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Leistungen

Leistungen erhöht und Angebot erweitert

Nach Jahren, die vom Fachkräftemangel geprägt waren, ist das KSW personell wieder gut aufgestellt. Ende 2023 waren deshalb viele Bereiche wieder in der Lage, deutlich mehr Leistungen zu erbringen. Sowohl im ambulanten wie auch im stationären Bereich verzeichnete das KSW ein Wachstum. Mit Blick in die Zukunft investiert das KSW in jene Bereiche, in denen mit einem Anstieg der Patientenzahlen zu rechnen ist.

Die ambulanten Leistungen nahmen 2023 erneut zu: Am KSW wurden 326’649 ambulante Konsultationen durchgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr (322’384) entspricht das einer Zunahme von 1,3%. Zu den ambulanten Konsultationen zählen neben Grundkonsultationen und operativen Eingriffen beispielsweise auch Ernährungsberatung oder Dialyse. Die Zunahme im ambulanten Bereich zeigt sich auch bei den Taxpunkten. 2023 hat das KSW 143,5 Mio. Taxpunkte verrechnet (+2,1%); im Vorjahr waren es 140,5 Mio.

303 834
2019
279 346
2020
304 421
2021
322 384
2022
326 649
2023
Ambulante Konsultationen
125 605 410
2019
122 033 118
2020
132 987 143
2021
140 532 981
2022
143 494 594
2023
Taxpunkte ambulante Leistungen

Anstieg der stationären Patientenzahlen
Auch im stationären Bereich konnte das KSW im Berichtsjahr mehr Leistungen erbringen. 2023 hat das KSW 28’072 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Dies entspricht einer Zunahme von 4,7% gegenüber dem Vorjahr (26’802). Dieser deutliche Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das KSW viele vakante Stellen besetzen und so laufend zuvor geschlossene Betten öffnen konnte.

28 024
2019
26 885
2020
28 134
2021
26 802
2022
28 072
2023
Austritte stationär

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der zusatzversicherten Personen im stationären Bereich leicht an. Während der Anteil der privat versicherten Patientinnen und Patienten mit 6,1% dem Vorjahreswert entsprach, gab es bei den halbprivat versicherten Patientinnen und Patienten eine Zunahme von 0,7 Prozentpunkten (14,6% gegenüber 13,9% im Vorjahr). Entsprechend sank die Anzahl der Grundversicherten: von 80,0% im Vorjahr auf 79,3% im Berichtsjahr. Ziel ist, diese Werte wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau zu bringen.

78,6 %
2019
78,8 %
2020
79,6 %
2021
80 %
2022
79,3 %
2023
Anteil Grundversicherte
14,9 %
2019
14,7 %
2020
14,2 %
2021
13,9 %
2022
14,6 %
2023
Anteil halbprivat Versicherte
6,4 %
2019
6,5 %
2020
6,2 %
2021
6,1 %
2022
6,1 %
2023
Anteil privat Versicherte

Kürzere Aufenthaltsdauer trotz höherer Komplexität der Fälle
Die Behandlungen waren 2023 im Durchschnitt komplexer als im Vorjahr: Der Case Mix Index (CMI), der den durchschnittlichen Schweregrad der behandelten Fälle angibt, ist um 0,9 % auf einen Wert von 1,057 (2022: 1,047) gestiegen. Trotzdem konnte die Aufenthaltsdauer im Berichtsjahr wieder verkürzt werden; sie betrug – wie bereits 2020 und 2021 – 4,8 Tage. Mit 4,8 Tagen erreicht das KSW eine optimale Genesungsdauer für Patientinnen und Patienten, wobei gleichzeitig die Aufenthaltsdauer möglichst kurz gehalten wird.

Unverändert viele Konsultationen auf dem Notfall
Nach den Rekordzahlen von 2022 (66’939 Konsultationen) nahmen die Notfallkonsultationen im Jahr 2023 zwar leicht ab, befanden sich mit 64’623 aber immer noch auf einem hohen Niveau. Bei knapp 30% dieser Konsultationen handelt es sich um Patientinnen und Patienten mit weniger gravierenden Verletzungen oder Erkrankungen, die in der Notfallpraxis behandelt werden konnten. Sie suchten direkt den Notfall auf, statt ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt zu konsultieren oder sich in einer Apotheke beraten zu lassen. Der Trend, das Notfallzentrum als erste Anlaufstelle zu nutzen, hält an: Die Mehrzahl dieser Fälle hätte auch in einer Hausarztpraxis behandelt werden können.

5 %
mehr Geburten am KSW als im Vorjahr.

Rekordjahr für die Klinik für Geburtshilfe
Im Jahr 2023 kamen am KSW insgesamt 2005 Kinder zur Welt. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr: 2022 wurden 1918 Babys am KSW geboren. Wie schon 2022 waren es mehr Jungen als Mädchen, nämlich 1046 (Vorjahr 993). Es wurden 42 Zwillingspaare geboren. Seit Mai 2023 bietet das KSW die hebammengeleitete Geburt an. Den Leistungsauftrag für diese Angebotserweiterung hat das KSW 2023 von der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich erhalten. Im Berichtsjahr wurde das Angebot der hebammengeleiteten Geburt insgesamt 35-mal in Anspruch genommen.

Neue Leistungsaufträge
Zusätzlich zum Leistungsauftrag für die hebammengeleitete Geburt hat das KSW per 1. Januar 2023 vier weitere, neue Leistungsaufträge erhalten:

  • bariatrische Chirurgie
  • spezialisierte Neurochirurgie
  • komplexe Wirbelsäulenchirurgie
  • spezialisierte interventionelle Kardiologie

Voraussetzung für den Erhalt eines Leistungsauftrags ist, dass eine Institution die generellen wie auch die leistungsspezifischen Anforderungen erfüllt. Innerhalb dieser Leistungsaufträge und mit zusätzlichen Angeboten investiert das KSW gezielt in Bereiche, in denen mit einem Anstieg der Patientenzahlen zu rechnen ist.

Gezielter Angebotsausbau
Die Bevölkerung in Winterthur wächst und die durchschnittliche Lebenserwartung steigt. Das beeinflusst die Ausgestaltung des Angebots am KSW. Mit der Memory Clinic bieten Geriatrie und Neurologie seit 2023 eine gemeinsame Sprechstunde an: Personen mit Verdacht auf eine Demenzerkrankung profitieren von einer interprofessionellen Abklärung.

58
interdisziplinäre Abklärungen führte die Memory Clinic 2023 durch.

Die Augenklinik am KSW hat sich 2023 neu ausgerichtet und ihr Angebot erweitert. Die Klinik erhielt 2023 vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Bewilligung, Hornhauttransplantationen durchzuführen. Auch die Molekularpathologie hat ihr Angebot ausgebaut und unterstützt die Onkologie mit vertieften Analysen. Im Berichtsjahr wurden 486 Analysen durchgeführt, wozu neu auch Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) gehören. 2023 hat das KSW zudem eine nuklearmedizinische Therapiestation eröffnet.

Erste bariatrische Operationen am KSW
Neben dem Anstieg der Lebenserwartung beeinflussen auch Risikofaktoren wie Übergewicht und Adipositas die Gesundheit der Bevölkerung. Als Partner des Adipositas-Netzwerks setzt sich das KSW gemeinsam mit den Spitälern Schaffhausen und dem GZO Spital Wetzikon seit 2015 mit diesem Thema auseinander. Bis Ende 2022 führten KSW-Ärztinnen und -Ärzte bariatrische Operationen am GZO Spital Wetzikon durch. Seit dem Erhalt des entsprechenden Leistungsauftrags Anfang 2023 können diese auch am KSW durchgeführt werden. Im Berichtsjahr wurden 47 bariatrische Eingriffe am KSW vorgenommen.

Zwanzig Jahre Unterstützung für Kinder und Jugendliche
Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) des KSW feierte 2023 sein 20-Jahr-Jubiläum. Das SPZ betreut und behandelt Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Über die letzten Jahre wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut. Als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen, Behinderungen, Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Beeinträchtigungen ergänzt es heute das Angebot von niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzten, Hausarztpraxen sowie Beratungs- und Frühförderstellen im Raum Winterthur und darüber hinaus. Der Bedarf an therapeutischen Leistungen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen; die 2022 eröffnete Therapiestation war im Berichtsjahr gut ausgelastet.

24 538
Konsultationen wurden 2023 am SPZ verzeichnet.

Kooperationen intensiviert
Kooperationen und Partnerschaften sind für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens von wesentlicher Bedeutung. Das KSW pflegt eine Vielzahl von Kooperationen, um das medizinische Angebot, die Beschaffungen und seine Attraktivität als Arbeitgeber laufend zu optimieren. 2023 hat das KSW die Zusammenarbeit mit bisherigen Partnern intensiviert – zum Beispiel mit dem GZO Spital Wetzikon im Rahmen von «Best Care Net». Auch die Kooperation «Trio+» wird weiter konkretisiert. In dieser Kooperation arbeitet das KSW seit 2022 mit dem ambulanten Leistungserbringer Medbase und mit SWICA zusammen, um die integrierte Versorgung im Raum Winterthur voranzutreiben. Im Berichtsjahr haben die Kooperationspartner gemeinsam Konzepte für Pilotprojekte in den Bereichen Arzneimittelsicherheit und Chronic Care entwickelt. Sie werden 2024 umgesetzt. Seit 2023 ist das KSW Partner der gemeinnützigen Organisation «smarter medicine». Diese fördert gemeinsam mit weiteren Partnerspitälern Diskussion und Forschung zur Verhinderung von unnötigen medizinischen Behandlungen.

Behandlungsspezifische Qualität messen

Um die klinische Patientensicherheit sowie eine hohe Behandlungs- und Servicequalität zu gewährleisten, setzt das KSW auf ein umfassendes Qualitätsmanagement. 2023 wurde ein Projekt zur Messung der Indikationsqualität abgeschlossen, in dessen Zentrum die «patient-reported outcome measures» (PROMs) standen. PROMs sind standardisierte Instrumente zur Messung der Behandlungsergebnisse und der medizinischen Ergebnisqualität aus Sicht der Patientinnen und Patienten. Im Kanton Zürich sind Listenspitäler verpflichtet, in der Orthopädie und der Urologie bestimmte PROMs zu erheben. Das KSW geht über die Vorgabe hinaus und erhebt PROMs auch im Zentrum für Palliative Care und seit 2023 zusätzlich in den Bereichen Onkologie sowie Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie. Die Daten werden effizient auf elektronischem Weg erhoben: Je nach Behandlung löst ein System automatisch die passende Befragung aus. Darüber hinaus erhebt das KSW Angaben zur Gesamterfahrung im Spital.

Hohe Qualitätsstandards
Das KSW verfügt in vielen Bereichen über Qualitätslabels und Zertifizierungen. 2023 konnten am KSW sieben Bereiche rezertifiziert werden. Zusätzlich hat das KSW drei neue Zertifizierungen sowie eine zusätzliche Bewilligung vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erhalten. Die Zertifizierungen belegen, dass am KSW evidenzbasierte und hochstehende Behandlungen erfolgen. Gleichzeitig bestätigen sie das medizinische Personal in seiner Arbeit.

Spezialisierte stationäre Palliative Care (SSPC) / Mobile Palliative-Care-Dienste (MPD) – April 2023

  • Verein qualitépalliative
  • Rezertifizierung

Tumorzentrum Winterthur – Juni 2023

  • Onkozert (DKG) / Clarzert (ISO)
  • Rezertifizierung der Organzentren
    • Bauchtumorzentrum
    • Lungentumorzentrum
    • Urologisches Tumorzentrum
    • Brustzentrum
    • Gynäkologisches Tumorzentrum
  • Erstzertifizierung
    • Zentrum für Lymphome & Leukämien
    • Schwerpunkt Endokrine Malignome

Stroke Unit – Juni 2023

  • SanaCert Swiss (SFCONS)
  • Rezertifizierung

Endometriosezentrum – November 2023

  • EuroEndoCert; im Auftrag der Endometriose-Forschung
  • Erstzertifizierung

Grosses Forschungsinteresse am KSW

Das KSW engagiert sich, um neue Erkenntnisse in der Medizin zu gewinnen. Deshalb führen die klinischen Bereiche eigene Studien durch und beteiligen sich an nationalen und internationalen Forschungsprojekten. Der Fokus liegt auf angewandter klinischer Forschung – Forschung also, die sich direkt auf die Behandlung der Patientinnen und Patienten auswirkt. Die Studien ermöglichen erkrankten Personen den Zugang zu neuen Therapien: 2023 haben 183 Patientinnen und Patienten an klinischen Studien am KSW teilgenommen.

Dreissig neue Forschungsprojekte
Das KSW ist ein attraktiver Arbeitgeber für Fachkräfte mit Interesse an klinischer Forschung. 2023 veröffentlichten die KSW-Expertinnen und -Experten 212 wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften und starteten 30 neue Forschungsprojekte – dies stets aus fachlichem Interesse und auf eigene Initiative. Ein Grossteil der Forschungstätigkeit am KSW entfällt auf die Onkologie/Hämatologie. Forschungsprojekte müssen in der Regel finanziell selbsttragend sein. Die pharmazeutische Industrie, Verbände, Stiftungen oder der Nationalfonds bieten jedoch oft finanzielle Unterstützung. Das KSW unterstützt kleinere Forschungsprojekte, die kaum Zugang zu Fördermitteln erhalten, zusätzlich mit einem finanziellen Beitrag.

212
wissenschaftliche Publikationen wurden 2023 am KSW herausgegeben.