Gallenblase

Krebs der Gallenblase und Gallengänge

Bösartige Veränderungen der Gallenblase und Gallengänge sind eine seltene Krankheit. Sie werden je nach Ort in Tumore der Gallenblase oder der Gallenwege unterteilt. Eine Chance auf eine Heilung besteht nur bei kompletter chirurgischer Entfernung des Tumors. Die komplexe Behandlung benötigt ein spezialisiertes Zentrum für Erkrankungen der Leber und Gallenorgane wie das Kantonsspital Winterthur.

  • Häufigkeit und Risikofaktoren

    Krebserkrankungen der Gallengänge und Gallenblase treten in 2-4 pro 100‘000 Einwohner auf. Risikofaktoren sind: die primär sklerosierende Cholangitis, Gallensteine in der Leber und Gallenblase, Parasitenbefall, Fehlbildungen der Gallenwege, Virus-Hepatitis, Giftstoffe (Dioxin, Vinylchlorid), krankhaftes Übergewicht, Alkoholmissbrauch, Rauchen/Tabak.

  • Beschwerden durch Gallenblasenkrebs oder Gallengangskrebs

    Häufig bestehen keine oder geringe Symptome. Aufgrund der Abflussstörung kann sich eine schmerzlose Gelbsucht entwickeln. Die Gallenblase kann vergrössert sein. Manche Patienten leiden unter Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen Fieber, Appetitlosigkeit, Schwellungen und Ansammlung von Wasser im Bauch.

  • Untersuchungen beim Krebs der Gallengänge oder Gallenblase

    Zu den Abklärungen gehört eine Befragung und körperliche Untersuchung. Eine Laboruntersuchung des Blutes für die Werte der Leberfunktion und Galleproduktion, sowie sogenannte Tumormarker ergänzen die Untersuchung. Die radiologische Untersuchung hat zum Ziel die Möglichkeit der kompletten Entfernung des Tumors im Gesunden zu beurteilen. Dafür können Ultraschall, Computertomografie, Magnetresonanzuntersuchung oder eine Videountersuchung durch den Magen-Darm-Trakt mit Darstellung der Gänge und Ultraschall verwendet werden. Die Videountersuchung kann auch Gewebeproben zur Untersuchung entnehmen.

  • Behandlung von Gallenblasen- und Gallenwegstumore

    Die Abklärungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit allen Spezialisten. An unseren interdisziplinären Tumorbesprechungen werden die Fälle besprochen und die weiteren Abklärungen und Behandlungsmöglichkeiten nach neuestem Wissen festgelegt. Bei Stau des Gallenabflusses, kann eine Schienung erfolgen. Falls eine komplette Entfernung des Tumors im Gesunden möglich ist, wird eine Operation vorgeschlagen. Falls der Tumor zu weit fortgeschritten ist, können weitere Optionen für die lindernde Behandlungen gefunden werden.

  • Operation

    Die Operation kann je nach Ausdehnung in Schlüsselloch-Technik oder offen erfolgen. Ziel ist die komplette Entfernung des Tumors. Die Entfernbarkeit kann aber erst definitiv in der Operation festgestellt werden. Falls eine Operation Erfolg verspricht, werden je nach Ort und Ausdehnung des Tumors Teile der Leber, der Gallenwege, der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse und des umgebenden Gewebe entfernt. Entfernte Abschnitte der Gefässe oder Gallengänge müssen wieder überbrückt werden.

  • Nachsorge

    Falls ein Tumor entfernt werden kann, schwankt die Überlebensrate je nach Ort, Ausdehnung und Art und Schweregrad des Tumors. Eine komplette Heilung ist möglich. Eine Chemotherapie nach Erholung wird häufig empfohlen. Falls keine komplette Entfernung möglich ist, werden lindernde Massnahmen, wie die Schienung des Gallengangs, Chemotherapie oder Strahlentherapie ergriffen.

Unsere Spezialisten

Chefarzt
Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. med. Stefan Breitenstein

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