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Header Jahresbericht Ksw 2021

Leistungsbericht

Anzahl Behandlungen wieder gesteigert

Nach 2020 prägte die Corona-Pandemie auch das Jahr 2021 und brachte das KSW mehrfach an die Belastungsgrenze. Dennoch behandelte das Spital 28 134 Patientinnen und Patienten stationär und über 250 000 ambulant. Damit liegt die Zahl der Austritte stationär um 0,4% höher als im bisherigen Rekordjahr 2019 und um 4,6% höher als 2020. Die Entwicklung blieb aber insgesamt hinter jener in früheren Jahren zurück, weil das KSW vor allem in der zweiten und der fünften Corona-Welle die OPS-Kapazitäten reduzieren und Behandlungen aufschieben musste.

«Die Strategie «ambulant vor stationär» beginnt in allen Fachbereichen zu greifen.»

Zugenommen hat die Anzahl grundversicherter Patientinnen und Patienten. Zusatzversichert waren 2021 noch 20,4% gegenüber 21,2% im Vorjahr. Im Berichtsjahr wurden im Durchschnitt ähnlich komplexe Patientenfälle behandelt wie im Jahr zuvor. Der Case Mix Index (CMI), der den durchschnittlichen Schweregrad der Fälle angibt, hat sich nur leicht verändert (1,039 gegenüber 1,042 im Vorjahr). Die durchschnittliche Aufent- haltsdauer liegt wie schon 2020 bei 4,8 Tagen.

Die Anzahl Taxpunkte für ambulante Leistungen stieg 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund 10%, nämlich von 121 Mio. auf 133 Mio. Taxpunkte. Das sind auch deutlich mehr als noch 2019 mit 125 Mio. Taxpunkten für ambulante Leistungen. Nicht eingerechnet sind die Leistungen des Instituts für Labormedizin und des Instituts für Therapien und Rehabilitation, die nach einem eigenen Leistungstarif abrechnen.

Die Strategie «ambulant vor stationär» beginnt zu greifen, und zwar in allen Fachbereichen. Die Entwicklungen in der Medizin und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten nach einer möglichst kurzen Aufenthaltsdauer im Spital werden eine weitere Verschiebung von stationär zu ambulant bewirken.

Detaillierte Angaben zu den Behandlungen in allen Fachbereichen sind im separaten Leistungsbericht 2021 des KSW publiziert.

Patientenstatistik

Kennzahlen Patienten Departement Medizin Departement Chirurgie Departement Geburtshilfe und Gynäkologie Departement Kinder- und Jugendmedizin Institute*** Total KSW 2021 Total KSW 2020 Total KSW 2019
Austritte stationär 8 672 11 219 4 516 2 932 795 28 134 100,0% 26 885 100,0% 28 024 100,0%
davon grundversicherte Patienten 6 637 8 671 4 108 2 429 545 22 390 79,6% 21 191 78,8% 22 038 78,6%
davon halbprivat versicherte Patienten 1 510 1 616 348 341 182 3 997 14,2% 3 954 14,7% 4 189 14,9%
davon privat versicherte Patienten 525 932 60 162 68 1 747 6,2% 1 740 6,5% 1 797 6,4%
CMI* (durchschnittlicher Schweregrad) 1,184 1,203 0,588 0,797 0,597 1,039 1,042 1,033
Aufenthaltsdauer 6,4 4,3 3,3 4,8 1,7 4,8 4,8 4,9
davon grundversicherte Patienten 6,4 4,3 3,3 5,1 1,8 4,7 4,8 4,9
davon halbprivat versicherte Patienten 6,5 4,7 3,8 3,7 1,6 5,1 5,2 5,3
davon privat versicherte Patienten 6,7 4,4 4,1 2,4 1,6 4,8 4,9 5,0
Taxpunkte ambulante Leistungen** 24 517 447 15 010 764 5 393 184 7 941 690 80 124 158 132 987 243 121 005 605 125 605 410

* CMI 2021 gemäss SwissDRG Version 10.0, CMI 2020 gemäss SwissDRG Version 9.0, CMI 2019 gemäss SwissDRG Version 8.0 / Der CMI 2021 wurde per 1. Februar 2022 ermittelt und umfasst 99,8% der zu berücksichtigenden Fälle. Leichte Veränderungen am ausgewiesenen CMI können sich im Verlauf des Jahres 2022 ergeben. Beim CMI des Departements Kinder- und Jugendmedizin sind die Patientinnen und Patienten der Kinderpsychiatrie nicht berücksichtigt.

** Für alle Organisationseinheiten werden Tarmed-Taxpunkte ausgewiesen, mit Ausnahme des Instituts für Labormedizin und des Instituts für Therapien und Rehabilitation (ITR), die nach einem eigenen Leistungstarif abrechnen. Bei den ausgewiesenen Taxpunkten für ambulante Leistungen handelt es sich ausschliesslich um die Taxpunkte der fallführenden Organisationseinheiten. Departement Medizin: exkl. Taxpunkte Alterszentren Winterthur in den Jahren 2020 und 2021.

*** (inkl. Augenklinik, Radio-Onkologie, Notfallorganisation)

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* CMI 2021 gemäss SwissDRG Version 10.0, CMI 2020 gemäss SwissDRG Version 9.0, CMI 2019 gemäss SwissDRG Version 8.0 / Der CMI 2021 wurde per 1. Februar 2022 ermittelt und umfasst 99,8% der zu berücksichtigenden Fälle. Leichte Veränderungen am ausgewiesenen CMI können sich im Verlauf des Jahres 2022 ergeben. Beim CMI des Departements Kinder- und Jugendmedizin sind die Patientinnen und Patienten der Kinderpsychiatrie nicht berücksichtigt.

** Für alle Organisationseinheiten werden Tarmed-Taxpunkte ausgewiesen, mit Ausnahme des Instituts für Labormedizin und des Instituts für Therapien und Rehabilitation (ITR), die nach einem eigenen Leistungstarif abrechnen. Bei den ausgewiesenen Taxpunkten für ambulante Leistungen handelt es sich ausschliesslich um die Taxpunkte der fallführenden Organisationseinheiten. Departement Medizin: exkl. Taxpunkte Alterszentren Winterthur in den Jahren 2020 und 2021.

*** (inkl. Augenklinik, Radio-Onkologie, Notfallorganisation)

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer


Austritte Stationär

 


Pflegetage


Mehr Geburten

2021 sind insgesamt 1920 Babys am KSW zur Welt gekommen. Das sind 148 oder 7,1% mehr als in den beiden vorherigen Jahren. 2019 waren es 1781 Neugeborene, ein Jahr später 1792. 2021 wurden 52 Zwillingspaare geboren (104 Babys). Drillingsgeburten gab es keine, wie schon in den letzten zwei Jahren. Ambulante Geburten waren mit 4,6% im Jahr 2021 nach wie vor häufiger als noch vor der Corona-Pandemie, als erst 1,9% der Gebärenden am Tag der Geburt nach Hause zurückkehrten. Erneut ist die Zahl der Kaiserschnitte im Vergleich zum Vorjahr zugunsten der Spontangeburten gesunken, und zwar um 3,3%.

2021 2020
Geburten total 1 920 1 792
stationär 1 831 1 693
ambulant 89 99
Zwillinge 52 51
Drillinge 0 0
Mädchen 948 857
Knaben 972 935
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COVID-19: Aus dem Sprint ist ein Marathon geworden

Am KSW als einem COVID-A-Spital wurden 2021 stationär 805 und ambulant 734 Patientinnen und Patienten mit COVID-19 behandelt. Die KSW-Mitarbeitenden waren 2021 nebst der hohen Auslastung mit Non-COVID-Patientinnen und -Patienten deshalb zusätzlich stark gefordert. Denn der Spitalbetrieb musste flexibel an die Erfordernisse der Corona-Wellen angepasst werden. Das Pandemiemanagement und das Langzeitkonzept, die das KSW 2020 entwickelt hatte, gaben auch 2021 Orientierung.

Je nach Bedarf wurde Personal von anderen Abteilungen auf die COVID-Station im Departement Medizin verschoben. Im Pflegebereich managte die bereichsübergreifende Pflegekaderkonferenz die Einsätze. Schwieriger war die Umverteilung der Fachassistenzärztinnen und -ärzte, da sie ihre Weiterbildung vollständig in ihrem Fachbereich absolvieren müssten. Zusätzlich belastete die hohe Frequenz der Medienanfragen. Fast täglich und sehr kurzfristig wurden ausführliche Informationen eingefordert, was aufwendige Analysen nach sich zog.

Hohe Belastung in Wellen über das ganze Jahr

Die Auslastung mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten war 2021 insbesondere während der zweiten Welle Anfang Jahr sehr hoch. Bis zu 50 Patientinnen und Patienten am Tag mussten wegen der Virusinfektion am KSW auf der COVID-Station oder der Intensivstation (IPS) behandelt werden.

Die Notfallstation, wo die Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit COVID-19 aufgenommen wurde, wurde ebenfalls in Wellen stark belastet. Zudem mussten vor allem in der zweiten Jahreshälfte immer wieder auch Non-COVID-Patientinnen und -Patienten extern verlegt werden, was ebenfalls mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden war. Im Januar 2021 wurden auf der Notfallstation 199 Patientinnen und Patienten mit COVID-19 gesehen und 73 davon hospitalisiert. Im März waren es etwas weniger, aber im April gab es wieder bis zu 10 Fälle pro Tag und entsprechend mehr Hospitalisationen. Von Juni bis Mitte August konsultierten nur noch wenige Patientinnen und Patienten den Notfall wegen COVID-19. Danach stieg die Kurve wieder steil an. Im August erreichte die Anzahl Notfallkonsultationen mit täglich bis zu 15 Patientinnen und Patienten mit COVID-19 einen neuen Höhepunkt. Die Situation beruhigte sich wieder, bis im Dezember die nächste Welle anrollte. Anders als zu Beginn des Jahres konnte ein grosser Teil der Patientinnen und Patienten ambulant versorgt werden.

Qualifiziertes Personal fehlte

Auf der Intensivstation waren meist 14 der total 18 zertifizierten Betten in Betrieb. Da Patientinnen und Patienten mit COVID-19 sehr pflegeintensiv sind und zusätzliches qualifiziertes IPS-Personal weder rekrutiert noch für temporäre Einsätze gefunden werden konnte, musste der Betrieb teilweise auf 12 Betten beschränkt werden. Vor allem Anfang und Ende Jahr mussten infolge der angespannten Situation Operationskapazitäten reduziert werden.

Strenges Schutzkonzept und hohe Impfrate beim Personal

Am KSW waren Ende Jahr 84% der Mitarbeitenden vollständig gegen COVID-19 geimpft, 77% auch geboostert. Die effektiven Zahlen dürften höher sein, da die Bekanntgabe des Impfstatus freiwillig war. Basierend auf dem Schutzkonzept des Kantons Zürich waren Besuche bei Patientinnen und Patienten teils nur noch mit COVID-Zertifikat möglich und auf eine Person pro Tag limitiert. Am Eingang wurden strenge Kontrollen durchgeführt. Die Patientinnen und Patienten wurden beim Eintritt konsequent auf COVID-19 getestet, wenn kein aktueller PCR-Test vorlag.

Hospitalisationsrate Patientinnen und Patienten mit COVID-19 stationär und ambulant pro Woche

COVID-19 in Zahlen

Anzahl Hospitalisierte

Insgesamt wurden 2021 am KSW 805 Patientinnen und Patienten mit SARS-CoV-2 Infekt hospitalisiert. Davon waren 14 Rehospitalisationen (1,7%). 51 Patientinnen und Patienten wurden im Departement Kinder- und Jugendmedizin, 9 in der Chirurgie sowie 6 im Department Gynäkologie und Geburtshilfe behandelt. Die meisten, nämlich 725 Patientinnen und Patienten (92%), wurden auf der COVID-Station des Departments Medizin oder im Zemtrum für Intensivmedizin (ZIM) stationär behandelt.

Ein- und Austritte (COVID-Station und Intensivstation)

94% der 725 Patientinnen und Patienten traten von zu Hause ein, gut 1% aus Alters-, Pflege- oder Krankenheimen; 5% wurden von einem anderen Spital, einer Reha oder der Psychiatrie zugewiesen. Nur 72% der Austretenden durften direkt wieder nach Hause zurückkehren. 14% wurden in eine stationäre Rehabilitation überwiesen, 5% in ein anderes Spital, 3% in ein Alters-, Pflege- oder Krankenheim und 1% in die Psychiatrie. 5% der Patientinnen und Patienten verstarben.

Grundlagen vertiefte Datenanalyse 2021

Für die vertiefte Analyse wurden nur die Daten derjenigen Patientinnen und Patienten herangezogen, welche auf der COVID-Station der Inneren Medizin oder im ZIM für die gesamte Dauer stationär behandelt wurden. Nicht in die Detailanalyse einbezogen wurden die 14 rehospitalisierten sowie die 52 Patientinnen und Patienten, die entweder von einem anderen oder in ein anderes Spital verlegt worden waren (die meisten davon von der oder auf die Intensivstation), da das KSW nicht über die Daten zum gesamten Verlauf der Hospitalisation verfügte. Nachfolgend werden deshalb nur die Daten von 673 Patientinnen und Patienten detailliert präsentiert (2020: 452)*.

*Die Daten 2020 sind nicht mit den im Jahresbericht 2020 publizierten vergleichbar, da dort Zahlen vom 1. März 2020 bis 31. Januar 2021 untersucht wurden und auch von einem anderen oder in ein anderes Spital verlegte Patientinnen und Patienten in die Analyse einbezogen waren.

COVID-19-Patientinnen und -Patienten jünger als im Vorjahr

Im Durchschnitt waren die Patientinnen und Patienten, die wegen COVID-19 hospitalisiert werden mussten, deutlich jünger als im Jahr zuvor: 60,6 Jahre 2021 versus 66,0 Jahre 2020. Im Spital behandeln lassen mussten sich 2021 hauptsächlich Personen im Alter zwischen 30 und 79 Jahren. Nur noch 15,0% der Hospitalisierten waren über 80 Jahre alt, während es im letzten Jahr noch 23,7% gewesen waren. Doppelt oder dreifach Geimpfte waren besser geschützt als Menschen, die erst einmal oder gar nicht geimpft waren. Laut Statistik des Kantons Zürich waren rund 97% der über 80-Jährigen im Kanton bis Ende Jahr mindestens zweimal geimpft worden.

Deutlich weniger Todesfälle

2021 sind leider 35 Patientinnen und Patienten im KSW verstorben; 3 weitere, die verstarben, waren zuvor dem KSW zugewiesen worden. Die Sterblichkeit war 2021 mit 5,2% deutlich geringer als im Jahr zuvor, als sie bei 9,1% lag. Das Risiko, an COVID-19 zu sterben, war für Menschen über 80 Jahre nach wie vor am höchsten. Bei den 65- bis 79-Jährigen nahm die Sterblichkeit im Jahr 2021 jedoch zu (9,0% versus 7,6% im Jahr zuvor). Die Hälfte aller Verstorbenen (18) gehörte 2021 zu dieser Altersgruppe. 16 Verstorbene waren über 80 Jahre alt. In der Altersgruppe 50 bis 64 Jahre verstarb 1 hospitalisierter Patient an COVID-19.

Therapie hat sich verändert

2021 hat das KSW die spezialisierte respiratorische Therapie, unterstützt durch die Physiotherapie und die Pneumologie, auf der COVID-Station deutlich ausgebaut. Rund 38% der Patientinnen und Patienten wurden mit einer CPAP-Therapie behandelt, einer nichtinvasiven Atemunterstützung mit leicht erhöhtem Luftdruck. 19% der Patientinnen und Patienten erhielten eine Highflow-Therapie. Davon wurden rund 61% ausschliesslich auf der COVID-Station behandelt, was die IPS entlastete.
Das KSW hat als einer der ersten Anbieter eine interdisziplinäre Post-COVID Sprechstunde mit Begleitforschung eingerichtet sowie eine Post-COVID-Sprechstunde für unter 18-Jährige.

Mehr und längere IPS-Hospitalisationen

Entsprechend dem jüngeren Alter litten etwas weniger Patientinnen und Patienten an relevanten weiteren Erkrankungen. Die Dauer der Hospitalisation von Nicht-IPS Patientinnen und -Patienten blieb fast gleich (7,3 Tage 2021 versus 6,9 Tage 2020). Wegen des schweren Krankheitsverlaufs bei Ansteckungen mit den neuen Virusvarianten waren deutlich mehr IPS-Hospitalisationen zu verzeichnen (12,2% versus 9,3%), dies auch mit einer deutlich längeren Aufenthaltsdauer gesamthaft (28,9 Tage versus 22,4 Tage) und auf der IPS (17,5 Tage versus 11,9 Tage). Die schweren Verläufe spiegeln sich auch im durchschnittlichen Schweregrad (CMI). Dieser lag im Durchschnitt 2021 bei 2,30 gegenüber 1,64 im Jahr 2020 (Median 1,10 versus 0,99).

KSW-Testzentrum und Labor

Das KSW hat 2021 total 52 730 PCR-Tests durchgeführt und im eigenen Institut für Labormedizin analysiert. In Spitzenzeiten fielen mehr als 500 PCR-Tests pro Tag an. Um die Ergebnisse möglichst zeitnah bereitstellen zu können, hat das Institut für Labormedizin innovative Lösungen entwickelt und die SARS-CoV-2-Diagnostik über alle Bereiche des Instituts breit abgestützt.

Auch Antigen-Tests wurden am KSW eingesetzt, zum Beispiel bei der Aufnahme von asymptomatischen Patientinnen und Patienten. Im speziell für die Bevölkerung der Region aufgebauten Testzentrum am KSW wurden jedoch ausschliesslich PCR-Tests angeboten.

KSW und Medbase: Gemeinsames Impfzen­trum für die Region

Mit der Ankündigung der COVID-19-Impfung hatte die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich Ende 2020 die anspruchsvolle Aufgabe, kurzfristig eine Infrastruktur und eine Betriebsorganisation zur Impfung der Bevölkerung bereitzustellen. KSW und Medbase hatten sich bereit erklärt, die Trägerschaft und die Vorfinanzierung des zweitgrössten Impfzentrums des Kantons zu übernehmen. Sie gründeten dazu eine gemeinsame Gesellschaft: die «Gesundheits- und Impfzentrum WIN AG», ein Paradebeispiel für moderne Netzwerkmedizin.

Medbase mit ihrer Kompetenz für den Betrieb von Praxen und Apotheken und das KSW mit seiner spezialärztlichen Kompetenz und dem Know-how zur Bereitstellung der Infrastruktur bauten zusammen in Winterthur innert kürzester Zeit ein Impfzentrum auf und betrieben es. Dazu wurde eine ehemalige Produktionshalle der Firma Rieter in Winterthur-Töss umgenutzt. Rund 700 Mitarbeitende, die speziell für das Impfzentrum rekrutiert wurden, engagierten sich für eine effiziente Abwicklung.

Die erfolgreiche Public-private-Partnership hat 2021 fast 250 000 Impfungen durchgeführt und damit rund 10% der Impfungen im Kanton Zürich abgewickelt. Im Spital selber hat das KSW keine Impfungen für die breite Bevölkerung angeboten. Wirtschaftlich hat sich das Engagement weder für Medbase noch für das KSW gelohnt. Die Gesundheitsdirektion hat, wie geplant, nur die reinen Betriebskosten ohne Marge übernommen. KSW und Medbase haben jedoch gezeigt, dass durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit eine rasche flächendeckende Versorgung der Bevölkerung qualitativ gut und effizient erreicht werden kann. Sie haben damit einen relevanten Beitrag zur Prävention schwerer COVID-19-Erkrankungen im Grossraum Winterthur geleistet.

Ausbau des Testangebots durch Medbase und KSW

Um die grosse Nachfrage nach Tests bewältigen zu können, betrieben KSW und Medbase zusammen ab November 2021 zusätzlich das Testzentrum Winterthur-Töss. Total wurden bis Ende Jahr 8339 Tests durchgeführt, davon 4417 Antigen-Schnelltests und 3922 PCR-Tests.

Digitalisierung: Neues Denken und Arbeiten

Wenn von Digitalisierung die Rede ist, denken wohl viele reflexartig an IT und Software. Das ist zwar nicht falsch, reicht jedoch nicht tief genug. Die Digitalisierung verlangt nichts anderes als ein anderes Denken und Arbeiten. Deshalb hat das KSW in seiner neuen Organisationsstruktur, die ab Geschäftsjahr 2022 in Kraft ist, «Prozessgestaltung und Digitalisierung» (PGD) als einen von sechs Geschäftsleitungsbereichen bestimmt.

«Auch in der digitalen Welt steht der Mensch im Zentrum.»

Seine Digitalisierungsstrategie hat das KSW bereits 2020 festgelegt und ein Jahr später in einer Roadmap für die nächsten Jahre festgehalten. Die wichtigste Erkenntnis: Wir ändern uns heute, weil wir als KSW zukunftssicher sein wollen.

Ohne Digitalisierung geht es nicht

Man könnte jetzt einwenden, dass das Kantonsspital Winterthur bereits in der Vergangenheit sehr erfolgreich unterwegs gewesen ist. Das stimmt. Das KSW war in den vergangenen Jahren agil und hat schnell auf Trends in Gesellschaft, Politik und Gesundheitswesen reagiert. Diese Fähigkeit besitzt das KSW zwar nach wie vor. Im Zeitalter der Digitalisierung steht es jedoch vor neuen Herausforderungen. Stichworte sind mehr und immer ältere, multimorbide Patientinnen und Patienten, mehr Mitarbeitende und Abteilungen, mehr ambulante Behandlungen und kürzere Behandlungszeiten. Diese Entwicklungen verlangen nach neuen Prozessen und Abläufen.

Steine aus dem Patientenpfad räumen

Wie fühlt sich die Patientin oder der Patient im KSW vom Empfang bis zum Austritt? Das ist eine der Fragen, die PGD in den Mittelpunkt stellt. Heute ist das KSW sehr gut in der medizinischen Behandlung, brilliert jedoch noch nicht, wenn es um den nicht medizinischen Patientenpfad geht. Beispiele dafür sind Prozesse für eine einfache Anmeldung, aber auch komplexere Fragestellungen im Zusammenhang mit der Strategie «ambulant vor stationär». Die Aufgabe von PGD wird es sein, die entsprechenden Prozesse zu optimieren sowie, wo nötig, neue Prozesse zu kreieren und zu implementieren.

Ein Neubau voller IT

Auch der Bereich PGD wurde 2021 vom Neubau in Atem gehalten. Über das gesamte Jahr hinweg waren bis zu siebzig Spezialistinnen und Spezialisten damit beschäftigt, «didymos» IT-mässig auszustatten. Gefragt waren unter anderem die Netzwerk-Leute, die das gesamte Gebäude «verdrahten» mussten. Darüber hinaus hat die IT sämtliche Arbeitsplätze, Zimmer, Behandlungsräume und Operationssäle mit der nötigen digitalen Infrastruktur ausgerüstet.

Ein neues KIS für die Dokumentation

Alle Schritte auf dem Patientenweg, die in der medizinischen Behandlung gemacht werden – egal ob Konsultation, Behandlung, Operation oder Medikamentenabgabe –, müssen dokumentiert werden. Die Daten werden im Klinikinformationssystem (KIS) abgelegt. Das bisherige System ist an sein Lebensende gekommen und wird 2023 ersetzt. Das neue System KISIM der Firma CISTEC hat sich bereits bei anderen Gesundheitseinrichtungen wie dem Universitätsspital Zürich bewährt. Am 1. April 2021 ist das Projekt in eine vorentscheidende Phase gestartet. Rund 5500 Seiten Anpassungen haben die PGD-Fachleute in die Detailspezifikation des zukünftigen Systems geschrieben; das hat ebenfalls viele Ressourcen gebunden.

Digitalisierte Rechnungsabwicklung

Lediglich für die Software und die Integration ins ERP-System Navision war PGD im Projekt «Procure to pay» der Abteilungen Finanzen sowie Einkauf + Logistik verantwortlich. Dieses zeigt jedoch exemplarisch, wie eine kluge Digitalisierung Prozesse und Abläufe vereinfachen und effizienter gestalten kann, so dass Kapazitäten für andere Aufgaben freigespielt werden. In Zukunft werden sämtliche Rechnungen an das KSW von einem externen Dienstleister gescannt und digital in die KSW-Systeme eingespeist, wo sie dann in einem Workflow elektronisch weiterverarbeitet werden.


Qualität: Die Patientensicht im Fokus

Die Qualität zu fördern und zu verbessern, gehört zur DNA des Kantonsspitals Winterthur. Ein gutes Instrument, um Patientenanforderungen kennenzulernen und die Betreuungsqualität zu verbessern, sind Befragungen. Es gibt zwei Arten: PROM – Patient Reported Outcome Measures – und PREM – Patient Reported Experience Measures. PREM eruiert, wie zufrieden die Patientinnen und Patienten mit ihrem stationären Aufenthalt im KSW sind. PROM, wie sie ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität vor und nach einem Eingriff selbst einschätzen.

PROM: Befragung zum Gesundheitszustand

Ziel der PROM-Erhebungen ist es, herausfinden, wie es den Patientinnen und Patienten vor und nach einer Behandlung geht. Für einzelne Eingriffe hat die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich solche Befragungen vorgeschrieben. Am Kantonsspital Winterthur gehen diese weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Um sie möglichst praktikabel zu handhaben, hat das KSW eine Software implementiert, mit der definierte Gruppen von Patientinnen und Patienten zu behandlungsspezifischen Aspekten systematisch befragt werden können. Als erster Fachbereich setzt die Klinik für Orthopädie und Traumatologie die Software ein. Wird eine Patientin oder ein Patient für einen Eingriff aufgeboten, wird automatisch ein Befragungszyklus ausgelöst. Die Software versendet in der Folge vor und nach der Intervention von selbst Fragebögen zum Gesundheitszustand. Ende November 2021 hatte die neue Software, die das KSW als erstes Spital in der Schweiz nutzt, den Praxistest bestanden.

PREM: Befragung nach einem stationären Aufenthalt

Die PREM-Befragung zielt darauf ab, in Erfahrung zu bringen, wie zufrieden die Patientinnen und Patienten mit der pflegerischen und ärztlichen Betreuung auf der einen Seite und den Dienstleistungen, der Infrastruktur und den Prozessen des KSW auf der anderen Seite sind. Die stationär behandelten Patientinnen und Patienten erhalten dazu eine Woche nach ihrem Austritt einen Fragebogen: heute noch per Post, zukünftig per E-Mail. Gleichzeitig kommt ein neuer Fragebogen zum Einsatz, der sich bereits in anderen Spitälern bewährt hat. Das erlaubt dem KSW künftig, die eigene Qualität mit derjenigen von anderen Spitälern zu vergleichen.

Zertifikate wirken nach innen und nach aussen

Zertifikate sind ein Nachweis, dass Behandlungen höchste Qualitätskriterien erfüllen. Sie stärken somit das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die Institution. Gleichzeitig bestätigen sie das medizinische Personal in seiner Arbeit. Zertifikate erlauben es zudem, fachspezifische Zentren zu bilden, die die Kompetenzen aus unterschiedlichen Disziplinen und Fachbereichen bündeln. 2021 ist das Departement für Kinder- und Jugendmedizin als Pädiatrisches Adipositas-Referenzzentrum anerkannt worden. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte ihrerseits die beiden Organzentren für Lungentumoren und für Speiseröhrentumoren. Als erste Institution der Schweiz hat das KSW darüber hinaus das IASIOS-Zertifikat (International Accreditation System for Interventional Oncology Services) erhalten. Dem Institut für Radiologie und Nuklearmedizin wird damit attestiert, dass es über besondere Expertise in der lokalen Bekämpfung von Tumoren verfügt.

Nach wie vor hohe Patientenzufriedenheit

Die Gesamtzufriedenheit der Patientinnen und Patienten war trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nach wie vor hoch (3,65 von maximal 4 Punkten). Dies widerspiegelt das ausserordentliche Engagement der KSW-Mitarbeitenden, aber auch das Verständnis der Patientinnen und Patienten für die Umstände in diesem anspruchsvollen Jahr.

Die Behandlungsqualität wird mit durchschnittlich 3,77 Punkten praktisch gleich bewertet wie vor der Pandemie (2019: 3,75 Punkte). Gut 97% der Patientinnen und Patienten würden das KSW Familie und Freunden weiterempfehlen. Eine hohe Zufriedenheit zeigt sich auch in Bezug auf die Fähigkeit der Mitarbeitenden, auf die Befürchtungen und Ängste der Patientinnen und Patienten einzugehen (3,68 Punkte). Obwohl die zusätzlichen Herausforderungen, die sich aufgrund der Corona-Pandemie stellten, zu spüren waren, haben sich die Patientinnen und Patienten in Krisen- wie Notfallsituationen sehr gut betreut gefühlt (Notfall: 2020: 3,40; 2021: 3,58 Punkte; Intensivstation: 2020: 3,40, 2021: 3,70 Punkte). 38% aller Patientinnen und Patienten nahmen 2021 an der Zufriedenheitsumfrage teil.


Forschung: Engagiert und erfolgreich

Das Kantonsspital Winterthur forscht schon seit Jahren engagiert und erfolgreich, hat jedoch keinen offiziellen Forschungsauftrag. Die Forschungstätigkeit hängt deshalb, so wichtig sie sowohl für das Spital wie auch für Patientinnen und Patienten ist, primär von der intrinsischen Motivation der jeweiligen Mitarbeitenden ab, in ihrer Freizeit zu forschen, und von ihrem Geschick, die Finanzierung selbst in die Hand zu nehmen. Ab 2022 kann das KSW kleinere Projekte und solche aus Gebieten, die sonst kaum Zugang zu Fördermitteln erhalten, finanziell unterstützen. Grössere Studien sind dagegen nur möglich, wenn Dritte wie die pharmazeutische Industrie, Verbände, Stiftungen oder der Nationalfonds Gelder sprechen.

35 Studien von klein und fein bis ganz gross

Begleitet wird die Forschungstätigkeit am KSW von der Forschungskommission. Sie gewährleistet, dass die Studien den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Studienverantwortlichen tragen alle bewilligten Projekte ins KSW-Studienregister ein. Im Berichtsjahr sind am KSW 35 neue Studien lanciert worden – von der fokussierten Studie mit wenigen Probandinnen und Probanden bis zum Grossprojekt mit mehreren tausend Teilnehmenden.

«Im Berichtsjahr sind am KSW 35 neue Studien lanciert worden.»

Die 2020 ins Leben gerufene CovidSurgCollaborative, an der sich auch das KSW beteiligt, blieb 2021 aktiv und erweiterte ihr Netzwerk in der ganzen Schweiz. Die Initiative untersucht, welchen Einfluss die Pandemie auf Patientinnen und Patienten hat, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen müssen. Unerlässlich ist die Forschungstätigkeit, wenn es darum geht, ein Tumorzentrum zertifizieren zu lassen. Um die entsprechenden Qualitätskriterien zu erfüllen, muss die Klinik nachweisen, dass sie in ihrem Fachgebiet aktiv forscht. Im Berichtsjahr gelang das den beiden Organzentren für Lungentumoren sowie für Speiseröhrentumoren.

Stipendium der Universität Zürich dank innovativer Forschung

Mit ihrem innovativen Forschungsprojekt «Estimating Time to Deterioration Using Artificial Intelligence to Avoid Overtreatment of Patients with Brain Metastases during the End of Life Phase» hat die Stellvertretende Oberärztin am Institut für Radio-Onkologie, Christina Schröder, ein Stipendium des Laufbahnförderprogramms «Filling the Gap» der Universität Zürich gewonnen. Sie wertet unter anderem die klinischen und radiologischen Daten von rund 650 Tumorpatientinnen und -patienten aus, die zwischen 2010 und 2020 am KSW behandelt worden sind. Ziel von «Filling the Gap» ist es, in der universitären Medizin mittel- und längerfristig die Anzahl Professorinnen zu erhöhen und leitende Positionen vermehrt mit Frauen zu besetzen.

KSW-Professor zum Präsidenten der wichtigsten Schweizer Organisation in der klinischen Krebsforschung gewählt

An ihrer Mitgliederversammlung 2021 hat die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) Prof. Dr. med. Miklos Pless für die nächsten drei Jahre zu ihrem Präsidenten gewählt. Die SAKK ist die wichtigste Organisation in der klinischen Krebsforschung in der Schweiz und geniesst international ein hohes Ansehen. Professor Pless ist Chefarzt der Medizinischen Onkologie am Kantonsspital Winterthur, Leiter des Tumorzentrums Winterthur und seit zehn Jahren Mitglied der Forschungskommission des KSW.


Infrastruktur: Zwei Meilensteine erreicht

Das Kantonsspital Winterthur erreichte 2021 in seinen Infrastrukturprojekten zwei Meilensteine: Der Neubau «didymos» wurde fertiggestellt und der Kantonsrat sagte Ja zum Masterplan 2030+, der wegweisend für die weitere Zukunft ist. Mit dem markanten, nach Minergie-P-ECO zertifizierten Neubau mit mehr als 200 Betten, 7 Operationssälen und fast 100 Behandlungsräumen stellt das KSW eine zukunftweisende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Region Winterthur mit ihren rund 250’000 Einwohnerinnen und Einwohnern sicher.

Gesundheitsversorgung für die nächsten fünfzig Jahre

Ende Oktober 2021 war es so weit: Die wichtigsten Mängel waren beseitigt, die Räumlichkeiten fertig ausgebaut und die Medizintechnik, die neu zugekauft werden musste, installiert. Nach einer über zehnjährigen Planungs-, Bewilligungs- und Bauzeit sowie der Bremswirkung der Corona-Pandemie war das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Mit der Fertigstellung war klar, dass der Neubau zeitlich und kostenmässig im vereinbarten Rahmen in Betrieb genommen werden kann. Parallel dazu bereiteten Spezialistinnen und Spezialisten aus Technik, Sicherheit, Einkauf, Logistik, Services, Versorgung, ICT, Medizin und Pflege in unzähligen Stunden die Inbetriebnahme und den Umzug akribisch vor.

Auf dem Neubau prangt das aufgefrischte Logo des KSW.

Um die neue Infrastruktur effizient nutzen zu können, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Neubau tätig sein werden, die neuen Abläufe und Prozesse detailliert geplant. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in praxisnahen Übungen. Komplette Teams von Ärztinnen und Ärzten, Anästhesistinnen und Anästhesisten, Pflege- und Hilfspersonen sowie Therapeutinnen und Therapeuten spielten jedes denkbare Szenario nach einem detaillierten Drehbuch durch. Jeder Handgriff musste sitzen, damit im Ernstfall keine kostbare Zeit verloren geht. Das ist umso wichtiger, als im Neubau nicht nur Gebäudehülle und Einrichtungen neu sind, sondern auch die Behandlungsprozesse. Die Sprechstundenlandschaften sind zum Beispiel so gestaltet worden, dass dort kleine Eingriffe ambulant vorgenommen werden können. Neue Abläufe verlangen auch die im KSW bislang ungewohnten Open-Space-Arbeitswelten. Sie sollen zu einem besseren Austausch zwischen den Fachpersonen beitragen und die interprofessionelle Zusammenarbeit fördern.

Die luftige Eingangshalle bereitet einen freundlichen Empfang.

Der Kantonsrat stimmt dem Masterplan 2030+ zu

Das KSW hat seinen Neubau am 8. Februar 2022 offiziell in Betrieb genommen. Nun steht die Schadstoffsanierung des Hochhauses an, bevor es komplett rückgebaut wird. Die raumplanerische Entwicklung des KSW geht allerdings bereits weit darüber hinaus und ist im Masterplan 2030+ festgehalten. Dieser umfasst auch Teile des heutigen Haldengut-Areals, die der Kanton vor gut zehn Jahren treuhänderisch für die Nutzung durch das KSW erworben hat.

Vision: Zielbild zum baulichen Masterplan 2030+, Archipel Generalplanung AG, Bern

Der Masterplan legt unter anderem fest, dass auf diesem Areal, das heute in der Industriezone liegt, künftig nur eine öffentliche, gesundheitsspezifische Nutzung zulässig ist. Grundprinzipien für die weitere Planung sind die Verdichtung nach innen mit einem neuen Hochhaus – schätzungsweise in zwanzig Jahren –, eine kompakte Bauweise, viel Grünraum und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Die Weiterentwicklung des Masterplans liegt nicht allein in den Händen des KSW. Den Rahmen geben der kantonale Richtplan, die Stadtplanung sowie die Bedürfnisse der Umwelt und des Quartiers mit vor. Im Masterplan enthalten ist bereits die Idee, eine Brücke über die Geleise zum Bahnhof und zu den angrenzenden Quartieren zu bauen. Der Kantonsrat hat an seiner Sitzung vom 25. Oktober 2021 den Richtplaneintrag genehmigt und damit einen Meilenstein gesetzt. Zurzeit wird der Masterplan von der Stadt Winterthur und den kantonalen Ämtern auf seine Umweltverträglichkeit hin geprüft.

Die komfortablen Patientenzimmer tragen zur Genesung bei.

Neue OP-Räume für ambulante Eingriffe

Neben dem Neubau und dem Masterplan gab es 2021 weitere wichtige Infrastrukturprojekte. Ganz zuvorderst das neue Operationszentrum für ambulante Eingriffe. Der rund 2,5 Millionen Franken teure Umbau wurde in der rekordverdächtigen Zeit von weniger als einem Jahr realisiert. In den vorerst drei Operationsräumen mit schlanker Infrastruktur und kurzen Wegen können kleinere Eingriffe effizient durchgeführt werden. Das entlastet nicht zuletzt die grossen Operationssäle, die für komplexere Eingriffe benötigt werden. Das ambulante OP-Zentrum ist direkt mit der Tagesklinik verbunden, die insgesamt 18 Betten umfasst. Die Patientinnen und Patienten können dadurch bedürfnisgerecht betreut werden. Das neue OP-Zentrum ist Teil der Strategie «ambulant vor stationär», mit der die Wirtschaftlichkeit bestimmter operativer Eingriffe verbessert werden soll.

Der Hybrid-Operationssaal ermöglicht schonendere Eingriffe.

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