Problematische Narben

Problematische Narben

Von Keloiden und überschiessenden Narben ist die problematische Narbe abzugrenzen. Auch wenn keine starke Wucherung oder Verziehung vorliegt, kann eine Narbe Beschwerden hervorrufen. Diese können von zeitweiligem Ziehen über Wetterfühligkeit bis zu Jucken oder Schmerzen reichen. Eine Voraussage, wie sich die Narbenbildung behandeln lässt, ist schwierig. Gelegentlich braucht es nur ein wenig Geduld und Narbenpflege, bis die Beschwerden zurückgehen. In anderen Fällen ist eine Therapie durch den plastischen Chirurgen nötig.

Behandlung

Die Behandlung einer problematischen Narbe richtet sich nicht nur nach der Ausprägung der Narbe, sondern auch nach dem Grund der Narbenbildung, der Einschätzung der Beschwerden des Patienten und einer allfälligen Funktionsbeeinträchtigung. Eine passende Therapie ist in der Regel erst möglich, wenn der plastische Chirurg den Patienten untersucht hat.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Narbenpflege (Cremes und Salben)

    Narbencremes und -salben lindern Juckreiz oder Schuppungen und können eine Behandlung begleiten. Zur ursächlichen Behandlung einer problematischen Narbe ist diese Form der Therapie jedoch weniger gut geeignet.

  • Silikonpads und Silikonfolien

    Silikonpads und -folien können die Narbenbehandlung günstig beeinflussen. Sie vermindern die Narbendicke, allfällige Schmerzen und Juckreiz. Zudem beschleunigen und optimieren sie die Narbenreifung.

  • Injektionstherapie

    Injektionen mit Kortikosteroiden sind bei überschiessenden Narben anwendbar, solange die Narbenreifung noch nicht abgeschlossen ist. Um eine langanhaltende Wirkung in der Narbe zu erreichen, spritzen wir kristalloides Kortison. Meist sind mehrere Sitzungen erforderlich. Die Anwendung erfolgt über mehrere Wochen.

  • Fettunterspritzung, Microfat, Nanofat

    Bekannt sind die Techniken der Unterspritzung mit Fett im Bereich der Ästhetischen Chirurgie oder der Rekonstruktiven Chirurgie. Neuere Studien zeigen, dass ihr Einsatz auch in der Narbenbehandlung erfolgreich sein kann.

    Eine Unterspritzung von Narben mit eigenen Fettzellen (autologe Fetttransplantation) verbessert die Verschieblichkeit der Narbe auf dem Untergrund. Die im Fettgewebe enthaltenen Stammzellen (mesenchymale Stammzellen) begünstigen auch eine bessere Narbenreifung. Abhängig von der eingesetzten Technik spritzen wir die Zellsuspension entweder in die Narbe und das Unterhautgewebe (Microfat), oder wir verwenden sehr kleine, spezielle Kanülen und spritzen sie direkt in die Haut (Nanofat). Sämtliche Techniken der Fettunterspritzung (Lipotransfer) bieten die plastischen Chirurgen des KSW bereits seit längerer Zeit an wenden sie regelmässig an.

  • Medical Needling

    Medical Needling ist eine relativ neue Technik der Narbenbehandlung. Dabei erzeugen wir mit kleinen Nadelstichen im betroffenen Hautareal Mikrowunden in der Haut, was zu einer Anregung der Kollagenproduktion in der behandelten Hautzone führt. Damit wir die Mikrostiche in die Lederhaut kontrolliert und gezielt anbringen können, verwenden wir spezielle nadelbesetzte Roller. Die Nadeln sind je nach Anwendungsfeld 1 oder 3 mm lang. Vor der Nadelbehandlung ist eine Behandlung mit vitaminhaltiger Creme nötig. In der Regel führen wir die Behandlung unter örtlicher Betäubung oder sogar nur nach Vorbehandlung mit Betäubungscreme durch.

  • Laser und Immunsuppressiva

    Es gibt eine Vielzahl von mehr oder minder erfolgversprechenden Therapien zur Narbenbehandlung. Eine Lasertherapie, die Gabe von Immunsuppressiva oder auch eine Kryotherapie (Kältetherapie) sind zur erfolgreichen Behandlung von Narben ebenfalls geeignet. Ob diese Verfahren im konkreten Fall anwendbar sind oder nicht, entscheiden wir individuell. Am KSW gehören sie nicht zu den Standardtherapien, haben aber in speziellen Situationen ihre Effektivität bewiesen.

Unsere Spezialisten

Chefarzt

Dr. med. Abdul R. Jandali

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Stv. Chefarzt

Dr. med. Florian Johannes Jung

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