Plastische Chirurgie

In der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie des KSW behandeln wir regelmässig Brüche des Gesichtsschädels, die nicht die Zahnstellung betreffen. Dazu zählen Brüche des Bodens der Augenhöhle (Orbitabodenfraktur), des Nasenbeins, der Kiefer- und Stirnhöhle, des Kieferknochens und Jochbeins (Jochbogenfraktur) sowie Kombinationsverletzungen, sogenannte Tripod-Frakturen.

Brüche der Kiefer-, Stirn- oder Augenhöhle behandeln wir gegebenenfalls auch durch eine Verplattung. Die genaue Art der Operation richtet sich nach den verletzten Regionen.

  • Orbitaboden

    Der Boden der Augenhöhle (Orbitaboden) ist dünn wie Pergament. Bei direkten Anprallverletzungen im Bereich des Auges kann der Augapfel den Orbitaboden durchschlagen und einen Bruch herbeiführen. Dabei kann es vorkommen, dass Gewebe aus der Augenhöhle oder Teile der Augenmuskulatur in die Kieferhöhle rutschen, die unmittelbar unterhalb der Augenhöhle liegt. Abhängig vom Ausmass des Bruches und der Menge des abgesunkenen Augenhöhlengewebes, können ästhetische Störungen wie ein Einsinken des Auges (Enophtalmus) bis hin zu Funktionsstörungen des Auges mit Ausbildung von Doppelbildern auftreten.

    Brüche des Orbitabodens behandeln wir in der Regel durch einen Schnitt unterhalb der Wimpern am Unterlid. Die Rekonstruktion erfolgt dann durch Einbringen eines Titannetzes, einer sehr dünnen Titanplatte oder einer selbstauflösenden Folie. Nach der Operation schwellen die Augenlider oft stark an.

    Narkose: Vollnarkose
    Operationsdauer: ca. 1 Stunde
    Spitalaufenthalt: etwa 1–2 Nächte
    Arbeitsunfähigkeit: richtet sich nach der Tätigkeit; etwa 1–2 Wochen
    Nachbehandlung: Augentropfen, Entfernung des Nahtmaterials am Unterlid

  • Jochbogen

    Brüche des Jochbeins bzw. des Jochbogens können bei verrutschten Bruchstücken zu einer Störung der Wangenkontur oder einer Störung der Kieferöffnung führen. Abhängig von der Bruchform ist das Einrichten der Bruchstücke entweder durch einen kleinen Schnitt in der Schläfenregion oder durch einen kleinen Stich in der betroffenen Wange möglich. Eine Verplattung des Knochens zur Stabilisierung ist eher selten notwendig, da sich die Bruchstücke nach korrekter Positionierung meist selbst stabilisieren. Schonung und das Vermeiden eines neuen Anpralls sind dennoch zwingend erforderlich.

    Narkose: Vollnarkose
    Operationsdauer: ca. 45 Minuten
    Spitalaufenthalt: 1 Nacht
    Arbeitsunfähigkeit: richtet sich nach der Tätigkeit; etwa 0–2 Wochen
    Nachbehandlung: körperliche Schonung, Entfernung des Nahtmaterials

  • Nasenbeinfrakturen

    Frakturen der knöchernen Nase können beim Verrutschen der Bruchstücke zu einer erheblichen Störung der Gesichtsästhetik und zu funktionellen Einschränkungen führen, etwa zu einer bleibenden Nasenatmungsbehinderung. Begleitverletzungen der Nasenknorpel oder Einblutungen in die Nasenscheidewand müssen ebenfalls erfasst und gegebenenfalls behandelt werden. Ob eine Achsabweichung vorliegt, lässt sich oft nicht sofort feststellen, da die Nase nach einer Verletzung in der Regel stark anschwillt. Die Kontrolle erfolgt daher normalerweise nach etwa einer Woche.

    Nach dem Aufrichten ist häufig ein Austamponieren der Nasenhaupthöhlen für 2–3 Tage notwendig. Eine Kunststoffschiene zum Schutz für die ersten 10–14 Tage wird direkt nach der Operation angelegt.

    Narkose: Vollnarkose
    Operationsdauer: ca. 20 Minuten
    Spitalaufenthalt: ambulant
    Arbeitsunfähigkeit: richtet sich nach der Tätigkeit; etwa 0–2 Wochen
    Nachbehandlung: körperliche Schonung, Schneuzverbot, Entfernung der Tamponaden nach 2–3 Tagen, Entfernung des Kunststoffgipses nach 10–14 Tagen.

  • Tripod-Frakturen

    Tripod-Frakturen sind komplexe Brüche des Gesichtsschädels. Dabei kommt es zu mehreren Brüchen, die alle auf der gleichen Gesichtshälfte liegen und oft zu einer starken Verschiebung des frakturierten Bereichs führen. Die Brüche betreffen die Kiefer- und Augenhöhle sowie das Jochbein und den Jochbogen (den sogenannten zygomaticomaxillaren Komplex). Bei einer Verschiebung der Bruchstücke ist in der Regel eine Operation notwendig. Die Brüche werden nach dem Einrichten mit kleinen Plättchen fixiert. Bei der Operation sind in der Regel mehrere Schnitte notwendig, die an unauffälligen Stellen angelegt werden, üblicherweise unterhalb der Wimpern am Unterlid, an der Schläfe und innerhalb der Mundhöhle am Oberkiefer. Mitunter sind noch weitere Schnitte nötig.

    Narkose: Vollnarkose
    Operationsdauer: ca. 1.5–2 Stunden
    Spitalaufenthalt: ca. 2 Nächte
    Arbeitsunfähigkeit: richtet sich nach der Tätigkeit; etwa 2 Wochen
    Nachbehandlung: körperliche Schonung, Schneuzverbot, Entfernung des Nahtmaterials nach ca. 1 Woche. Die Plättchen können lebenslang im Körper verbleiben und müssen nicht entfernt werden.