Fibromyalgie

Fibromyalgie / Weichteilrheuma

Die Fibromyalgie, oder umgangssprachlich Weichteilrheuma, kommt häufig vor. Bei dieser Erkankung verspüren die Patientinnen und Patienten permanente Schmerzen an vielen Stellen des Körpers. Sie betrifft deutlich häufiger Frauen.

Fibromyalgie / Weichteilrheuma


Ursache

Bis heute sind die genauen Ursachen der Fibromyalgie nicht bekannt. Jedoch geht man davon aus, dass bei den Betroffenen eine veränderte Schmerzwahrnehmung aufgrund veränderter Stoffwechselvorgänge besteht. Somit werden eigentlich nicht-schmerzhafte Ereignisse, wie leichter Druck auf das Bindegewebe, als schmerzhaft empfunden. Es scheint auch eine genetische Veranlagung zu bestehen.


Häufigkeit

Die Fibromyalgie ist eine sehr verbreitete Erkrankung. Man geht von bis zu 400’000 Betroffenen in der Schweiz aus. Frauen erkranken ca. siebenmal öfter daran als Männer. Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf.


Symptome und Beschwerden

Patientinnen und Patienten mit Fibromyalgie verspüren meist permanent vorhandene Schmerzen an mehreren Körperregionen. Viele empfinden auch einen Ganzkörperschmerz. Typischerweise besteht eine erhöhte Druck- und Berührungsempfindlichkeit auf mechanische Reize, die von Gesunden nicht als schmerzhaft empfunden werden.

Begleitend bestehen Allgemeinsymptome wie Schlafprobleme mit bereits morgendlich ausgeprägter Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie häufig weitere Beschwerden anderer Organsysteme, wie z. B.:

  • Verdauungsprobleme
  • schmerzhaftes oder häufiges Wasserlösen
  • Juckreiz oder Trockenheit der Haut und Schleimhäute
  • Angst oder depressive Verstimmung
  • Schwindel

Diagnose

Fibromyalgie ist eine klinische Diagnose. Es gibt keine Untersuchung, die die Erkrankung messen und die Diagnose bestätigen kann. Wesentlich ist eine ausführliche ärztliche Befragung und körperliche Untersuchung, wobei hier häufig eine erhöhte Druckschmerzhaftigkeit des Weichteilgewebes festgestellt werden kann.

Zentral ist sowohl durch die klinische als auch durch eine Blut-Untersuchung der Ausschluss von anderen Erkrankungen, welche ähnliche Beschwerden verursachen können, aber anders behandelt werden müssen. Je nach Beurteilung können weitere diagnostische Tests wie Röntgen, Ultraschall oder MRI herangezogen werden. Diese sind aber ebenfalls nur bei Verdacht auf eine andere Erkrankung sinnvoll und können bei Fibromyalgie keine spezifischen Befunde zeigen.


Behandlung

Die Behandlung der Fibromyalgie setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:

  • Körperliche Aktivität: Diese sollte lockere Sportarten beinhalten wie Walking, Schwimmen und leichtes Muskeltraining. Häufig machen Betroffene gute Erfahrung mit Yoga oder Tai Chi. Durch regelmässige körperliche Aktivität können Schmerzen vermindert und die Belastbarkeit gesteigert werden.
  • Psychologische Mitbetreuung: Ziel ist der Stressabbau, sowie das Erlernen von sogenannten «Coping-Mechanismen» im Umgang mit Schmerz und Entspannungstechniken. Ausserdem wird auf Symptome einer zusätzlich vorhandenen Depression geachtet, und diese ggfs. therapiert.
  • Medikamentöse Therapie: Typischerweise helfen herkömmliche Schmerzmittel nicht oder kaum gegen die Schmerzen bei Fibromyalgie. Versucht werden können hingegen Medikamente, die die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen und, je nach begleitenden Allgemeinsymptomen, zusätzlich entweder schlafanstossend oder antriebsfördernd wirken.
  • Komplementärmedizinische Therapie: ergänzend können z. B. Akupunktur, Übungen aus dem Qi Gong oder ähnliches versucht werden.

Häufig können die Beschwerden der Fibromyalgie nicht vollständig behandelt, jedoch deutlich reduziert werden. Meist dauert es jedoch mehrere Monate, bevor eine relevante Verbesserung verspürt wird. Massgebend hierfür ist die konsequente Therapie durch die Kombination der oben erwähnten Massnahmen.