Gesundheitsmythos


Ist eine harte Matratze besser für den Rücken?

NEIN. Die optimale Matratze passt sich der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule an und ist weder zu hart noch zu weich.


Manchmal steigt man nicht nur mit dem falschen Fuss, sondern mit einem verrenkten Rücken aus dem Bett. Wir verbringen ungefähr einen Drittel unseres Lebens mit Schlafen, da kann die Matratze grosse Auswirkungen haben. Und zwar nicht nur auf den Schlaf, sondern auch auf unsere Gesundheit. Deshalb schaffen wir Klarheit – in 47 Spezialgebieten, wie beispielsweise der Neurochirurgie und dem Rückenzentrum.

Anpassung statt Härte

Lange galt eine harte Matratze als die optimale Unterlage. Dies auch im Zusammenhang mit Rückenbeschwerden, denen mit einer harten Matratze entgegengewirkt werden sollte. Das wurde mittlerweile mehrfach widerlegt: Die optimale Matratze ist nämlich weder zu weich noch zu hart und passt sich der Wirbelsäule an. Zudem ist die Wahl der Matratze eine individuelle Angelegenheit. Denn in erster Linie sind die Schlafgewohnheiten, die Schlafposition, das Gewicht und der Rücken massgebend dafür, welche Matratze am besten geeignet ist.

Der Einfluss der Matratze auf den Rücken ist übrigens nicht so gross, wie er von Matratzenverkäuferinnen und -verkäufern gern dargestellt wird. Trotzdem ist es sinnvoll, sich vor der Anschaffung damit auseinanderzusetzen. Wenn man eine neue Matratze kauft, dann sollte es doch eine sein, die den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Sünden für den Rücken

Rückenschmerzen lassen sich oft auf Bewegungsmangel zurückführen. Insbesondere Personen, die während der Arbeit viel sitzen und sich wenig bewegen, klagen über Rückenschmerzen. Durch Bewegung – und da reicht bereits ein Spaziergang pro Tag – kann die Rückenmuskulatur gestärkt und Rückenschmerzen entgegengewirkt werden.

Für Personen, die am Arbeitsplatz viel sitzen, ist die Sitzhaltung von grosser Bedeutung. Entgegen der allgemeinen Annahme, dass man gerade sitzen müsse, ist es für den Rücken entspannender und gesünder, wenn die Sitzposition mehrfach gewechselt wird. Bei einer geraden, aber steifen Haltung verhärtet sich die Rückenmuskulatur und es treten ebenfalls Schmerzen auf. Auch psychischer Druck oder Stress kann zu Rückenschmerzen führen.

Der Bandscheibenvorfall

Fast jeder hat schon einmal davon gehört – vom Bandscheibenvorfall. Doch was ist das überhaupt?

Unsere Wirbelsäule besteht aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln, dem Kreuzbein und dem Steissbein. Zwischen den Wirbeln liegen Bandscheiben, welche die Wirbel elastisch verbinden. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt das Innere der Bandscheibe aus und drückt in manchen Fällen auf den Spinalnerv im Wirbelkanal, in dem sich auch das Rückenmark befindet.

Ein Bandscheibenvorfall kann zwar für Rückenschmerzen verantwortlich sein, muss es aber nicht. Denn Symptome treten nicht immer auf. Falls doch, äussert sich ein Bandscheibenvorfall in Rückenschmerzen, die bis in die Arme oder Beine ausstrahlen können, einem Kribbeln in Armen oder Beinen, Taubheitsgefühlen oder sogar Lähmungen. Betroffen sind davon vor allem Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, meist aufgrund alters- und belastungsbedingter Abnutzung, Bewegungsmangel oder Übergewicht. Ein Bandscheibenvorfall lässt sich neurologisch mit verschiedenen Mitteln abklären, wie beispielsweise der Computertomographie (CT) oder der Kernspintomographie (MRT).

Bei einer Therapie mittels Entspannungsübungen, Sport, Bewegung, Medikamenten oder einer Operation sind die Heilungschancen bei einem Bandscheibenvorfall sehr gut.


Gut zu wissen

Wir selbst stärken uns den Rücken, indem wir dem Körper genug Bewegung verschaffen. Schmerzt die Rückseite doch einmal, so kann dies auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Fachpersonen können Sie dabei unterstützen, die Ursache und individuelle Behandlungsmöglichkeiten zu finden.