Viszeral- und
Thoraxchirurgie

Behandlung eines Darmvorfalls mittels Perineal Stapled Prolapse Resection (PSP)

Ausgangslage

Erika S. litt unter einem grossen Darmvorfall (Rektumprolaps) und damit einhergehend an einer Darminkontinenz, was ihre Lebensqualität stark einschränkte. Sie wurde am KSW operativ behandelt. Dabei wurde ein Teil des Mastdarms entfernt.

Vielen Dank, dass Sie sich für ein Interview zur Verfügung stellen. Was hat Sie dazu bewegt, sich für dieses Thema zu engagieren?

Viele Leute haben aus den verschiedensten Gründen Angst vor einer Operation an einer so intimen Stelle. So ist es auch mir ergangen. Doch die Operation hat sich für mich gelohnt. Ich habe heute eine viel höhere Lebensqualität als vor dem Eingriff. Ich möchte andere Betroffene ermutigen, vor der Operation keine Angst zu haben.

Wie hat der Darmvorfall Ihren Alltag beeinflusst?

Ich konnte kaum mehr zu Fuss gehen – auch kleinere Distanzen nicht: Kaum bin ich ein paar Schritte gegangen, ist der Darm wieder rausgekommen. Das Zurückschieben war immer sehr schmerzhaft. Zudem hatte ich aufgrund einer Vorerkrankung viel Durchfall. Ich wusste nie, wann wieder etwas passiert, und wusste manchmal gar nicht, wo anfangen mit Putzen. Es war unberechenbar und sehr peinlich. Ich hatte richtig Panik vor Restaurantbesuchen oder längeren Autofahrten.

Haben Sie sofort einen Arzt aufgesucht, als das Problem auftrat?

Ja, ich habe es meinem Hausarzt, Dr. Mark Schärer, sofort mitgeteilt. Er betreut mich schon jahrelang, dies sehr gut und einfühlsam. Herr Dr. Schärer riet mir zur Operation, da er wusste, wie belastend dies alles für mich war. Ich wusste, er hat Recht, aber ich hatte grosse Angst vor einer Operation mit Spitalaufenthalt und zögerte es immer wieder hinaus. Schliesslich konnte mich Dr. Schärer doch zu einem Vorgespräch mit einem Spezialisten im KSW überreden. So lernte ich Dr. med. Christian Gingert kennen.

Weshalb haben Sie sich schliesslich für die Operation entschieden?

Ich fasste sofort Vertrauen zu Herrn Dr. Gingert. Er erklärte mir alles ganz genau und nahm sich viel Zeit für mich. In seiner Gegenwart fühlte ich mich sehr wohl und stimmte schliesslich dem Eingriff zu.

Wie war der Aufenthalt im Spital?

Also im Operationssaal war alles so, wie es Herr Gingert gesagt hatte. Mir war zum Beispiel wichtig, dass er mich persönlich operiert. Das habe ich natürlich kontrolliert (lacht): Ich erhielt eine Teilnarkose und war während der Operation bei Bewusstsein. Als ich gefragt wurde, ob ich während der Operation Musik hören möchte, habe ich abgelehnt. Ich wollte hören, ob Dr. Gingert wirklich da war.

Wie lange mussten Sie im Spital bleiben?

Zwei Tage nach der Operation konnte ich schon wieder nach Hause. Dann ging ich noch während 2 Monaten regelmässig zur Nachkontrolle.

Wie geht es Ihnen heute?

Jetzt kann ich wieder mehr raus. Meine Lebensqualität hat sich sehr stark verbessert. Ich kann wieder mit der Familie ein Restaurant besuchen, ohne Angst zu haben. Auch psychisch geht es mir besser und ich habe keine Schmerzen mehr. Ich habe noch ab und zu Durchfall. Aber das ist okay. Die Operation war gut für mich. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe.

Vielen Dank, Frau S., für das Gespräch und Ihre Offenheit. Wir wünschen Ihnen alles Gute.