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Personal

Ein bewegendes Jahr

Veränderungen und die Notwendigkeit, agil zu sein, haben die Kultur am KSW in den letzten zwei Jahren besonders stark geprägt. Waren die laufend notwendigen Anpassungen an die Corona-Wellen 2020 noch ungewohnt, sind sie 2021 fast schon selbstverständlich geworden. Die Pandemie hat den Zusammenhalt über Bereiche und Professionen hinweg gestärkt. Das zeigen auch die Ergebnisse der Mitarbeitenden-Umfrage auf der nächsten Seite.

Dass die Mitarbeitenden das KSW gern als gute Arbeitgeberin weiterempfehlen, trug wesentlich dazu bei, dass die meisten offenen Stellen letztes Jahr durch qualifiziertes Personal besetzt werden konnten. Sehr schwierig bis unmöglich war jedoch die Rekrutierung von spezialisiertem Personal mit abgeschlossener Ausbildung für die Intensivstation und das Notfallzentrum. Das Interesse an Ausbildungsplätzen war zwar gross, doch fehlte teilweise die Kapazität auf den Stationen, um mehr Fachkräfte als ursprünglich geplant auszubilden.

Zeitintensive Aufgaben erforderten mehr Personal

Um die zahlreichen Herausforderungen in den unterschiedlichen Bereichen zu bewältigen, schuf das KSW 2021 insgesamt 102 neue Vollzeitstellen. Die Berufsgruppen Arzt/Ärztin, Pflege, Pflegetechnik und Medizintechnik wuchsen um je 3% und beanspruchten 62 der neuen Vollzeitstellen. Die Berufsgruppen Verwaltung, Ökonomie und Technik legten mit 40 Vollzeitstellen um 5 bis 10% zu, was die hohe Auslastung und den Nachholbedarf auch in diesen Bereichen zeigt. Von den total 102 Stellen wurden 15 allein für die COVID-Sta­tion und 8 für das KSW-Testzentrum bewilligt.

Im 2020 neu geschaffenen Bereich «Prozessgestaltung und Digitalisierung» wurden Mitarbeitende zusammengezogen, die vorher in anderen Bereichen angestellt waren, und neue Mitarbeitende eingestellt. Ihre Aufgabe ist es, die Digitalisierungsfähigkeit zu stärken und ICT-Grossprojekte wie den Aufbau des neuen Klinikinformationssystems zu meistern.

Teilzeitstellen gefragt

Die Vollzeitstellen verteilten sich 2021 auf 3542 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind 122 mehr als 2021. 54% arbeiteten Teilzeit, das sind 3% mehr als vor zwei Jahren. Als Teilzeit gilt ein Beschäftigungsgrad von weniger als 90%. Wegen des grossen Bedürfnisses nach Teilzeitbeschäftigung wird bei der Ausschreibung von neuen Stellen für das Pensum eine bestimmte Bandbreite angegeben.

 


Mitarbeitende in Zahlen

Mehr Frauen auch in Arztberufen

Am KSW arbeiteten auch 2021 dreimal so viele Frauen wie Männer. Auf der obersten Hierarchiestufe in der Ärzteschaft waren nach wie vor mehr Männer als Frauen tätig. Bei den Ober- und Assistenzärztinnen und -ärzten waren jedoch die Frauen mit einem Anteil von 61% respektive 59% in der Mehrzahl.

Lohngleichheit für beide Geschlechter

Neben fortschrittlichen Arbeitsmodellen sind für das KSW auch faire Löhne erklärtes Ziel. Mit einer vom Bund anerkannten Methode wurde untersucht, ob es am KSW Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Die Resultate zeigen, dass Männer am KSW durchschnittlich 28,5% mehr verdienen als Frauen. 24,7% können erklärt werden durch arbeitsplatzbezogene oder persönliche Unterschiede wie zum Beispiel hierarschische Stellung im Betrieb oder Ausbildungsniveau. Die Differenz von 3,8% kann nicht systemisch erklärt werden, ausser bei den ärztlichen Honoraren. In diesem Bereich kann eine systembedingte Ungleichbehandlung nachgewiesen werden, wobei das Honorargesetz die Verteilung der Honorare vorgibt und nicht das KSW. Insgesamt liegt die Differenz aber trotzdem unter der vom Bund vorgegebenen Toleranzschwelle von 5%, die nicht signifikant überschritten werden sollte.

Guter Mix von jung und alt

Am KSW ist die Altersverteilung ausgewogen. Mit 29,4% aller Mitarbeitenden waren die 30- bis 39-Jährigen 2021 am stärksten vertreten. Mitarbeitende ab 50 mit langjähriger Erfahrung machten einen Anteil von total 27% aus. Der Nachwuchs rückt nach: Unter 20 Jahre alt war im Berichtsjahr mit 21,1% der Belegschaft rund 1% mehr als im Vorjahr – Auszubildende und Praktikanten nicht eingerechnet.

Alter der Mitarbeitenden*

Total Mitarbeitende (Anzahl Personen) KSW inkl. Nebenbetriebe, ohne Lernende, Praktikanten, Dozierende, Experten, Sitzwachen und Externe

Überzeit vor allem bei Pflege auf IPS

Die Gleitzeitsaldi der Mitarbeitenden am KSW haben sich trotz ausserordentlicher Belastung durch die Corona-Pandemie im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 insgesamt kaum verändert. Deutlich mehr Überzeit leistete jedoch die Berufsgruppe Pflege auf der Intensivstation. Dort fielen zudem die Ausfälle wegen Krankheit im Vergleich zu 2019 höher aus. Auch Mitarbeitende in der Verwaltung, in den Bereichen Bau, Technik und Sicherheit wie auch Prozesse und Digitalisierung waren wegen diverser Grossprojekte überdurchschnittlich stark ausgelastet.

Fluktuation auf fast unverändertem Niveau

Die Fluktuation lag 2021 insgesamt im Rahmen der Jahre vor Corona. Höher war sie 2021 vor allem bei Mitarbeitenden während des ersten Anstellungsjahres beim KSW in den von Corona betroffenen Bereichen. Dass 2020 sogar weniger Mitarbeitende als in anderen Jahren gekündigt hatten, zeugt vom grossen Engagement in der Krisenzeit.

Zufriedenheit der Mitarbeitenden 2021 weiterhin hoch

Im Vergleich mit elf ähnlich grossen Akutspitälern in der Schweiz haben die Mitarbeitenden dem KSW auch 2021 sehr gute Noten erteilt. Mehr als 54% des Personals haben an der Mitarbeitenden- Umfrage teilgenommen. Diese führt eine unabhängige Firma alle drei Jahre durch.

Überdurchschnittlich gut schnitt das KSW bei Fragen zur interdisziplinären Zusammenarbeit, zur Führung und zum Ruf ab. Die Führung schwang unter anderem mit guten Bewertungen von Information, fachlicher Kompetenz, Fehlerkultur oder Kritikfähigkeit obenaus und verbesserte sich gegenüber 2018 weiter. Die Mitarbeitenden empfehlen das Spital als Arbeitgeber wie auch für eine Behandlung gern weiter. Etwas weniger gut schnitt das KSW bei Themen wie Personalanlässe, Gesundheitsförderung, Parkplätze, Ferien oder Lohn ab.

Die Spitalleitung und die Leitungen der Departemente, Institute und Dienste haben sich Ende Jahr vertieft mit den Ergebnissen und Kommentaren auseinandergesetzt. Ziel ist, im eigenen Bereich Massnahmen zu entwickeln und zu etablieren.


Aus- und Weiterbildung: Eine Herzensangelegenheit

Das Kantonsspital Winterthur gehört zu den grössten Ausbildungsbetrieben im Gesundheitswesen des Kantons Zürich. Die Aus- und Weiterbildung ist zwar vom Gesetzgeber vorgeschrieben, beim KSW jedoch auch eine Herzensangelegenheit. Insgesamt bot das KSW im Berichtsjahr 673 vor allem jungen Frauen und Männern die Möglichkeit, sich im Gesundheitswesen aus- oder weiterzubilden: 142 in der Erstausbildung – vor allem in der Pflege, aber auch in Verwaltung und Ökonomie –, 237 auf Stufe Fachhochschule und Höhere Fachschule sowie 268 Assistenzärztinnen und -ärzten, die sich ihren Facharzttitel verdienen wollen.

Zu wenig Fachkräfte in IPS und Notfall

Einen besonderen Ausbildungseffort verlangte im Berichtsjahr die Personalsituation im Zen­trum für Intensivmedizin und im Notfallzentrum. Die Ausfälle wegen der COVID-19-Pandemie – vor allem infolge von Infektionen bei Mitarbeitenden und ihren Familienangehörigen – machten sich in diesen spezialisierten und personalintensiven Bereichen besonders stark bemerkbar. Unter diesen erschwerten Bedingungen war es äusserst herausfordernd, die Mitarbeitenden in Weiterbildung adäquat zu betreuen. Gleichzeitig war und ist der Markt für IPS- und Notfall-Pflegekräfte ausgetrocknet. Dass in Zukunft zusätzliches Fachpersonal nötig ist und ausgebildet werden muss, wurde augenfällig. Das KSW hat in dieser Situation verschiedene kreative Personalbeschaffungsmöglichkeiten diskutiert und getestet. Ohne namhaften Erfolg. Inzwischen hat der Regierungsrat des Kantons Zürich dieser schwierigen Situation Rechnung getragen und Anfang 2022 entschieden, die Weiterbildungskosten der Nachdiplomstudiengänge Intensiv- und Notfallpflege, die in den Jahren 2022 bis 2024 beginnen, zu subventionieren. Das KSW wird davon ebenfalls profitieren.

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SAMW-Award «Interprofessionalität 2021»

Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) hat das Kantonsspital Winterthur und das Universitätsspital Zürich (USZ) für ihr ZIPAS-Programm mit dem SAMW-Award «Interprofessionalität 2021» ausgezeichnet. ZIPAS steht für Zürcher Interprofessionelle Klinische Ausbildungsstation und ermöglicht Lernenden wie auch Studierenden aus unterschiedlichen Professionen und Bildungsstufen, Patientinnen und Patienten gemeinsam zu betreuen. Die Auszubildenden werden im interprofessionellen Setting angeleitet, ohne dass ihnen Lösungswege vorgegeben werden. Die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg wird angesichts zunehmen- der chronischer Krankheiten und stetig komplexer werdender Behandlungsmethoden immer wichtiger. Das USZ und das KSW sind bisher schweizweit die einzigen Spitäler, die diesen innovativen Ansatz in ihren Normalbetrieb integriert haben.

Anzahl Auszubildende / Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung (HC)

2021 2020
Assistenzärztin/-arzt 268 250
Unterassistenz 35 32
Pflege 272 294
Pflegetechnik 20 21
MTTB 40 43
Verwaltung 18 16
Ökonomie 18 17
Technik 2 2
Total Auszubildende 673 675
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