMI über 35 haben demzufolge ein 80-fach höheres Diabetes-Risiko. Ferner hat bei Adipositas auch die Lunge weniger Platz, weshalb einige Lungen- und Atemwegs-Erkrankungen, wie das Schlafapnoesyndrom, häufiger auftreten. Überdies assoziiert man verschiedene Arten von Krebs mit Adipositas. Auch Gallenblasenleiden, Gelenksbeschwerden, Depressionen und Demenz können Symptome einer Adipositas sein.


Behandlung

Ziel aller therapeutischen Ansätze ist die Gewichtsreduktion. Konservativen Massnahmen bestehen aus einem Zusammenspiel von Diät, Bewegung sowie ärztlicher Betreuung. Allerdings reichen Ernährungsumstellung und Sport alleine oft nicht aus und es kommt in vielen Fällen wieder zu einer Gewichtszunahme. Dann kann ein chirurgischer Eingriff eine hilfreiche Ergänzung zur Bekämpfung der Adipositas sein. Die Indikation für eine Operation wird zunächst mit der Patientin oder dem Patienten besprochen und danach von unseren bariatrischen Spezialistinnen und Spezialisten des Adipositas-Netzwerks gestellt.

Operationen

Magenbypass

Einer der häufigsten Adipositas-Eingriffe in der Schweiz ist der Magenbypass. Seit Mitte der 90er-Jahre wird dieser überdies mittels Schlüsseloch-Chirurgie durchgeführt. Bei dieser Operation wird der Magen in zwei Teile geteilt. So entsteht dann ein kleiner Teil (Pouch), der mit dem Dünndarm so vernäht wird, dass 1,5 m Dünndarm von der regulären Magendarmpassage ausgeschlossen werden. Dies führt zu einer Reduktion der Aufnahme der Nahrungsmenge (kleinerer Magen) sowie zur Verkürzung der Dünndarmlänge, die Nahrung aufspalten kann. In anderen Worten ist ein durchschnittlicher Gewichtverlust von 60 bis 70 % möglich. Dadurch können aber auch Vitaminmangelerscheinungen auftreten, die durch Ergänzung ausgeglichen werden sollten.

Schlauchmagen (Sleeve)

Bei der Sleeve-Gastektomie werden zirka drei Viertel des Magens entfernt. So wird ein Schlauchmagen gebildet, der ein geringes Volumen hat. Die Wirkung liegt dabei an einem niedrigeren Hungergefühl und einem kleineren Fassungsvermögen des Magens. Dies im Gegensatz zum Magenbypass, bei dem eine Änderungen der Magendarmpassage vorgenommen wird. Mit einem Schlauchmagen ist dann ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 50 bis 60 % möglich. Operiert wird auch mit Schlüsselloch-Chirurgie.


Kontrolle / Nachsorge

Eine Operation alleine reicht nicht aus. Die SMOB (Swiss Society for the Study of morbid Obesity) hat eine standardisierte Nachsorge nach der Operation festgelegt. Unsere Patientinnen und Patienten werden von verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten des Adipositas Netzwerks betreut. Zudem sind auch Spezialistinnen und Spezialisten der Chirurgie, der inneren Medizin, der Ernährungsberatung, der Physiotherapie und der Psychiatrie involviert.

Direkt nach dem Eingriff erhalten die Patientinnen und Patienten Termine zur ärztlichen Kontrolle und Ernährungsberatung. Im ersten Jahr finden etwa alle 3 Monate Kontroll-Termine statt. Danach zweimal jährlich über einen Zeitraum von 5 Jahren. Die Teilnahme an den Nachkontroll-Terminen ist für Patientinnen und Patienten in den ersten 5 Jahren verpflichtend. Ab dem sechsten Jahr wird eine jährliche Kontrolle empfohlen.

Unsere Fachabteilungen

Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

In unserer Klinik behandeln wir Erkrankungen und Verletzungen der inneren Organe im Bereich des Bauch- und Brustraumes.
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