Hirntumor

Hirntumore

Die Diagnose Hirntumor ist häufig mit Verunsicherung und Angst verbunden. Es stellen sich sehr viele Fragen, dessen Beantwortung nicht immer einfach ist.

Was ist ein Hirntumor?

Ein Hirntumor ist eine Geschwulst im Hirngewebe, am Hirn, der Hirnhaut oder den Nerven. Es ist ungewiss, warum ein Hirntumor entsteht. Bekannt ist, dass die Entstehung und das Wachstum eines Tumores im Hirn das Resultat einer fehlerhaften Steuerung der Mechanismen des Zellwachstums und Zelltods ist. Die Bausteine des Gewebes, in diesem Fall des Hirngewebes, funktionieren auf der Basis eines genetischen Programms. Diese genetische Information kann unter Umständen gestört sein. Wenn beispielsweise die Wachstumsbremse der Zellen gestört ist, dann werden sich diese Zellen ohne Ende teilen. Damit entstehen Zellwucherungen, die eine Geschwulst bilden.

Arten von Hirntumoren

Im Hirn kann ein biologisch gutartiger Tumor sehr gefährlich werden, wenn er an einer sehr empfindlichen Stelle wächst.

Gutartige Hirntumore (Meningeome, Vestibularisschwannome) wachsen meist langsam, und bleibt von benachbartem, gesundem Hirngewebe abgrenzbar. Eine operative Entfernung ist häufig kurativ. In einigen Fälle kommt eine Bestrahlung in Frage, als Therapie der Wahl oder als Zusatzoption (nach der Operation).

Bösartige Hirntumore nehmen schnell an Grösse zu und wachsen in das umgebende Gewebe hinein (sog. infiltratives Wachstum). Glioblastome sind die häufigsten hirneigenen Tumore.

  • Gliom / Glioblastom

    Das Gliom ist ein Hirntumor mit vielen Gesichtern. Es gibt nicht das und nur ein Gliom, sondern viele Gliome und sie sind die häufigsten primären Hirntumoren bei Erwachsenen. Astrozytom, Glioblastom, Oligodendrogliom, Oligodendrozytom, Oligogastrozytom, Ependymom und Mischgliom – unter diesen Namen sind Gliome bekannt.

    Gliome werden sie nach WHO – Grad I bis IV eingeteilt. Ein langsam wachsender, gutartiger Tumor entspricht dabei dem WHO Grad I. Ein schnell wachsender, bösartiger Tumor wird mit dem WHO Grad IV klassifiziert.

    Intrazerebrales Gliom

    a) Glioblastom. MRI präoperativ.
    b) MRI nach Entfernung des Glioblastoms (a)

    a) Gangliogliom. MRI präoperativ.
    b) MRI nach kompletter Entfernung des Ganglioglioms (a)

  • Meningeom

    Meningeome haben ihren Ursprung in der Hirhaut. Die meistens sind biologisch gutartig, aber die Lokalisation macht die Behandlung teilweise sehr anspruchsvoll.

    Intrakranielles Meningeom

    a) Intraventrikuläres Meningeom links. MRI präoperativ.
    b) MRI nach kompletter Entfernung des Meningeoms (a)

    a) Keilbeinflügelmeningeom links. MRI präoperativ.
    b) MRI nach Entfernung des Keilbeinflügelmeningeoms (a)

    a) Meningeom hintere Schädelgrube. MRI präoperativ.
    b) MRI nach Entfernung des Meningeoms (a)

  • Neurinom oder Schwannom

    Diese entstehen aus Nervenzellen. Die meistens sind biologisch gutartig, wachsen aber häufig an der Schädelbasis.

  • Metastasen

    Eine Metastase ist ein Ableger eines anderen Tumors. Tumoren im Bereich der Brust, Prostata, Lunge oder Darmes können unter Umständen streuen. Zellen dieser Tumoren können über Blutwege andere Zielorgane erreichen, dort wachsen sie und generieren Tumoren. Die Behandlung von Metastasen erfordert die Beachtung der gesamten Krankheit.

    Metastasen sind per Definition bösartig. Auch hier ist die multimodale Therapie entscheidend, wobei der Haupttumor je nach Art mitbehandelt werden soll. Eine enge Zusammenarbeit mit Kollegen aller beteiligten Abteilungen ist entscheidend.

Symptome und Beschwerden

  • Epilepsie
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Motorische oder sensorische Störung (Lähmung)
  • Sprachstörung
  • Sehstörung
  • Metabolische Störung
  • Persönlichkeitsveränderung
  • Müdigkeit

Die Lokalisation und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors spielen hier eine grosse Rolle

Das Behandlungskonzept

  • Interdisziplinäres Team

    Im Tumorzentrum arbeiten

    • Neurochirurgen
    • Radioonkologen (Bestrahlung)
    • Onkologen (Chemotherapie)
    • Neuropathologen (Gewebeuntersuchung)

    zusammen für die Planung und Durchführung der bestmöglichen Therapie.

  • Modernste Operationsverfahren

    Ein Hirntumor kann operiert werden abhängig von:

    • Art
    • Grad
    • Lage
    • Grösse

    Der Klinik für Neurochirurgie stehen hochmoderne medizinisch-technischen Geräte, Apparate und Computer zur ständigen Überwachung zur Verfügung.

    Für die Planung der Operation

    • Magnetresonanztomographie (MRI)
    • Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS)
    • Computertomographie (CT)
    • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

    Für die operative Phase

    Intraoperative Neuronavigation

    Die intraoperative Neuronavigation ist ein computergestütztes Operationsverfahren aus der Neurochirurgie, mit der eine Hirntumor-Operation im Bereich des Gehirns geplant werden kann und die intraoperative räumliche Orientierung ermöglicht wird.

    Intraoperatives Neuromonitoring

    Mithilfe des intraoperativen Neuromonitoring werden wichtige Neurofunktionen während der neurochirurgischen Hirntumor-Operation elektrophysiologisch überwacht.

    5-Ala Tumor Darstellung

    Ist eine  moderne intraoperative Bildgebung. Diese wird zur Diagnostik und Lokalisierung von Tumorresten maligner Gliome während des Eingriffes verwendet.

    Für die postoperative Phase 

    Ärztliche und pflegerische Mitarbeitende gewährleisten rund um die Uhr eine optimale medizinische Überwachung, Diagnostik, Behandlung und Pflege.

  • Bestrahlung und Chemotherapie

    Zur Bestimmung einer wirksamen Therapie (Chemotherapie, Strahlentherapie) ist es aber wichtig, dass der Tumortyp bekannt ist. Die genetischen Merkmale eines Hirntumors zu erkennen ist entscheidend für die Planung einer individualisierten adjuvanten Therapie.

    Chemotherapie

    Bei der Chemotherapie erhält der Patient spezielle Medikamente, die sogenannten Zytostatika. Zytostatika wirken bei Krebszellen, da sich diese schneller teilen als gesunde Zellen.

    Strahlentherapie

    Die Strahlen schädigen gesunde Zellen und Tumorzellen. Tumorzellen reagieren auf die Bestrahlung empfindlicher als gesunde.