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Leistenbruch / Leistenhernie

Der Leistenbruch (auch Leistenhernie) ist ein sehr häufiges Krankheitsbild. Er kann in jedem Lebensalter auftreten und ist überdies manchmal sogar angeboren. Er kann daher auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Bei einem Leistenbruch kommt es zu einer mehr oder weniger schmerzhaften Vorwölbung in der Leiste. Diese ist durch eine Schwäche der Bauchwand bedingt.

Meist spielt wiederholter oder permanenter Überdruck in der Bauchhöhle in der Entstehung einer Leistenhernie eine wichtige Rolle (beispielsweise beruflich durch häufiges Heben von schweren Gewichten). Manchmal ist die Schwellung nicht sichtbar und die Erkrankung äussert sich überwiegend durch Schmerzen in der Leiste. Betroffen sind meist Männer aller Altersstufen, aber auch bei Frauen ist diese Erkrankung keine Seltenheit.

Der Leistenbruch ist eine schmerzhafte Vorwölbung in der Leiste. Sie ist überdies meist nur im Stehen erkennbar.

Ursache

Die Ursache eines Leistenbruches ist eine Bindegewebsschwäche. Das Bindegewebe reisst dabei meist im Bereich von Schwachstellen der Bauchwand (z. B. Leiste, Nabel oder alten Narben). In diesem Bereich entsteht dann ein Loch in der Bauchwand, durch welches Darm oder Fettgewebe nach aussen gedrückt wird. Ein solches Bindegewebsloch kann nie mehr spontan zuheilen, weshalb sich meist die Indikation zur Operation stellt.


Häufigkeit

Die Leistenbruchoperation ist die am häufigsten durchgeführte Operation am Kantonsspital Winterthur. Jährlich werden bei uns über > 1’000 Brüche operiert: Leisten-, Schenkel-, Nabel- sowie Narbenbrüche. Damit gehören wir zu den schweizweit führenden Zentren.


Symptome und Beschwerden

Die typischen Symptome sind oft eine prolabierende Schwellung in der Leiste, die im Stehen auftritt und im Liegen dann wieder verschwindet. Gleichzeitig können durch das hervortretende Gewebe im Bruch Schmerzen entstehen.

Bei kleinen Brüchen kann es überdies auch zu alleinigen Schmerzen kommen, ohne dass von aussen eine Schwellung sichtbar ist. Selten kommt es zudem auch vor, dass das hervortretende Gewebe/Darm in der Bruchpforte einklemmt und nicht mehr zurückrutschen kann. Wenn das der Fall ist, muss notfallmässig operiert werden.


Untersuchung – Abklärung in der Sprechstunde

Zur Diagnosestellung reicht meistens eine manuelle Untersuchung. Sie werden in der Sprechstunde durch uns angehört sowie untersucht. Falls notwendig werden wir zusätzlich weitere Abklärungen (z.B. Ultraschall) veranlassen.

Wir fällen zusammen mit Ihnen die Entscheidung zur Operation. Wir klären Sie zunächst über die verschiedenen Operationsmöglichkeiten auf und bestimmen danach, welches Verfahren für Sie am besten ist. Meist wird in der Sprechstunde bereits ein Operationstermin vereinbart. Vor der Operation besuchen Sie dann noch die ambulante Narkose-Sprechstunde.

Operation

Ein Leistenbruch kann sich nicht von alleine zurückbilden. Bei wenig Beschwerden und nicht allzu grosser Schwellung kann eventuell noch zugewartet werden. Die Beschwerden bleiben hierbei im besten Fall unverändert. Allerdings ist mit der Zeit eine Zunahme der Schwellung und/oder der Beschwerden sehr wahrscheinlich. Aus diesen Gründen empfehlen wir meistens, den Leistenbruch operieren zu lassen.

Die Leistenbruchoperation ist die häufigste Operation weltweit. In den meisten Fällen (ausser bei sehr jungen Patient:innen) wird dabei ein Kunststoffnetz eingebracht. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens des Bruches erheblich.

Die genaue Operationsmethode wird Ihnen in der Sprechstunde erklärt. Die Operation dauert dann ca. 45 bis 90 Minuten. Heutzutage wird diese Operation häufig ambulant (d. h. Sie müssen nicht im Spital übernachten) und unter Teil- oder Vollnarkose durchgeführt.

Leistenbruch Operation

Bei Austritt aus dem Spital erhalten Sie ein Rezept und ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis. Die Operationswunde wird mit sterilen Wundpflastern abgedeckt. Diese können idealerweise 1 bis 3 Wochen belassen werden, wenn sie trocken sind und die Wundumgebung nicht gerötet ist. Vermeiden Sie es in den ersten 2 bis 3 Wochen das Baden und lange Einweichen der Narben.

Nach der Operation sind leichte Beschwerden durchaus normal. Diese können sich bei körperlicher Belastung verstärken. Ein Bluterguss im Bereich der Operationswunden, welcher sich bis in den Genitalbereich ausdehnen kann, ist unbedenklich, solange keine deutliche Schwellung oder Schmerzen vorhanden sind. Die Belastung und körperliche Tätigkeit ist im schmerzfreien Bereich frei erlaubt.

Eine moderne Leistenbruchoperation ist ab sofort für normale Verrichtungen im Alltag belastbar. Achten Sie auf Ihre Beschwerden und steigern Sie Ihre Belastung gemäss Schmerzen. Vermeiden Sie schmerzhafte Extrembelastungen während den ersten zwei Wochen.

Autofahren ist sofern Sie die Kontrolle über das Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt gewährleisten können erlaubt. Rechnen Sie mit einem Arbeitsausfall von ca. 14 Tagen für grössere körperliche Belastungen, für weniger grosse Belastungen wie sitzende Tätigkeiten entsprechend weniger.

Unsere Fachabteilungen

Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

In unserer Klinik behandeln wir Erkrankungen und Verletzungen der inneren Organe im Bereich des Bauch- und Brustraumes.
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