Gelenke der Hand

Was ist das Ulna-Impaktions-Syndrom?

Chronischen Schmerzen auf der Ellenseite des Handgelenks liegt oft ein Ulna-Impaktions-Syndrom zugrunde. Dabei handelt es sich um eine chronische Druckbelastung der Knorpelscheibe auf der Ellenseite des Handgelenks (Syn. TFCC, Discus triangularis) zwischen dem Ellenkopf des Unterarms auf der einen und den Handwurzelknochen auf der anderen Seite.

  • Ursachen

    Ein Ulna-Impaktions-Syndrom tritt häufig auf, wenn es nach einer Speichenfraktur zu einer Fehlverheilung kommt, die eine relative Überlänge der Elle bewirkt. Angeborene Ursachen für das Syndrom sind eine Madelung’sche Deformität oder – in den meisten Fällen – eine angeborene Überlänge der Elle, die sog. Ulna-Plus-Variante.

  • Symptome und Verlauf

    Typischerweise klagen die Patienten über Schmerzen auf der Ellenseite des Handgelenks, die sich unter Belastung, bei Faustschluss sowie bei Drehbewegungen des Unterarms verstärken.

Operation

  • Wann ist eine Operation notwendig?

    Liegt eine Ulna-Plus-Variante mit Beschwerden vor und bestehen diese nach konservativer bzw. arthroskopischer Operation weiterhin, so ist die Ulna-Verkürzungs-Osteotomie der nächste Behandlungsschritt. Dabei verkürzen wir mit Hilfe eines Spezialinstrumentariums die Elle (Ulna), um im Handgelenk den Druck auf der Ellenseite zu verringern. Der Grad der Verkürzung richtet sich nach dem Röntgenbild und der Anatomie des Handgelenks des Patienten.

  • Welche Operationstechnik wird angewendet?

    Die Verkürzung der Ulna nehmen wir bei angelegter Titanlochplatte vor, damit beim Schluss des Knochenspalts keine Drehfehlstellung entsteht. Unter Röntgenkontrolle können wir die Elle nun verkürzen, indem wir eine Knochenscheibe entnehmen. Die stabilisierende Titanplatte verbleibt an der Elle und wird in der Regel frühestens ein Jahr nach dem Eingriff entfernt.

  • Kontrolle / Nachsorge

    Das Nahtmaterial entfernen wir 12–14 Tage nach der Operation. Für vier Wochen ist die Ruhigstellung in einer Handgelenksmanschette oder einer Unterarmgipsschiene erforderlich. Der Kraftaufbau beginnt je nach Ergebnis der Röntgenverlaufskontrolle frühestens sechs Wochen nach dem Eingriff. Die Drehbewegung des Unterarms kann bis zu einem halben Jahr eingeschränkt bleiben.