Urologie

Beckenbodentraining zur Inkontinenztherapie

Die Beckenbodenmuskulatur ist das tragende Element für die inneren Organe wie Blase, Gebärmutter und Darm. Sie wirkt stabilisierend, ermöglicht durch ihre Verschlussstrukturen die Speicherung von Urin und Stuhl und gewährleistet die Kontinenz. Kontinent sein bedeutet: Urin, Stuhl und Wind zurückhalten respektive kontrolliert abgeben zu können.

Der Beckenboden muss zwei gegensätzliche Aufgaben erfüllen: das Verschliessen und Stützen während der Füllphase sowie das Loslassen während der Entleerung von Blase und Darm.


Beckenbodentraining

Bei Beschwerden im Beckenboden kann ein gezieltes Beckenbodentraining zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen und auch die Wirkung anderer Therapien verstärken. Immer geht es dabei darum, dass Männer und Frauen ihren Beckenboden bewusst wahrnehmen, die Muskulatur stärken und lernen, sie zu entspannen.

Bei Männern hat sich Physiotherapie nach einer Prostata- oder Blasenentfernung als wichtige konservative Behandlung etabliert. Bei Frauen ist das gezielte Beckenbodentraining bei einer reinen Belastungsinkontinenz sehr wirksam.

In der Regel zeigt sich innert drei bis sechs Wochen eine deutliche Verbesserung. Bis Physiotherapie die volle Wirkung erreicht, dauert es bis zu sechs Monate. Voraussetzung dafür ist kontinuierliches Training, was eine hohe Motivation der Betroffenen erfordert.

Angebot

  • Übungen zur Wahrnehmung und zur Steigerung der Kraft, der Ausdauer, der Reaktionsfähigkeit und zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur
  • Weichteiltechniken, um starke Muskelspannung zu verringern
  • Biofeedback mittels Ultraschall oder mit Sonden, um die Anspannung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur sichtbar zu machen
  • neuromodulative Therapien, um die Muskulatur zu aktivieren oder die Harnblase zu entspannen

Beckenbodentraining


Was beinhaltet ein Beckenbodentraining?

Eine spezialisierte Beckenboden-Physiotherapie beinhaltet ein gut instruiertes, funktionelles Beckenbodentraining bei Harninkontinenz. Aber auch entspannende Techniken und Übungen bei Entleerungsstörungen und chronischen Schmerzen im Becken gehören dazu.

Das Training besteht aus Übungen zur Wahrnehmung und Steigerung der Kraft, der Ausdauer und der Reaktionsfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur. Die Ausgangsstellungen variieren. Hauptsächlich sollte im Stehen, in Bewegung und in den individuellen Belastungssituationen geübt werden.

Die spezialisierten Physiotherapeutinnen am KSW erklären Ihnen vor grossen Prostata-Eingriffen und bei bestehender Inkontinenz die Anatomie und Wahrnehmung des Beckenbodens. Sie zeigen Ihnen Übungen, welche den Beckenboden stärken und somit eine mögliche Inkontinenz vermindern. Ausserdem werden Ihnen Alltagsaktivitäten mit Beckenbodenspannung gezeigt, welche Sie nach der Operation bei einer allfälligen, vorübergehenden Urininkontinenz anwenden können (z. B. Schuhebinden).

Nach der Operation haben Sie die Möglichkeit, sich erneut durch die Physiotherapie am KSW begleiten zu lassen. Alternativ unterstützen wir Sie bei der Suche nach einer geeigneten Physiotherapeutin oder einem geeigneten Physiotherapeuten in Ihrer Wohnnähe.

Weitere Informationen finden Sie auf www.pelvisuisse.ch oder direkt bei der Physiotherapie am KSW.


Kontakt Physiotherapie

Kantonsspital Winterthur
Institut für Therapien und Rehabilitation
Brauerstrasse 15, Postfach
8401 Winterthur

therapien@ksw.ch
Telefon 052 266 48 90