Weibliche Geschlechtsorgane

Eierstockkrebs / Ovarialkarzinom

Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) entwickelt sich aus Zellen, die unkontrolliert wachsen. Fachleute unterscheiden verschiedene Eierstocktumoren wie Borderline-Tumoren, Keimstrang-Stroma-Tumoren, Maligne Keimzellentumoren und den seltenen Eileiterkrebs.


Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache für Eierstockkrebs ist nach wie vor unklar und wird noch immer erforscht. Gewisse Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen, insbesondere wenn sie kombiniert vorkommen.

Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:

  • hohe Anzahl Eisprünge im Lebensverlauf (erhöhte Anzahl durch früh einsetzende Regel und spätes Eintreten der Wechseljahre)
  • fortgeschrittenes Alter
  • Kinderlosigkeit
  • familiäre Veranlagung (schätzungsweise bei 5 bis 10% der Eierstocktumoren)
  • eigene Brustkrebs-, Gebärmutterkörperkrebs- oder Darmkrebserkrankung
  • langjährige Hormonbehandlung in den Wechseljahren
  • starkes Übergewicht
  • schädliche Umwelteinflüsse

Häufigkeit

In der Schweiz wird jährlich bei etwa 600 Frauen ein Eierstocktumor festgestellt – das entspricht rund 3 % aller Krebserkrankungen bei Frauen. Dabei macht der bösartige Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) 70 % der Erkrankungen aus. Rund 15 % sind Borderline-Tumoren und bei 5 bis 8 % handelt es sich um Keimstrang-Stroma-Tumoren.

Der Krebs tritt mehrheitlich bei Frauen im fortgeschrittenen Alter auf: Zum Zeitpunkt der Diagnose sind von 10 Patientinnen 2 jünger als 50. 4 Frauen sind zwischen 50 und 69 Jahre alt und 4 älter als 70.


Symptome

Eierstockkrebs bleibt oft über längere Zeit unbemerkt und wird häufig erst spät entdeckt. Der Grund dafür: Anhaltende Beschwerden im Unterleib oder Verdauungsprobleme treten erst auf, wenn der Tumor so gross ist, dass er auf benachbarte Organe drückt.

Manchmal stellen Frauen auch fest, dass ihr Bauch wegen der Flüssigkeitsansammlung zunimmt. Die Grösse des Tumors bedeutet aber noch nicht, dass es sich um einen bösartigen Krebs handelt. Die Beschwerden können auch auf eine harmlosere Krankheit zurückzuführen sein. Deshalb ist eine fundierte Abklärung wichtig.


Diagnose

Für Eierstockkrebs gibt es keine Methode zur Früherkennung. Hinweise liefern das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt, die gynäkologische Tastuntersuchung und die bildgebende Untersuchung. Diese gibt Aufschluss über Veränderungen im Bereich der Gebärmutter, der Eierstöcke und Eileiter.

Wenn ein Verdacht auf einen Tumor besteht, wird mittels Computertomographie oder Magnetresonanz-Tomographie dessen Ausbreitung festgestellt. Eine diagnostische Operation gibt Klarheit darüber, ob es sich um einen gut- oder einen bösartigen Tumor handelt. Die Untersuchungen sind wichtig für die Wahl der besten Therapie.

Mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie (CT) wird die Ausbreitung eines Tumors festgestellt.


Behandlung

Die Therapie ist bei Eierstockkrebs sehr individuell. Verschiedene Faktoren sind ausschlaggebend für die Wahl der Behandlung:

  • der Typ des Eierstocktumors (Ovarialkarzinom, Borderline-Tumor etc.)
  • das Krankheitsstadium
  • die Beurteilung des Krebsgewebes
  • das Alter der Frau
  • ihr allgemeiner Gesundheitszustand
  • ihre persönliche Einstellung zu Krankheit und Therapie

Operation

Eierstockkrebs wird meist mit einer Operation und einer anschliessenden Chemotherapie behandelt. Die Heilungschancen hängen stark von der vollständigen Entfernung des Tumors ab. Deshalb ist die Operation bei praktisch allen betroffenen Frauen erforderlich. Dieses Vorgehen schafft optimale Voraussetzungen für die anschliessende Chemotherapie.


Chemotherapie

Bei der Operation können die Tumorherde in der Regel nicht vollständig entfernt werden. Damit sich diese nicht weiterentwickeln, ist anschliessend meistens eine medikamentöse Therapie erforderlich.

Um Rückfällen bei Eierstockkrebs vorzubeugen ist nach einer Operation meistens eine Chemotherapie notwendig.


Nachsorge

Eine Krebsbehandlung ist eine grosse Belastung für den Körper und die Seele. Regelmässige Kontrolluntersuchungen nach der abgeschlossenen Therapie sind ein wichtiger Teil des Prozesses. Sie dienen dazu, Begleit- oder Folgebeschwerden wahrzunehmen und zu lindern.