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Lymphödem

Bei 10 bis 20 % aller Patientinnen und Patienten, bei denen eine Lymphknotenausräumung aus der Achselhöhle oder der Leiste durchgeführt werden musste, kommt es zu Problemen mit dem Lymphabfluss aus der betroffenen Extremität.

Durch den fehlenden Abtransport entsteht ein Stau und es kommt zu Ablagerungen von Eiweissen im Gewebe. Diese Lymphabflussstörung wird als Lymphödem bezeichnet. Muss aus onkologischen Gründen eine zusätzliche Bestrahlung der Region durchgeführt werden, kann diese das Problem noch verstärken.

Klinisch bemerken die Patientinnen und Patienten eine Umfangszunahme und ein Spannungsgefühl in dem betroffenen Arm oder Bein, was mit dem Gefühl einer Schwere einhergeht. Ebenfalls können häufig Entzündungen des Haut-/Weichteilmantels auftreten, die das Problem noch verschlimmern.

manuelle Lymphdrainage

Neben der manuellen Lymphdrainage haben sich in den letzten Jahren verschiedene chirurgische Verfahren zur Behandlung des Lymphödems etabliert.


Manuelle Lymphdrainage

Die komplexe, physikalische Entstauungstherapie (manuelle Lymphdrainage) war und ist bei einem Lymphödem die Therapie der Wahl. Ergänzt wird diese Therapie durch das Tragen von Kompressionskleidung (Handschuhe, Ärmel, Strümpfe). Über viele Jahre hinweg war diese sehr zeitaufwendige Therapie die einzige Option für Betroffene, die in ihrer Lebensqualität jedoch weiterhin deutlich eingeschränkt blieben.


Neue chirurgische Verfahren

In den letzten Jahren haben sich mehrere chirurgische Verfahren etabliert, welche die Lebensqualität betroffener Patientinnen und Patienten verbessern können. Wir unterscheiden dabei die rekonstruktiven Verfahren (Lymphknotentransfer, lymphovenöse Verbindung) und das Reduktionsverfahren (Fettabsaugung). Alle diese Behandlungen bieten wir am KSW an.


Mikrochirurgischer Lymphknotentransfer

Beim vaskularisierten Lymphknotentransfer (VLNT) wird Fettgewebe mit den dort enthaltenen Lymphknoten aus einer gesunden Körperregion (z. B. aus der Leiste oder aus der Schlüsselbeinregion) mitsamt eigener Blutversorgung als freier Gewebetransfer entnommen und zur betroffenen Extremität transferiert. Am betroffenen Arm oder Bein erfolgt dann ein mikrochirurgischer Gefässanschluss, sodass die Lymphknoten eine gute Durchblutung erhalten.

Anschliessend können diese Lymphknoten Flüssigkeit aus der Umgebung aufnehmen und über die Blutbahn abtransportieren. Zudem besteht die Fähigkeit, langfristig neue Lymphbahnen zu bilden. Neben dem entstauenden Effekt wird durch diesen Transfer auch eine Verbesserung der immunologischen Situation erzielt, wodurch regelmässige Entzündungen (Wundrosen) weniger häufig auftreten.

Mit diesem Verfahren kann zwar eine langfristige Umfangsreduktion von 60 bis 80 % erreicht und die Anzahl der Infekte deutlich gesenkt werden. Es dauert jedoch ungefähr 1 Jahr, bis sich der Erfolg der Methode zeigt. Diese Operation kann auch bei einem lange bestehenden und fortgeschrittenen Lymphödem noch angewendet werden.


Lymphovenöse Verbindung

Bei der lymphovenösen Verbindung (LVA) wird ein unmittelbar unter der Haut liegendes, abflussbehindertes Lymphgefäss über einen kleinen Hautschnitt mit einer winzigen Vene verbunden. So kann die Lymphe über die Vene abtransportiert werden und die Schwellung des betroffenen Bereiches nimmt umgehend ab. Allerdings nimmt der Umfang im Laufe der Zeit wieder etwas zu.

Diese sogenannte supermikrochirurgische Operationstechnik benötigt sehr viel mikrochirurgische Erfahrung, Geschick und Spezialinstrumente. Bei fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung ist diese Form der Operation nicht mehr anwendbar.


Fettabsaugung

Bei der Fettabsaugung geht es nicht mehr um die Verbesserung des gestörten Lymphabflusses, sondern lediglich um eine Umfangsreduktion der betroffenen Extremität. Durch das Absaugen des bereits umgewandelten Fettgewebes kann eine sofortige Volumenreduktion erreicht werden, die Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen auch eine unmittelbare Erleichterung bringen kann.

Allerdings muss die Kompressionstherapie weiterhin durchgeführt werden, da sonst das Lymphödem sehr schnell erneut auftreten kann. Diese Art der Therapie wird zunehmend bereits in früheren Stadien gemeinsam mit dem vaskularisierten Lymphknotentransfer angewendet.

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