After

Steissbeinfistel - einwachsenden Haaren

Die Steissbeinfistel hat ihren Ursprung in einwachsenden Haaren. Wieso diese Haare einwachsen, ist bis jetzt nicht vollständig geklärt. Die Therapie ist zumeist operativ und sollte an das Ausmass der Erkrankung angepasst werden, um die teilweise hohen Rezidivraten, also den wiederkehrenden Charakter der Erkrankung, gering zu halten.

Fachwörter sind: Sinus Pilonidalis oder Pilonidalsinus

  • Ursache

    Die Ursache für die Entstehung einer Steissbeinfistel ist bislang nicht vollständig geklärt. Am ehesten scheint es aber junge Männer mit starker, dunkler Behaarung aus ausgeprägter Gesässspalte zu treffen. Zudem scheint eine sitzende Tätigkeit risikobehaftet. Dunkle Haare, die mikroskopisch im Vergleich zu hellen Haaren kleine Widerhaken besitzen, verhaken sich unter Druck in der Haut und wachsen dann nach innen weiter. So die Theorie, die in unseren Augen am meisten Sinn macht.

  • Häufigkeit

    Insgesamt handelt es sich um eine sehr häufige Erkrankung, die vor allem junge Männer südlicher Abstammung mit starker, dunkler Behaarung betrifft.

  • Symptome und Beschwerden

    Die Steissbeinfistel ist häufig symptomlos. Ausser einer Schwellung und ab und an Austritt von Flüssigkeit, bemerken die Patientinnen und Patienten nichts. Es gibt aber auch massive Verläufe mit grossen Abszessen, Schmerzen und Fieber.

  • Untersuchung

    Die fachärztliche Untersuchung ist sicher unangenehm, nicht nur wegen den Beschwerden sondern auch wegen der Scham. Es genügt jedoch meist ein geschulter Blick, um die Diagnose zu stellen, da sich typischerweise in der Gesässspalte meist mehrere Löcher, sogenannte Pori, finden. Unter Umständen muss aufgrund des Ausmasses der Erkrankung eine Bildgebung wie Ultraschall, CT oder MRI zur Routineabklärung durchgeführt werden.

  • Behandlung

    Prinzipiell gibt es einen konservativen und einen operativen Therapieansatz, wobei die konservative Therapie nicht zielführend ist.

Operation

  • Wie wird die Operation durchgeführt?

    Die Operation wird in Voll- oder Teilnarkose und je nach Ausmass ambulant oder stationär durchgeführt. Man unterscheidet prinzipiell einzeitige von zweizeitigen Verfahren. Das bedeutet, dass man die Erkrankung entweder in einer Operation versorgt, oder 2 Termine notwendig sind. Von minimal-invasiven Verfahren bis zu Lappenplastiken ist alles möglich. Wichtig ist, die richtige Indikation für das richtige Ausmass der Erkrankung festzulegen und mit Patientin und Patient gut zu besprechen.

  • Kontrolle / Nachsorge

    Wenn ein OP-Verfahren gewählt werden musste, welches mit einer offenen Wunde verbunden ist, muss die Wunde 1-2 mal am Tag ausgeduscht werden, damit die Wundregion möglichst sauber bleibt. Dies wird häufig durch die Spitex übernommen. Kleinere Blutungen sind nach einem Eingriff in entzündetem Gewebe normal und müssen keine Sorgen bereiten. Schmerzen sind ebenfalls normal, daher sollten die verordneten Schmerzmittel grosszügig eingenommen werden. Die Gabe von Antibiotika ist in der Regel nicht notwendig, kann aber je nach Erkrankungsausmass durchaus notwendig sein. Bei Problemen und Sorgen empfehlen wir, sich rechtzeitig zu melden, um Verunsicherungen früh aus dem Weg zu räumen. Ansonsten sehen wir unsere Patienten 4-6 Wochen nach der Operation zu einer Verlaufskontrolle in unserer Sprechstunde wieder.

Unsere Spezialisten

Leitender Arzt
Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. med. Michel Adamina

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Stv. Leitender Arzt
Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Dr. med. Christian Gingert

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