Aneurysma

Aneurysma der Kniekehlenarterie / Poplitealaneurysma

Bei einem Aneurysma der Kniekehlenarterie (Poplitealaneurysma) ist die Arterie häufig mit Gerinnseln ausgekleidet. Die mechanische Belastung im Kniegelenksbereich kann zu Thrombosen und Embolien mit akuter schwerer Durchblutungsstörung des Beines mit drohendem Beinverlust führen.


Ursache

Die Hauptursache für ein Aneurysma der Kniekehlenarterie ist eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose).

Zu den Risikofaktoren zählen:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Alter
  • erbliche Faktoren

Patientinnen und Patienten mit einem Poplitealaneurysma haben in rund 40 % der Fälle auch ein Bauchaortenaeurysma.


Häufigkeit

Das Poplitealaneurysma ist nach dem Bauchaortenaeurysma das zweithäufigste Aneurysma. In 50 bis 60 % der Fälle treten sie beidseitig auf. 97 % der Betroffenen sind Männer.


Symptome und Beschwerden

Aneurysmen der Kniekehlarterie bleiben lange Zeit ohne Symptome. Mit zunehmender Grösse besteht eine erhebliche Gefahr von Thrombosen und Embolien.

Je nach Ausmass der Embolien spürt die Patientin oder der Patient lediglich Wadenschmerzen beim Gehen. Im schlimmsten Fall spürt er sein Bein als kalte, weisse Extremität mit stärksten Ruheschmerzen und Funktionsverlust. Ohne Behandlung droht die Beinamputation.


Untersuchung

Das Poplitealaneurysma lässt sich häufig als eine pulsierende Masse in der Kniekehle tasten. Der Ultraschall zeigt Grösse und allfällige Gerinnsel. Zur Therapieplanung ist eine Computertomographie mit Kontrastmittel nötig.


Behandlung

Jedes Poplitealaneurysma, das Symptome verursacht, muss behandelt werden. Aneurysmen ohne Symptome werden im Allgemeinen ab einer Grösse von über 2 cm behandelt.

Kleine Aneurysmen werden meist nur dann behandelt, wenn in der Ultraschalluntersuchung Thrombenablagerungen im Aneurysma sichtbar sind.


Operation

Im Allgemeinen wird das Aneurysma operativ entfernt und mit einem Venenstück ersetzt, das meist am gleichen Bein entnommen wird.

Das Auskleiden und Schienen des Aneurysma mit einem Stent ist unter bestimmten Voraussetzungen eine weitere Option. Der Stent wird von der Leiste eingeführt und platziert.