Gesundheitsmythos


Gibt es bei einem runden Bauch ein Mädchen?

NEIN. Auch das Hautbild oder die Essensgelüste sagen nichts über das Geschlecht des Kindes aus.


Wie zauberhaft ist neues Leben – in neun Monaten entsteht ein kleiner Mensch, der das Leben der Eltern völlig auf den Kopf stellen wird. Doch bevor der Familienzuwachs das Licht der Welt erblickt, liegen vor Mutter und Kind neun Monate, in denen viele Fragen aufkommen können. Deshalb schaffen wir Klarheit – in 47 Spezialgebieten, wie beispielsweise der Geburtshilfe.

Bauchform, Essensgelüste und weitere Mythen

Die Bauchform gibt keinen Aufschluss darüber, welches Geschlecht das Ungeborene hat. Auch die Rein- oder Unreinheit der Haut der schwangeren Frau oder ihre Essensgelüste lassen keinen Schluss zu. Genauso wenig wie der Geburtstermin, der Zeugungstermin oder viele andere Aspekte, zu denen Mythen kursieren. Das Geschlecht des Kindes lässt sich nur durch eine Ultraschalluntersuchung (etwa ab der 14. Schwangerschaftswoche) oder invasive Diagnostik ermitteln.

Zeitpunkt der Zeugung 

Das Geschlecht kann man bei der Zeugung nicht beeinflussen – zu 51% gibt es einen Jungen, zu 49% ein Mädchen. Spermien tragen in ihrem Kern entweder ein X- oder ein Y-Chromosom. Die «weiblichen» Spermien (X) sind robuster als die «männlichen» (Y), sie können also länger überleben. Deshalb sagt man, dass der Geschlechtsverkehr drei bis vier Tage vor dem Eisprung tendenziell ein Mädchen begünstigt. Wird das Kind hingegen am Tag des Eisprungs oder einen Tag vorher gezeugt, gibt es eher einen Jungen – die männlichen Spermien sind nämlich schneller.

Am Ende ist es aber der Zufall, der entscheidet, denn diese Angaben beschreiben nur Tendenzen und liefern keine Garantien. Genauso wie jegliche anderen Faktoren, denen in den Mythen die Begünstigung eines Geschlechts zugeschrieben wird. Das Wichtigste ist ohnehin, dass das Kind gesund und ohne Komplikationen zur Welt kommt – egal ob Junge oder Mädchen.

Essen schwangere Frauen für zwei?

Nein, schwangere Frauen essen nicht für zwei. Es stimmt zwar, dass sie ab dem 4. Schwangerschaftsmonat einen zusätzlichen Kalorienbedarf von ca. 200 bis 300 Kalorien am Tag haben, das ist aber relativ wenig. Die Schwangerschaft ist also keine Ausrede für doppelte Portionen, ganz im Gegenteil: Gerade in der Schwangerschaft sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden, um Schwangerschaftsdiabetes oder eine übermässige Gewichtszunahme zu vermeiden. Natürlich dürfen schwangere Frauen ihren Gelüsten nachgeben und sich ab und zu etwas gönnen – wie bei vielem ist das Mass der Dinge entscheidend.

Gibt es die Schwangerschaftsdemenz?

Schwangere Frauen und stillende Mütter haben meist ein schlechteres Gedächtnis, das stimmt. Es gibt aber keine strukturellen Veränderungen im Gehirn, daher ist dies ein vorübergehender Zustand. Er ist eher darauf zurückzuführen, dass Schwangere oft schlecht schlafen und sich deswegen weniger gut konzentrieren können. Oder aber sie setzen ihre Prioritäten neu und konzentrieren sich während der körperlichen Umstellung mehr auf die Schwangerschaft oder das Ungeborene, das gerade das Leben bestimmt.


Gut zu wissen

Bevor Sie sich im Meer von Informationen, Sichtweisen und Ratschlägen rund um Schwangerschaft und Geburt verlieren, wenden Sie sich an Fachpersonen. Die Spezialistinnen und Spezialisten der Geburtshilfe am KSW können Ihre Fragen beantworten und medizinisch fundierte Empfehlungen abgeben. Vereinbaren Sie dafür einen Termin in der Geburtshilfe.