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Header Jahresbericht Ksw 2021

Stetige Entwicklung hält agil

In den ersten Wochen des laufenden Jahres beschäftigte COVID-19 das KSW weiterhin intensiv. Die fünfte Welle mit der Omikron-Variante belastete den Betrieb ab Mitte Dezember permanent. Noch stärker als die stationäre Behandlung von täglich 20 bis 30 Patientinnen und Patienten mit COVID-19 fielen die zahlreichen Personalausfälle infolge einer COVID-Infektion ins Gewicht. Auch das KSW-Testzentrum und das spitaleigene Labor liefen im Januar auf Hochtouren.

Weiterhin engagiert sich das KSW zusammen mit der Medbase Gruppe als Betreiberin des Impf- und Testzentrums im Rieter-Areal in Winterthur. Die erfolgreiche Public-private-Partnership von KSW und Medbase kann als Basis für weitere gemeinsame Gesundheitsangebote für die Winterthurer Bevölkerung dienen.

Sowohl das KSW als auch das Impf- und Testzentrum richten sich darauf ein, dass die Pandemie sich vorerst abschwächt, sich später aber erneut stark ausbreiten kann. Das Impf- und Testzentrum wird deshalb voraussichtlich auch in den folgenden Monaten in Betrieb bleiben und dem jeweiligen Pandemieverlauf angepasst werden. Dies stellt planerisch und logistisch eine grosse Herausforderung dar.

Das Jahr der Neuerungen

2022 werden fünf Themen von zentraler Bedeutung für das KSW sein.

Erstens zogen Anfang Februar alle Abteilungen samt Patientinnen und Patienten plangemäss vom Hochhaus in den Ersatzneubau «didymos» um. Die geplanten Prozesse und die Zusammenarbeit in den neuen Infrastrukturen müssen sich einspielen und sind weiter zu optimieren. Derweil beginnen die Vorbereitungen für den Rückbau des Hochhauses, der sich bis ins Jahr 2023 hinziehen wird.

Zweitens wurde am 1. Januar 2022 die neue Führungsorganisation operativ, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. In den nächsten Monaten gilt es, die neue Kompetenzordnung, die Führungsstrukturen und das Zusammenspiel in der neuen Organisation zu etablieren. Im Mai wird zudem der bisherige CFO Hansjörg Lehmann den langjährigen Spitaldirektor Rolf Zehnder ablösen.

Drittens laufen 2022 die Vorbereitungsarbeiten für die Inbetriebnahme des neuen Klinikinformationssystems in der zweiten Jahreshälfte 2023 auf Hochtouren.

Viertens ist das bisherige Honorarsystem für Kaderärztinnen und -ärzte wegen einer Änderung der kantonalen gesetzlichen Grundlagen per 2023 durch ein modernes Entlöhnungssystem abzulösen.

Fünftens wird der Regierungsrat 2022 die Spitalplanung 2023 verabschieden. Das KSW wird das stationäre Angebot entsprechend den neuen Leistungsaufträgen bereitstellen.

Tarifentscheide von grosser Bedeutung

Aufgrund diverser Zusatzbelastungen wird das Jahresergebnis 2022 voraussichtlich deutlich schlechter ausfallen als 2021. Dies hat mehrere Gründe. Bereits im Businessplan zum Neubau und im darauf basierenden Kantonsratsbeschluss vor bald zehn Jahren wurde von einem vorübergehenden Betriebsverlust nach Bezug des Neubaus ausgegangen. Diese Prognose hat das KSW seither stets bestätigt und transparent kommuniziert.

Neben Abschreibungen von rund 9 Mio. CHF werden die Erstausstattungen im Neubau und die Umzugskosten die Jahresrechnung 2022 belasten. Hinzu kommen auf 2022 verschobene Beschaffungen im Umfang von über 5 Mio. CHF. Ausserdem hat der Regierungsrat beschlossen, dass alle Angestellten des Kantons Zürich, inklusive des KSW-Personals, 2022 eine Teuerungszulage erhalten. Diese wird das KSW-Jahresergebnis 2022 und in den folgenden Jahren mit jeweils mehr als 3 Mio. CHF belasten. Die Personalkosten werden voraussichtlich über das kommende Jahr hinaus weiter ansteigen – noch bevor die Massnahmen zur Umsetzung der Pflegeinitiative auf Bundesebene festgelegt sind.

Da die Tarife im stationären Bereich trotz Teuerung seit 2016 nicht angepasst wurden und das KSW im ambulanten Bereich sogar eine Tarifsenkung von über 10 Mio. CHF pro Jahr verkraften muss, wird die finanzielle Anspannung immer grösser. Umso mehr, als die hohen Preise der Kantonsapotheke und die Corona-Pandemie das finanzielle Ergebnis auch im Jahr 2022 wesentlich belasten werden.

Vor diesem Hintergrund werden die Mitte Jahr fälligen Entscheide der Gesundheitsdirektion zu den ambulanten und stationären Tarifen mit Spannung und Hoffnung erwartet. Das KSW rechnet mit einer markanten Tariferhöhung, was die finanzielle Situation entspannen würde.

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