Weibliche Geschlechtsorgane

Gebärmutterkörperkrebs / Endometriumkarzinom

Es gibt zwei Arten von Gebärmutterkrebs: den Gebärmutterhalskrebs und den Gebärmutterkörperkrebs. Beim hier beschriebenen Gebärmutterkörperkrebs handelt es sich in über 90 % der Fälle um Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom). Seltenere Krebsformen entwickeln sich in der Muskelschicht der Gebärmutter (Uterussarkome).


Ursache

Die Ursache für das Entstehen von Gebärmutterkörperkrebs lässt sich nicht eindeutig benennen. Man weiss aber, dass bestimmte Faktoren oder Lebensumstände das Risiko erhöhen können. Dazu zählen:

  • höheres Alter
  • frühe erste Menstruation, Kinderlosigkeit, späte Menopause
  • starkes Übergewicht, insbesondere nach den Wechseljahren
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Einnahme von östrogenhaltigen Hormonpräparaten während und nach den Wechseljahren (ohne zusätzliches Gestagen)
  • bestehende Brustkrebserkrankung
  • erbliche Faktoren
  • vorangegangene Strahlentherapien

Häufigkeit

In der Schweiz sind jährlich knapp 900 Frauen von Gebärmutterkörperkrebs betroffen. Es handelt sich um die fünfthäufigste Krebskrankheit bei Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 68 Jahren. Anders ausgedrückt ist zum Zeitpunkt der Diagnose von 10 Frauen eine Patientin unter 50 Jahre alt, 5 sind im Alter zwischen 50 und 69 Jahren und 4 sind über 70 Jahre alt.


Früherkennung

Gewisse Symptome können bei der Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs helfen:

  • vaginale Blutungen nach den Wechseljahren
  • Zwischen- oder Schmierblutungen ausserhalb der Periode (ab 35 Jahren)
  • Regelblutungen, die länger als 7 Tage dauern (ab 35 Jahren)
  • schlecht riechender Ausfluss ausserhalb der Monatsregel
  • Schmerzen im Unterbauch
  • unerklärliche Gewichtsabnahme

Solche Veränderungen können eine harmlose Ursache haben. Falls eine Tumorerkrankung vorliegt, ist eine frühe Erkennung wichtig. Das Endometriumkarzinom ist bei früher Diagnose heute sehr gut heilbar.


Diagnose

Wenn ein Verdacht auf Gebärmutterkörperkrebs besteht, können folgende Untersuchungsmethoden eingesetzt werden:

  • Gespräch (Anamnese) und körperliche Tastuntersuchung
  • Ultraschall-Untersuchung via Scheide (Transvaginale Sonografie)
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) mit Gewebeentnahme (Biopsie)
  • Ausschabung (Kürettage/Abrasio)

Mit Hilfe dieser Untersuchungen wird abgeklärt, ob es sich wirklich um eine Krebserkrankung handelt, welche Tumorart allenfalls vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.


Behandlung

Liegt die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs vor, ist bei nahezu allen betroffenen Frauen ein operativer Eingriff notwendig. Mit der Operation wird das Ausmass der Erkrankung festgestellt und die Diagnose präzisiert. Zudem entfernen die Spezialisten die befallenen Organe und Gewebe wenn immer möglich vollständig. Im Anschluss an die Operation wird entschieden, welche weiteren Behandlungsschritte durchgeführt werden. Die weiterführenden Massnahmen haben zum Ziel, das Rückfallrisiko zu senken.


Operation

Operation mit Bauchschnitt (Laparotomie)

Dieses Verfahren kommt am häufigsten zum Einsatz. Der Eingriff erfolgt über einen Schnitt am Unterbauch. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass der Operateur den gesamten Bauchraum gut überblickt und nach weiteren Tumorherden absuchen kann.

Operation per Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Die sogenannte Schlüssellochchirurgie kommt mit kleinsten Bauchschnitten aus. Über diese werden Sonden mit Kamera und OP-Werkzeug eingeführt. Dieses schonende Verfahren braucht viel Erfahrung und wird am KSW bei Eingriffen im Frühstadium bevorzugt.


Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist bei Gebärmutterkörperkrebs eine weiterführende Massnahme nach der Operation. Wenn das Rückfallrisiko sehr klein ist, wird oft darauf verzichtet. Bei Patientinnen in frühen Stadien ohne Lymphknotenbefall führen die Spezialisten am KSW die Strahlentherapie meist von innen durch (intrakavitäre Brachytherapie). Diese dauert nur wenige Minuten.

Je nach Fall wird die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert.


Nachsorge

Zu einer erfolgreichen Nachsorge gehören regelmässige medizinische Untersuchungen. Bei diesen Kontrollterminen geht es darum, mögliche Begleit- oder Folgesymptome frühzeitig zu erfassen und zu lindern. Zudem gibt die medizinische Nachkontrolle Sicherheit, dass ein Rückfall oder Metastasen frühzeitig erkannt und sofort behandeln werden können.