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Analfissur - Riss im Analkanal

Analfissuren bezeichnen Risse im Analkanal, welche typischerweise im hinteren Bereich des Anus in Richtung Steissbein zu finden sind. Von Patientinnen und Patienten wird hier im Sinne des Wortes Patient (der Geduldige) viel Geduld gefordert, denn das Ausheilen kann lang dauern.

Ursache

Ursächlich sind zumeist eine zu hohe Muskelanspannung des Schliessmuskels und harter Stuhlgang.

  • Häufigkeit

    Analfissuren sind häufiger als man denkt. Fast jeder Mensch erlebt mehrmals im Leben Schmerzen im Analbereich, die dann aber von allein innerhalb weniger Tage abklingen. Häufig hat man dann auch etwas Blut am Toilettenpapier. Manchmal entwickelt sich daraus aber ein längeres Leiden, welches behandlungswürdig wird.

  • Symptome und Beschwerden

    Analfissuren sind schmerzhaft, vor allem während und nach dem Stuhlgang. Meistens sind diese Schmerzereignisse mit leichten Blutauflagerungen vergesellschaftet.

  • Untersuchung

    Die fachärztliche Untersuchung ist sicher unangenehm, nicht nur wegen den Beschwerden sondern auch wegen der Scham. Es genügt jedoch meist ein geschulter Blick ohne eine weitere manuelle Untersuchung des Analkanals, um die Diagnose zu stellen. Ab und zu muss der Enddarm gespiegelt werden, was man bei Schmerzen aber unterlassen sollte. Wenn die Beschwerden es zulassen, gehört eine Austastung des Enddarms, eine Enddarmspiegelung und unter Umständen eine Schliessmuskeldruckmessung zur Routineabklärung dazu.

  • Behandlung

    Prinzipiell gibt es einen konservativen und einen operativen Therapieansatz. Die konservative Therapie besteht aus einer speziellen Creme, die die Muskulatur etwas entspannt, einem Stuhlweichmacher und Schmerzmitteln. Häufig heilt dann die Analfissur innerhalb von 6 Wochen ab.

Operationen

  • Wann ist eine Operation sinnvoll?

    Die Operation wird dann sinnvoll, wenn die Fissur schon lange Zeit besteht und die Chance auf Heilung durch die konservative Therapie unwahrscheinlich ist. Die Operation wird in Voll- oder Teilnarkose zumeist ambulant durchgeführt. Dabei wird die vernarbte und unsaubere Fissur entfernt, ohne den darunter liegenden Schliessmuskel zu beschädigen. In Einzelfällen kann die dann entstandene frische Wunde mit einem Hautlappen gedeckt werden, zumeist lässt man die Wunde aber offen, damit sie in Ruhe abheilen kann.

  • Kontrolle / Nachsorge

    Nach der Operation muss der Anus 2-3 mal am Tag ausgeduscht werden, damit die Wundregion möglichst sauber bleibt. Kleinere Blutungen sind nach einem Eingriff am Anus normal und müssen keine Sorgen bereiten. Schmerzen sind durch die hohe Nervenanzahl am Anus ebenfalls normal, daher sollten die verordneten Schmerzmittel grosszügig eingenommen werden. Ein weicher Stuhlgang erleichtert natürlich auch die Zeit der Heilung. Bei Problemen und Sorgen empfehlen wir, sich rechtzeitig zu melden, um Verunsicherungen früh aus dem Weg zu räumen. Ansonsten sehen wir unsere Patienten 4-6 Wochen nach der Operation zu einer Verlaufskontrolle in unserer Sprechstunde wieder.

Unsere Spezialisten

Leitender Arzt
Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. med. Michel Adamina

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Stv. Leitender Arzt
Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Dr. med. Christian Gingert

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