Urologie

Erfahrungsbericht Prostatakrebs

Urs H. war an einem bösartigen Prostatatumor erkrankt. Die beste Behandlung bestand in einer vollständigen Entfernung der Prostata. Diese wurde in einer roboterassistierten Operation vollständig entfernt.

Urs H. verspürte weder Schmerzen, noch hatte er Probleme beim Wasserlösen. Doch im Frühling stellte sein Hausarzt bei der regelmässigen Vorsorgeuntersuchung fest, dass der PSA-Wert im Blut deutlich gestiegen war. Bei dem prostata-spezifischen Antigen handelt es sich um ein Eiweiss, das in der Prostata produziert wird. Steigt der Wert plötzlich an, ist das möglicherweise ein Hinweis darauf, dass sich ein Tumor entwickelt hat.

Dank der Vorsorgeuntersuchung konnte der Prostatakrebs bei Urs H. frühzeitig erkannt und geheilt werden.

Um ein genaueres Bild zu erhalten, wurde eine Magnetresonanztomographie gemacht und danach Gewebe aus der Prostata von Urs H. entnommen. Dabei bestätigte sich der Verdacht auf ein Prostatakarzinom. Die Diagnose machte den vor kurzem pensionierten Akademiker betroffen. Doch völlig überrascht war er nicht: Bereits sein Vater war an Prostatakrebs erkrankt.

Vollständige Prostataentfernung

Im Gespräch mit seinem Hausarzt und Dr. med. Christian Padevit (Stellvertretender Chefarzt der Klinik für Urologie) wurde schnell klar: Die beste Behandlung bestand in der vollständigen Entfernung der Prostata. Urs H. wurde von Dr. Padevit über die Risiken sorgfältig aufgeklärt. So kann beispielsweise nicht ganz ausgeschlossen werden, dass Patienten nach dem Eingriff länger von Inkontinenz oder einer Erektionsstörung betroffen sind. Weil der Tumor bei Urs H. dank der Vorsorgeuntersuchung in einem frühen Stadium entdeckt wurde, war die Wahrscheinlichkeit dafür jedoch gering.

Urs H. wurde auch darüber informiert, dass die Operation roboterassistiert und möglichst nervenschonend durchgeführt werden sollte. «Das hat mich fasziniert», sagt er. Überzeugt hat ihn auch die Tatsache, dass die Ärzte an der Klinik für Urologie sehr viel Erfahrung mit dem Da-Vinci-Roboter haben (jedes Jahr werden damit über 250 Operationen durchgeführt).

«Ich bin als geheilt entlassen worden.»
Urs H., Patient der Klinik für Urologie

Drei Stunden dauerte der Eingriff, bei dem auch einige Lymphknoten entfernt wurden. Nach vier Tagen konnte Urs H. das Spital verlassen. «Ich bin als geheilt entlassen worden», erinnert er sich. Denn die Untersuchung des Prostatagewebes an den Schnitträndern hatte gezeigt, dass der Tumor vollständig entfernt wurde. Zudem fanden sich in den entnommenen Lymphknoten keine Tumorzellen.

Nach ein paar Wochen wieder kontinent

Die erste Woche entleerte Urs H. seine Blase über einen Katheter. Danach absolvierte er ein gezieltes Beckenbodentraining, um die Schliessmuskulatur zu stärken. Dies ist hilfreich, denn ohne Prostata fehlt der natürliche Verschluss der Harnröhre. In den ersten Tagen trug er dicke Binden, danach noch Einlagen. Bis Patienten wieder kontinent sind, dauert es im Durchschnitt drei Monate. Bei Urs H. ging es schneller. «Ich bin überrascht, wie gut sich alles erholt hat», sagt er rückblickend.

«Ich bin überrascht, wie gut sich alles erholt hat.«
Urs H. nach seiner Operation

Heute ist er froh, dass er sich für den Eingriff entschieden hat. «Die bei der Vorsorgeuntersuchung gefundenen Anzeichen waren eindeutig.» In der Zwischenzeit ist bereits die erste Nachkontrolle erfolgt, und der PSA-Wert ist auf null gefallen. Das enge Monitoring wird in Form halbjährlicher, später jährlicher Kontrollen weitergeführt.