Gesundheitsmythos


Erhöhen zu enge BHs das Risiko für Krebs?

NEIN. Das ist einer unter vielen widerlegten Mythen rund um das Thema Krebs.


Was begünstigt Krebs, worauf muss ich achten? Es gibt so viele Informationen und Behauptungen zum Thema Krebs, dass man manchmal nicht mehr weiss, woran man sich orientieren soll. Deshalb schaffen wir Klarheit – in 47 Spezialgebieten, wie beispielsweise dem Brustzentrum.

Verpack deine Brust, wie es dir gefällt

Egal ob eng oder weit, mit Bügel oder ohne, schulterfrei oder gepolstert: Der BH hat keinen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. Jede Frau kann also das Modell aussuchen und tragen, das sie will, und muss sich dabei keine Sorgen um etwaige Risiken machen. Medizinisch gesehen sind alle BHs unbedenklich.

Brustkrebsrisiken auf einen Blick

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, wobei zwei Drittel der Erkrankungen nach dem 60. Lebensjahr auftreten. Neben dem Alter stellt Fettleibigkeit ein gewisses Risiko für die Entstehung von Brustkrebs dar.

Ein weiterer Faktor kann eine länger dauernde Hormonersatztherapie nach der Menopause sein. Eine familiäre Vorbelastung ist ebenfalls ein Risikofaktor. Es sind zwar nur ca. 10% aller Brustkrebserkrankungen genetisch bedingt, hier ist aber die Früherkennung besonders gut möglich. Sind in der Familie schon Frauen an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt, sollte eine genetische Beratung erfolgen.

Brustkrebs lässt sich gut behandeln, sofern er früh erkannt wird. Jede Frau sollte einmal monatlich ihre Brust selber abtasten und bei Entdeckung eines Knotens diesen ihrer Gynäkologin oder dem Gynäkologen zeigen. Empfohlen wird zudem eine jährliche Kontrolle der Brust durch eine gynäkologische Fachperson; zwischen dem 50. und dem 70. Lebensjahr sollte ausserdem jedes 2. Jahr eine Mammographie zur Früherkennung von noch nicht tastbaren Tumoren durchgeführt werden.

Wie erkenne ich Brustkrebs?

Das häufigste frühe Zeichen für eine Brustkrebserkrankung ist ein Knoten in der Brust; er kann schmerzlos oder schmerzhaft sein. Weitere Anzeichen für Brustkrebs sind eine Veränderung von Grösse oder Form der Brust, Hautveränderungen und Einziehung der Brusthaut oder einer Brustwarze sowie Knoten in der Achselhöhle. Wer eines dieser Symptome entdeckt, sollte sich möglichst bald von einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen untersuchen lassen.

Je grösser die Brust, desto höher das Brustkrebsrisiko?

Frauen mit grossen Brüsten haben mehr Drüsen- und Bindegewebe. Das bedeutet, dass es in dieser Brust mehr Zellen als in einer kleinen Brust gibt. Daher ist die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, also etwas grösser, weil mehr Zellen entarten und Krebs bilden können.

Kann man Brustkrebs vorbeugen?

Massnahmen, die zu einer ausgeprägten Reduktion des Brustkrebsrisikos führen, gibt es nicht. Früh schwanger zu werden und das Kind zu stillen, kann zwar das Brustkrebsrisiko reduzieren, entspricht aber nicht mehr dem europäischen Lebensstil.

Eine leichte Reduktion des Risikos kann durch regelmässigen Sport (mind. 3–4 Stunden pro Woche) und Zurückhaltung beim Alkoholkonsum (max. 5 Drinks pro Woche) sowie durch den Verzicht auf eine längere Hormonersatztherapie nach der Menopause erreicht werden. Da es keine nachweislich wirksamen Massnahmen zur Vorbeugung gibt, ist die Früherkennung (wie oben erläutert) so wichtig.


Gut zu wissen

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Bei frühzeitigem Erkennen lässt sie sich mit guten Aussichten auf Heilung behandeln. Deshalb wird empfohlen, regelmässig Selbstuntersuchungen vorzunehmen und sich von einer gynäkologischen Fachperson untersuchen zu lassen.