Prostata

Prostatavergrösserung / benigne Prostatahyperplasie

Mit zunehmendem Alter wird die Prostatadrüse grösser und es kommt zu einer Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH). Da das gutartige Wachstum vor allem im Drüsenkern stattfindet und dieser die Harnröhre umschliesst, kann dadurch eine Verengung mit Abschwächung des Harnstrahls entstehen.

Je nachdem, in welche Richtung das Wachstum der Drüse erfolgt, kommt es zu unterschiedlichen Beschwerden. Im Zentrum steht die erschwerte Entleerung der Harnblase.


Ursachen

Die genaue Ursache für die gutartige Prostatavergrösserung ist noch nicht gefunden. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, welche der Entwicklung zugeschrieben werden.

Das Alter ist ein natürlicher Risikofaktor. Ab dem Alter von 35 Jahren vergrössert sich die Prostata über die Jahre sukzessive, unabhängig von ethnischer Herkunft und Region.

Das männliche Hormon Testosteron spielt dabei eine zentrale Rolle, denn ohne dieses im Hoden produzierte Hormon entsteht keine Prostatavergrösserung. Des Weiteren bestehen Hinweise auf eine erbliche Veranlagung.


Beschwerden

Durch die Verengung der prostatischen Harnröhre muss die Blase den Urin gegen einen höheren Widerstand auspressen. Das führt zu den typischen Symptomen beim Wasserlösen:

  • initiales Warten bzw. mühevoller Beginn
  • abgeschwächter oder gar unterbrochener Harnstrahl
  • Pressen für eine vollständige Entleerung
  • häufiges Wasserlösen, vor allem auch nachts
  • Nachträufeln und Restharngefühl
  • Blasenentzündungen
  • Harnverhalt (Wasserlösen nicht möglich, Notfall)

Diagnose

Zur Diagnose einer Prostatavergrösserung werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Zuerst wird die Beschwerdelage erfragt und mittels validiertem Fragebogen (IPSS) objektiviert. In der Uroflowmetrie kann die Stärke des Harnstrahles gemessen werden. Durch Ultraschall können eine erhöhte Restharnmenge in der Harnblase nach dem Wasserlösen, die Prostatagrösse und die Nieren beurteilt werden. Eine Vorsorgeuntersuchung mittels PSA-Test und Tastuntersuchung komplettieren die Abklärungen meist.


Behandlung

So vielfältig wie die Beschwerdelage sind auch die Behandlungsoptionen bei der Prostatavergrösserung. Zentral für die Therapie ist, dass eine chronische Überdehnung der Harnblase und eine Schädigung der Nieren durch Rückstau vermieden werden. Je nach Schweregrad kommen daher unterschiedliche Behandlungsoptionen in Frage:

  • Beobachten bei geringen Beschwerden
  • Pflanzliche Heilmittel
  • Medikamente
  • Operationen

Behandlungsoptionen

  • Pflanzliche Heilmittel

    Leichtere Beschwerden können durch eine Reihe von pflanzlichen Medikamenten (Phytotherapeutika) angegangen werden. Sie enthalten Extrakte auf natürlicher Basis wie Sägepalmfrüchte und Brennnesselwurzel.

  • Medikamente

    Bei schwerwiegenderen Problemen stehen zwei Arten von Medikamenten zur Verfügung. Die erste Art sind Medikamente, welche die Harnröhre der Prostata und den Blasenhals über die nervöse Versorgung erweitern. Zudem gibt es Präparate, die direkt in den Hormonhaushalt der Prostata eingreifen und zu einer Volumenverminderung führen können. Von diesen zwei Arten von Medikamenten gibt es auch Kombinationspräparate.

  • Operationen

    Können die Beschwerden oder die Restharnmenge medikamentös nicht reduziert werden, so kommt ein operatives Vorgehen in Betracht. Dabei können Prostatavergrösserungen bis 80 ml Volumen mittels transurethraler Resektion (TUR-Prostata), d. h. über die Harnröhre, angegangen werden.

    Grössere Drüsen erfordern eine Adenomenukleation (Ausschälung der Prostata aus ihrer Kapsel) über einen offenen Zugang (Bauchschnitt) oder einen roboter-assistierten Zugang (Da-Vinci-Operationsroboter).

    Vor jeglicher Operation sollte im Zweifel das Vorliegen eines Prostatakrebses ausgeschlossen werden.