Herz

Kardiale Synkope

Die kardiale Synkope ist ein plötzlich auftretender Bewusstseinsverlust, der durch eine Fehlfunktion des Herzens verursacht wird und in der Regel zu einem Sturz führt.

Meist dauert dieser Bewusstseinsverlust nur wenige Sekunden und verläuft meistens ohne grösseren Schaden. Bei länger dauernden Bewusstseinsverlusten können aber infolge einer Durchblutungsstörung des Hirns (zerebrale Ischämie) auch Krampfanfälle auftreten.


Ursachen

Kardialen Synkopen liegen in der Regel Herzhythmusstörungen (Tachykardien, Bradykardien) oder schwere Herzklappenfehler zugrunde. Die Ursache lässt sich jedoch nicht in allen Fällen klären.


Symptome

Klassischerweise treten keine Warnsignale auf, die es den Betroffenen erlauben würde, sich hinzusetzen oder hinzulegen, bevor der Bewusstseinsverlust auftritt.

Unmittelbar vor der Synkope beschreiben die meisten Patientinnen und Patienten jedoch ein Leeregefühl, ein Schwarzwerden vor den Augen oder eine aufsteigende Hitze.


Diagnose

Im Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten wird der Sturzhergang rekonstruiert, die Auslösemechanismen sowie die Verletzungsmuster erfragt. Erhärtet sich der Verdacht, sind weitere Abklärungen einer zugrunde liegenden Herzkrankheit bzw. von Rhythmusstörungen notwendig.

Dazu gehören ambulante Untersuchungen wie:

  • das Elektrokardiogramm (EKG)
  • die Echokardiographie
  • die Holteruntersuchung (EKG während 1 Tages)
  • der Eventrecorder (EKG während 1 Woche)
  • selten der eingepflanzte Eventrecorder (EKG während 1 bis 2 Jahren)

Behandlung

Kardiale Synkopen müssen meistens operativ behandelt werden, selten kommt eine medikamentöse Behandlung infrage. Im Falle von Herzklappenfehlern ist ein Aortenklappenersatz erforderlich, da die Synkope bei diesem Krankheitsbild eine sehr schlechte Prognose hat.

Bei langsamen Herzrhythmusstörungen ist die Einpflanzung eines Herzschrittmachers angezeigt. Bei schnellen Herzrhythmusstörungen wird in der Regel die Einlage eines implantierbaren Defibrillator-Kardioverters empfohlen, in zweiter Linie aber auch die medikamentöse Therapie.